Es war eigentlich nur ein Film, in dem Dinosaurier aus einem Park ausbrechen und auf Menschenjagd gehen. Und doch so viel mehr. "Jurassic Park" (1993) war ein filmtechnischer Meilenstein. Allein hierzulande kamen damals über neun Millionen Besucher in die Lichtspielhäuser, um Steven Spielbergs atemberaubendes Fantasy-Abenteuer zu bestaunen. 2015 folgte der vierte Teil der Reihe und avancierte völlig überraschend zum Megahit an den Kinokassen. Das ZDF lässt die prähistorischen Riesen in der Free-TV-Premiere der erfolgreichen Fortsetzung "Jurassic World" nun erneut von der Leine.

Viel gelernt haben die Menschen nicht: 22 Jahre nach den Ereignissen aus "Jurassic Park" hat der Milliardär Simon Masrani (Irrfan Khan) einen neuen Park eröffnet, der täglich Zehntausende Besucher glücklich macht – und auch beim Publikum für große Augen sorgt. Wenn die Besucher durch jenes große Tor fahren, das man noch aus dem Original kennt, hat der Film die Fans schon am Haken.

Die Saurier haben allerdings nicht mehr die umwerfende Wirkung, die ihnen in "Jurassic Park" noch innewohnte – wie begeistert man ein Publikum, das schon alles gesehen hat? Von dieser Problematik handelt auch die eigentlich recht clevere Geschichte von "Jurassic World", die neben den Autoren Rick Jaffa und Amanda Silver ("Planet der Affen: Revolution") auch Regisseur Colin Trevorrow mitgestaltete.

Mit ganz normalen Dinosauriern begnügt man sich in dem neuen Park nicht mehr. Es braucht etwas Neues. Etwas Größeres, Gemeineres, etwas mit noch mehr Zähnen. Und so entsteht in den Laboren ein Hybrid-Saurier, der die Besucher aufs Neue das Fürchten lehren soll. Die Situation in "Jurassic World" scheint unter Kontrolle, die Gehege sicher. Doch wie hieß es noch im Original von 1993? "Das Leben findet einen Weg."

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, wer bald um sein Leben rennen muss: Da sind etwa die jungen Brüder Zach (Nick Robinson) und Gray (Ty Simpkins), die ihrer Tante Claire (Bryce Dallas Howard) aufs Auge gedrückt werden. Nur hat die als Leiterin des Parks gar keine Zeit für ihre Neffen. Und dann ist da noch Ranger Owen (Chris Pratt), der am Rand der Insel Raptoren abrichtet – er ist der Held des Films. Ihm gegenüber steht schließlich der Agent Vic Hoskins (Vincent D'Onofrio), der mit den Hauptattraktionen des Parks große militärische Pläne hegt.

Trevorrow inszeniert "Jurassic World" als atemberaubendes Spektakel. Er kreiert einen ähnlich nervenzerreißenden Dino-Horror, wie man ihn aus "Jurassic Park" kennt, und trifft darüber hinaus auch die Stimmung und den Humor der Vorlage. Trotzdem bleibt die Frage, wie die weiteren Fortsetzungen aussehen sollen. Noch einmal wird eine Huldigung wie diese nicht funktionieren. Am 6. Juni startet "Jurassic World 2" in den hiesigen Kinos. Man darf gespannt sein, wie Regisseur Juan Antonio Bayona den Stoff anpackt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst