Der Erfurter Mohammad Suleman Malik wurde bei "Maischberger" wieder ausgeladen – zugunsten eines AfD-Politikers, wie er behauptet. Malik spricht von einem "skandalösen Vorfall", Vertreter der ARD-Sendung weisen die Vorwürfe von sich.

Die ARD-Polittalkshow "Maischberger" steht derzeit im Zentrum einer Kontroverse. Stein des Anstoßes: Der Erfurter Muslim Mohammad Suleman Malik war von den Verantwortlichen des Formats nach eigener Aussage zu einer Ausgabe der Sendung eingeladen worden, in der die jüngsten politischen Ereignisse in Thüringen aufgearbeitet hätten werden sollen. Via Twitter berichtete Malik am Donnerstag von der "Maischberger"-Anfrage und allem, was danach kam: "Herr Malik, wir würden Sie gerne in unsere Talkshow einladen. Sie stehen ja in der öffentlichen Kritik, und in Thüringen wird Ihre Moschee gebaut", habe es zunächst geheißen. Er habe das Angebot sehr begrüßt. Doch kurz danach sei die Einladung seitens der Verantwortlichen zurückgezogen worden – um, so sieht es Malik, stattdessen den AfD-Parteivorsitzenden Tino Chrupalla als Gast willkommen zu heißen.

Infolge dieser Entscheidung zeigte sich Malik fassungslos und kritisierte via Twitter: "Wer Faschisten und Rassisten eine Bühne bietet, der macht sich an rassistischem Terror, wie in Hanau, mitschuldig." Er sei "fassungslos". Zudem rief er zum Boykott der Sendung auf. Auch die Begründung seitens "Maischberger" für den aus seiner Sicht "skandalösen Vorfall" legte der Muslim dar. Durch einen Anruf habe er den Hinweis erhalten: "Sie stehen zu sehr in der Öffentlichkeit, das ist unfair gegenüber anderen. Wir wollen Bürger zu Wort kommen lassen, die nicht so sehr in der Öffentlichkeit stehen." Zuletzt stand Malik als Thüringens erster Moschee-Neubauer in den Schlagzeilen.

Die Reaktion der Verantwortlichen von "Maischberger" ließ nicht lange auf sich warten. Via Twitter wiesen sie die schweren Anschuldigungen zurück. "Wir bedauern, dass wir Herrn Malik und vielen weiteren InteressentInnen für diese Sendung absagen mussten. Diese Absagen stehen in keinem Zusammenhang zu der Einladung der PolitikerInnen, die sich den Fragen des Publikums stellen werden", hieß es auf der offiziellen Twitterseite des ARD-Talks. Außerdem rechtfertigten die Macher die Einladung Chrupallas damit, dass Politiker der CDU, der Linken und der AfD eingeladen wurden, "da diese drei Parteien die Debatte maßgeblich prägten". Weiterhin verwies die Redaktion auf einen Gastauftritt Maliks im November 2016 zum Thema Integration und betonte, sie schätze ihn "als engagierten Diskutanten, der wichtige Probleme in der Gesellschaft anspricht".

Die "Maischberger"-Ausgabe wurde letztlich abgesagt. Eigentlich wäre für die Ausstrahlung der 4. März angesetzt gewesen. Wegen der Live-Übertragung des DFB-Pokalspiels zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt flog der Talk jedoch aus dem Programm.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH