Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE, wird das Unternehmen im Februar 2018 vorzeitig verlassen. Zuletzt bezeichnete er die TV-Zuschauer der Sendergruppe als "ein bisschen fettleibig, ein bisschen arm". Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen.

Seit 2009 stand Ebeling an der Spitze der ProSiebenSat.1 Media SE, bis Mitte 2019 wäre sein Vertrag noch gelaufen. Jetzt hat die Sendergruppe jedoch mitgeteilt, dass sich der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsrat der Gesellschaft einvernehmlich auf eine Trennung nach der für den 22. Februar 2018 angesetzten Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2017 verständigt haben.

Ebeling habe sich in der Zeit bei ProSiebenSat.1 "als eine der herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten der Medienindustrie erwiesen" und "hervorragende Arbeit" geleistet, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Konzerns. Und dennoch ist es ein Abgang mit Beigeschmack, denn zuletzt hatte Ebeling mit schlechten Zahlen zu kämpfen.

Unglückliche Äußerung über TV-Zuschauer

Nachdem die Umsatz- und Gewinnprognose nach unten korrigiert werden musste und daraufhin die Aktie des DAX-Unternehmens an der Börse einbrach, soll sich Ebeling in einem Gespräch mit Analysten auch noch abfällig über die eigenen Zuschauer geäußert haben: "Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert." Diskreditieren, so erklärte Ebeling später, habe er die Zuschauer nicht wollen. Vielmehr sei es eine "plakative Zuspitzung" gewesen.

Sein Nachfolger, der bereits gesucht und zu gegebener Zeit benannt werden soll, werde jedenfalls "ein motiviertes und erfahrenes Team vorfinden, das bestens gerüstet ist, die Erfolgsgeschichte von ProSiebenSat.1 fortzusetzen", so Ebeling. Bis auf Weiteres ist derweil Conrad Albert, seit 2005 im Unternehmen, zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt worden.