Die bayerische Landtagsabgeordnete Monika Landau (Katharina Müller-Elmau) macht Urlaub an der Ostsee. Ihr Mann, ein passionierter Segler, bleibt nach einem Törn verschwunden. Zielfahnderin Nora Weiss (Anna Maria Mühe) und ihr Kollege Simon Brandt (Jan Krauter) von der Lübecker Mordkommission finden wenig später die Leiche des Vermissten. Ihre Recherchen ergeben, dass er kurz vor seinem Ableben einen alten Kumpel (André M. Hennicke) im ehemals ostdeutschen Güstrow besuchte. Als die Ermittler dem Mann einen Besuch abstatten wollen, flieht der Verdächtige. "Solo für Weiss: Es ist nicht vorbei", der dritte Film der neuen ZDF-Krimireihe, untersucht Wunden der deutschen Teilung auf den Seelen der Betroffenen.

Es hat ein wenig gedauert. Die ersten beiden Filme mit Ermittlerin Nora Weiss liefen binnen dreier Tage im November 2016. Mit 5,8 und 6,4 Millionen Zuschauern taten sie das sehr erfolgreich. Zukünftig will die reflektierte Schauspielerin und Mutter Anna Maria Mühe einen weiteren "Weiss"-Krimi pro Jahr drehen. Dabei interessiert sie das minimalistisch vorgetragene Emotions-Portfolio ihrer Rolle – sicher eine Herausforderung fürs Handwerk selbst begabter Mimen wie Mühe. Dass beim ZDF nach der von Anna Loos dargestellten "Helen Dorn" eine weitere unterkühlte Nord-Kommissarin vom Stapel gelassen wird, darf im Sinne der Dopplung ein wenig bemängelt werden.

Dem Drehbuch Mathias Klaschkas, der bereits die ersten beiden "Solo für Weiss"-Filme sowie zahlreiche Folgen der Reihe "Kommissarin Heller" schrieb, ist anzumerken, dass der 1970 geborene Autor eine politisch und menschlich ambitionierte Geschichte erzählen will. Dummerweise leidet auch der dritte "Weiss"-Krimi unter einem Grundübel des deutschen Fernsehkrimis.

Viel zu viel, was man auch über Bilder erzählen könnte, wird in Dialoge gepackt und quasi als Absicherung für notorische Toilettenbesucher oder Getränkeholer noch einmal "nacherzählt". Wer auf nordische Krimis mit spröden Ermittlern steht, die ihre Traurigkeit und persönlichen Verletzungen durch steife Brisen und fahles Licht hindurchdiffundieren, wird sich mit diesem gut besetzten, aber konventionellen Krimi der Schweizer Regisseurin Judith Kennel ("Blauwasserleben") anfreunden können.


Quelle: teleschau – der Mediendienst