Allen kulturaffinen TV-Zuschauern steht ab dem Abend des 13. Februar 2019 ein neues Angebot des ZDF zur Verfügung. Die Mainzer beleben den 2016 abgeschalteten Digitalsender ZDFkultur wieder.

Ab 17 Uhr stehen diverse Webvideoangebote als eigene Rubrik in der Sendermediathek zur Verfügung. Das neue Konzept bündelt zusätzlich Formate des ZDF, 3sat und ARTE mit kulturellen Schwerpunkten.

Für die Eigenproduktionen hat sich das ZDF zahlreiche Partner mit ins Boot geholt. Unter anderem arbeitet der Sender mit der Semperoper, dem Bauhaus Dessau und den Nibelungenfestspielen zusammen. Anne Reidt, ZDF-Haupredaktionsleiterin Kultur, gab sich vor dem Neustart von ZDFkultur optimistisch: "ZDFkultur ist ein Opernhaus, ein Musikfestival und eine Kunsthalle unter einem Dach. Das ist ein erweitertes Angebot für die User, das unsere Mediathek bereichert."

Neben einigen interaktiven Tools, etwa virtuellen Museumsführungen, gehören für den Anfang 15 Webvideoformate zum Portfolio. Sie drehen sich um Themen wie Musik, Games, Reisen und Kunst. In "Nearer" präsentieren Musiker ihre Songs in Musikvideos, die auf jegliche Ablenkung durch Tänzer oder Lichteffekte verzichten. In "Design und Strafe" analysiert der Designtheoretiker Florian Arnold missglückte Artefakte.

Zusätzlich zum Angebot in der Mediathek werden einige der neuen Produktionen auch im Hauptprogramm des ZDF gezeigt. Grund dafür ist wohl, dass das ZDF damit einer Genehmigung von ZDFkultur durch die Politik entgeht. Ein reines Webangebot bedürfe nämlich einer Zustimmung. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler wies darüber hinaus im "FAZ"-Interview den Vorwurf zurück, das ZDF würde den Vorteil der Rundfunkgebühren nutzen, um den Privatsendern Konkurrenz zu machen. "Den Tag will ich erleben, an dem die Privatsender in Deutschland eine digitale Kulturplattform eröffnen", sagte Himmler.


Quelle: teleschau – der Mediendienst