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"Tales From The Loop": Diese Serie stellt alles auf den Kopf

von Andreas Fischer

"Tales From The Loop" stellt alles auf den Kopf, was man bislang von Raum und Zeit zu wissen glaubte. Die Amazon-Serie wird schon mit "Stranger Things" verglichen, doch das greift zu kurz.

Drei mächtige Türme stehen vor der Stadt, mit ihren regungslosen Gesichtern aus neonblauer Beleuchtung wirken sie wie stumme Wächter. Natürlich sind sie das nicht, obwohl man das in "Tales From The Loop" durchaus erwarten könnte. In acht fantastischen Episoden stellt die Amazon-Serie ab 3. April alles auf den Kopf, was gemeinhin als Realität wahrgenommen wird.

Die drei Türme allerdings sind einfach nur Kühltürme einer gigantischen unterirdischen Versuchsanlage: Der Loop ist eine Art Teilchenbeschleuniger mit angeschlossenem Labor für experimentelle Physik. Über ihm breitet sich ein Ort aus, und jeder Mensch, der dort lebt, ist mit dem Loop auf die eine oder andere Art verbunden.

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Ihre Geschichten erzählt die Serie, die auf hyperrealistischen Bildern von Simon Stålenhag beruht. Der schwedische Künstler hatte seine Dystopien zunächst im Internet veröffentlicht, später per Crowdfunding ein mit Geschichten angereichtes Kunstbuch finanziert und ein Rollenspiel.

Dass in mancher TV-Kleinstadt merkwürdige Dinge passieren können, das kennt man ja. Das ist in hier nicht anders, nur verrückter. Von einigen wird "Tales From The Loop" mit "Stranger Things" verglichen – was für die Netflix-Hitserie eine große Ehre ist, aber viel zu kurz greift. Trotz des 1980er-Jahre-Umfelds: Das ist allerdings beige-grau und nicht knallbunt ist. Nostalgische Gefühle kommen da nicht auf, eher eine Art zeitlose Monotonie.

Wer sich auf "Tales From The Loop" einlässt, bucht ein Ticket für einen abgefahrenen Trip in alle erdenklichen und undenkbaren Richtungen. Bildgewaltig und mit sparsamen Worten erzählt – lassen die Geschichten viel Raum für Entdeckungen, Fragen und Ratlosigkeiten. Zeit und Raum spielen keine Rolle, von den Gesetzen herkömmlicher Physik ganz zu schweigen.

Hier sucht ein achtjähriges Mädchen seine verschwundene Mutter und findet sich selbst als Mittdreißigerin im Nachbarhaus. Hier tauchen Kreaturen und Maschinenwesen aus anderen Zeiten und Dimensionen auf, hier verliert das Universum seine Geheimnisse.

Alles ist in "Tales From The Loop" leicht außer Takt. Das Erzähltempo, die Musik, die Menschen und die Naturgesetze. Das ist durchaus schaurig, weil man nicht viel über den Loop erfährt und weil all die Merkwürdigkeiten mit einer schulterzuckender Beiläufigkeit passieren. "Wenn jemand sagt, dass etwas unmöglich sei, beweise ich das Gegenteil", erklärt ein Großvater, der den Loop leitet, seinem Enkel. Außer dem Jungen scheint sich in der US-Kleinstadt niemand wirklich über irgendetwas zu wundern. Auch nicht darüber, dass die schrottreifen Reste einer überdimensionierten Metallkugel die verbleibende Lebenszeit vorhersagen können.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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