Sein Gesicht kannten nur die wenigsten, seine Stimme aber jeder, der in den letzten sechs Jahrzehnten Fernsehen geschaut hat: Egon Hoegen lieh seine sonore Stimme Kultsendungen wie "Der 7. Sinn", "Ausgerechnet Tatsachen" und "Der Internationale Frühschoppen". Wie der WDR jetzt mitteilte, verstarb der Sprecher und Schauspieler bereits am 1. Juni im Alter von 89 Jahren.

Hoegen kam 1928 in Düsseldorf zur Welt und ließ sich von Gustav Gründgens zum Bühnenschauspieler ausbilden, bevor er seine Medienkarriere als Nachrichtensprecher für den heutigen WDR begann. Einem großen Publikum wurde er durch seine live im Studio gesprochenen An- und Abmoderationen im "Internationalen Frühschoppen" bekannt. Die Verkehrssendung "Der 7. Sinn" machte ihn legendär: Vier Jahrzehnte, von 1966 bis 2005, sprach Hoegen den Begleitkommentar zu dem langlebigen Format. Später erklang seine Stimme auch in Computerspielen. In fünf Teilen der erfolgreichen "Need-for-Speed"-Reihe gab er mit seinem Off-Kommentar Informationen zum Spielgeschehen. Auch für das Magazin "Monitor" und die Sendung "Schmidteinander" setzte er sich hinters Mikrofon.

"Mit Egon Hoegen haben wir einen feinen Menschen verloren, der entscheidend dazu beigetragen hat, im Massenmedium Fernsehen Unverwechselbares zu schaffen", ehrt WDR-Intendant Tom Buhrow in einem Nachruf den Verstorbenen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst