Die in Sachen Quote erfolgreiche Familie der SOKO-Ermittler wird vom ZDF erweitert: Ein Hamburger Quintett geht auf Verbrecherjagd in der Hansestadt, aber auch auf Niedersachsen und Schleswig-Holstein erstrecken sich die Ermittlungen.

Unternehmerin Nadja Engel (Anja Schneider) stürzt vom Balkon ihres hoch gelegenen Apartments in der Hamburger Hafencity. Sie überlebt schwer verletzt, kann sich aber an nichts erinnern. Wenige Jahre zuvor hatte das Ehepaar Engel sein einziges Kind verloren. Ehemann Stefan Engel (Rainer Strecker) ist vom neuerlichen Drama in seinem Leben geschockt. In "SOKO Hamburg: Gefallener Engel", dem Auftakt zu sechs Folgen mit einem neuen Ermittlerteam, müssen die Beamten herausfinden, was am Tag des Sturzes der Nadja Engel wirklich passierte. Dazu treten an: die smarten, jungen Chefs Jan Köhler (Mirko Lang) und Lena Testorp (Anna von Haebler), der grummelige Oskar Schütz (Marek Erhardt), die emotionale Maria Gundlach (Kathrin Angerer) und Computerexperte Cem Aladag (Arnel Taci).

Was das Drehbuchteam – zumindest für die erste Folge – des neuen SOKO-Krimis für das nur 45 Minuten lange Format zusammenschrieb, ist aller Ehren wert. Klar, im ZDF-Kurzkrimi am Vorabend wird weder das Fernsehen noch seine Abbildung der Welt neu erfunden. Ein Fall muss aufgeklärt, der Täter nach einer Dreiviertelstunde überführt werden. Selbiges geschieht plausibel, überraschend wendungsreich und wird auch schauspielerisch überzeugend präsentiert.

Das neue Team, zumal fünfköpfig, könnte noch ein wenig Zeit brauchen, um an Profil zu gewinnen. Trotzdem gilt das Verdikt: In 45 Minuten existiert nicht viel Platz für Privatgedöns der Ermittler. 40 Jahre, nachdem das Urformat "SOKO 5113" auf Sendung ging, schauen gegenwärtig etwa viereinhalb Millionen Zuschauer zum Feierabend die ZDF-Krimis unter dem Siegel der vier ermittlerischen Großbuchstaben. Werte, über die sich manch ambitionierter Primetime-Film um 20.15 Uhr freuen würde.


Quelle: teleschau – der Mediendienst