Wegen einer schweren Krankheit schließt Fred seine Fred zunehmend aus seinem Leben aus. "Satte Farben vor Schwarz bietet exzellente Schauspielkunst und ein hervorragendes Drehbuch.

"Zusammen alt werden", das ist eine Formulierung aus der Vergangenheit. Die Großeltern lebten das, wollten das. Vielleicht noch die Eltern. Heute sind Patchwork-Familien angesagt, Beziehungen werden auf Zeit eingegangen, immer die passende zur aktuellen Lebensphase. Sophie Heldmans großartiger Abschlussfilm an der Berliner Filmakademie ist aus diesem Blickwinkel betrachtet anachronistisch: "Satte Farben vor Schwarz" (2010) erzählt vom gemeinsamen Altern und einer glücklichen Ehe, die nur vom Tod bedroht werden kann. Das bewegende Drama, das 3sat nun erneut zeigt, spart auch Tabubereiche wie Sex im Alter nicht aus.

Senta Berger und Bruno Ganz spielen Anita und Fred, ein Liebespaar, das nach 50 Ehejahren nicht mehr darüber diskutieren muss, wie es den Tee mag. Allerdings wird Fred seit einer Weile von einer unberechenbaren Krankheit geplagt. Bisher hielt er deswegen nur seine zwei erwachsenen Kinder (Barnaby Metschurat und Carina Wiese) aus seinem Leben heraus, damit sie ihren eigenen Weg gehen können. Nun vergrößert Fred auch den Abstand zu Anita, die verletzt ist und von der Furcht geplagt, ihr Mann könne sich ganz von ihr zurückziehen.

Schlicht und chronologisch erzählt "Satte Farben vor Schwarz" von einer plötzlichen Entfremdung, mit zwei großartigen Schauspielern, die die Regisseurin erstmals gemeinsam vor die Kamera brachte. Mit der Wiederholung erinnert 3sat an den am 16. Februar 2019 verstorbenen Ausnahmeschauspieler Bruno Ganz.

Satte Farben vor Schwarz – Mi. 19.02. – 3sat: 22.25 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH