"Birdman"-Regisseur Alejandro G. Inárritu inszeniert ein , in dem sich Leonardo DiCaprio schwer verletzt durch die Wildnis kämpft, um den Mörder seines Sohnes zu rächen.

Wer "The Revenant – Der Rückkehrer" 2015 im Kino sah, dachte vielleicht schon: "Wenn Leonardo DiCaprio hierfür keinen Oscar bekommt, bekommt er ihn nimmermehr." Tatsächlich hatte die Academy ein Einsehen und zeichnete den inzwischen 43-Jährigen, der vorher schon fünfmal nominiert war, als besten Hauptdarsteller aus. Dass es für "The Revenant" zwei weitere Goldjungen gab (beste Regie, beste Kamera), ging im Nachhall beinahe unter. Nach beachtlichem Leinwanderfolg (2,7 Millionen Besucher in Deutschland) feiert das überwältigende Abenteuer von Regisseur Alejandro González Iñárritu ("Birdman") nun Free-TV-Premiere bei ProSieben.

Der Film, der auf dem Buch "Der Totgeglaubte" von Michael Punke basiert, erzählt die wahre, geradezu aberwitzige Geschichte des Fallensteller Hugh Glass (Leonardo DiCaprio), der im archaischen Amerika des 19. Jahrhunderts sein Geld mit Tierfellen verdient. Das Leben der Trapper ist beschwerlich, zumal einer von ihnen, John Fitzgerald (Tom Hardy), ständig gegen Glass und dessen halbindianischen Sohn Hawk (Forrest Goodluck) intrigiert. Als Indianer das Lager der Pelzhändler überfallen, können sich nur wenige retten. Unterwegs wird Glass von einem Grizzly attackiert und dabei lebensgefährlich verletzt.

Weil sie ihn nicht durch die Wildnis schleppen können, beschließt der Anführer Andrew Henry (Domhnall Gleeson), dass Fitzgerald bei Glass und Sohnemann Hawk bleiben soll. Fitzgerald hält sich allerdings nicht an die Absprache, tötet Hawk und lässt Glass halbtot zurück, für den ein erbitterter Überlebenskampf beginnt. Mit zerfetztem Körper und gebrochenem Bein kämpft er sich 300 Kilometer durch Montana, um sich an Fitzgerald zu rächen.

Bildgewaltig und emotional

Inárritu hat die literarische Vorlage bildgewaltig und emotional adaptiert: mit schonungsloser Brutalität, aber grandios inszeniert. Die Schönheit der wilden Landschaft und auch die ersten Bilder des Films – als Glass mit seiner Indianerfamilie friedlich im Zelt schlummert, bevor die Siedlung niedergebrannt wird –, sind eine stille Reminiszenz an Szenen aus Terrence-Malick-Filmen wie "Der schmale Grat" (1998) oder "The New World" (2005). Was daran liegen könnte, dass Kameramann Emmanuel Lubezki ("Birdman", "Gravity") schon für "The New World" hinter der Kamera stand. Auch in "The Revenant" komponiert er immer wieder betörend schöne Bilder, in denen die unberührte Schönheit der Natur im expliziten Kontrast steht zum brutalen Handeln des Menschen, der sich selbst zerstört.

So verleiht Inárritu seinem gewaltigen Überlebensdrama, das mit einer Drehzeit von neun Monaten auch für die Filmcrew ein ziemlicher Kraftakt gewesen war, eine spirituelle, poetische Qualität, die den Film mehr sein lässt als großes, perfekt gemachtes Actionkino. "The Revenant" ist Vater-und-Sohn-Geschichte, Überlebenskampf und Rachedrama in einem, hochemotional und ein bisschen esoterisch. Also nicht nur wegen DiCaprio: ein Wahnsinnsfilm.

ProSieben zeigt "The Revenant" (in einer leicht gekürzten Fassung, um den Film schon um 20.15 Uhr senden zu können) am Abend der Oscar-Verleihung. Im Anschluss an den Film macht ab 23.30 Uhr "red. Der Oscar-Countdown – Die größten Hollywood-Momente 2018" Lust auf den großen Abend, bevor sich um 0.40 Uhr Steven Gätjen, Viviane Geppert und Michael Michalsky live vom roten Teppich aus Los Angeles melden. Ab 2 Uhr überträgt ProSieben dann die Oscar-Verleihung live im TV und Stream, die diesmal von Jimmy Kimmel moderiert wird.


Quelle: teleschau – der Mediendienst