Er wäre heute 100 geworden

Leslie Nielsen: Vom ernsthaften Schauspieler zur Comedy-Ikone

11.02.2026, 08.59 Uhr
von Hellmut Blumenthal
Leslie Nielsen, einst ernsthafter Schauspieler, revolutionierte die Filmkomödie mit seinem unverkennbaren Humor. Sein Weg vom ernsten Darsteller zur Comedy-Ikone ist beispiellos.

Er haute Kalauer raus, ohne eine Miene zu verziehen, steuerte mit "Ich hab alles im Griff"-Mimik von einem Desaster ins nächste. Leslie Nielsen prägte die Filmkomödien der 1980er und 1990er wie kaum ein anderer Schauspieler. Dabei hatte seine Karriere ganz anders begonnen.

Er haute Kalauer raus, ohne eine Miene zu verziehen, steuerte mit "Ich hab alles im Griff"-Mimik von einem Desaster ins nächste. Leslie Nielsen prägte die Filmkomödien der 1980er und 1990er wie kaum ein anderer Schauspieler. Dabei hatte seine Karriere ganz anders begonnen.

"Können Sie die Maschine landen?" – "Das meinen Sie doch nicht ernst?!" – "Und ob ich das meine. Und bitte nennen Sie mich nicht Ernst!" Mit hochseriöser Miene eröffnet Flugpassagier Dr. Rumack, gespielt von Leslie Nielsen, dem früheren Jagdflieger Ted Striker (Robert Hays), er sei die einzige Hoffnung, eine vollbesetzte Passagiermaschine vor dem Absturz zu bewahren.

Szenen wie diese aus dem Film "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" machten Leslie Nielsen zu Beginn der Achtzigerjahre zu einer Comedy-Ikone. In der Parodie auf Flugzeugkatastrophenfilme der 1970er glänzte der weißhaarige Darsteller als Wortwitz-Akrobat, der gar nicht wirkte, als wolle er lustig sein.

Es war genau seine zu Schau gestellte Seriosität, die ihn urkomisch machte. Auch seine Co-Stars Lloyd Bridges, Robert Stack und Peter Graves waren zuvor nur als "ernstzunehmende" Darsteller gecastet worden – eines der Erfolgsrezepte des Films. Doch für Leslie Nielsen wurde der Part zum größten Game Changer.

Denn in den ersten 30 Jahren seiner Karriere als Schauspieler hatte der Kanadier durchweg seriöse Charaktere porträtiert. Mal taff, mal einfühlsam, doch stets mit "No Nonsense"-Attitüde.

Auch in seiner ersten großen Rolle war Leslie Nielsen ein "Überflieger"

Während Nielsen in "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" lediglich Passagier war, hatte er seine Filmkarriere als Flugkapitän zum Steigen gebracht. Eine seiner ersten Rollen war die des Commander John C. Adams im Film "Alarm im Weltall" aus dem Jahr 1956.

Die Produktion gilt unter Science-Fiction Fans als Inspirationsquelle für "Star-Trek": War Leslie Nielsen also eine Art früher Captain Kirk? Mit seinem später so gefeierten Humor kommentierte der Kanadier trocken: "Ich musste einfach eine enge Uniform tragen und Anne Francis (seinem Co-Star, d. Red.) schöne Augen machen. Ich war damals ziemlich dünn."

Die Rolle brachte dem 1926 geborenen Leslie Nielsen einen längerfristigen Vertrag mit dem Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer und damit diverse Engagements in größeren Hollywoodproduktionen ein. Eine Hauptrolle blieb ihm jedoch jahrelang verwehrt. Der Sohn eines dänischstämmigen kanadischen Mounties schien mit seiner grundsoliden Ernsthaftigkeit weder zum Helden noch zum Antagonisten gemacht.

Neben einigen Auftritten in Serien wie "Bonanza" oder "Die Straßen von San Francisco" war sein Part als Schiffskapitän Harrison im Katastrophenfilm "Die Höllenfahrt der Poseidon" im Jahr 1972 die signifikanteste Rolle. "Ich spielte den Kapitän und brachte das Schiff zum Kentern", sagte er später, na klar, augenzwinkernd.

So richtig glücklich war Leslie Nielsen mit seinen Rollen selten. "Ich war in Produktionen, bei denen ich auf dem Weg ins Studio heftigen Brechreiz hatte", gestand er mal. Und fügte schulterzuckend hinzu: "Immerhin konnte ich damit meine Miete bezahlen."

"Nicht verhandeln, akzeptieren!" wies Leslie Nielsen seinen Agenten an

Als das Angebot kam, bei "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" mitzuspielen, zögerte Nielsen keine Sekunde. "Ich sagte meinem Agenten: 'Nicht verhandeln, akzeptieren! Für diese Rolle würde ich sogar zahlen'", verriet Nielsen 1988. Da hatte er gerade einen Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame" bekommen.

Denn sein Stern strahlte in den späten 1980ern hell wie nie zuvor. Die Zusammenarbeit mit dem Regie-Team Zucker-Abrahams-Zucker erwies sich für beide Seiten als Volltreffer – spätestens mit "Die nackte Kanone". Als gleichermaßen selbstbewusster wie trotteliger Ermittler Frank Drebin hatte Nielsen seine Berufung gefunden. "Ich liebe diesen Humor einfach, weil er ein fester Teil meines Humors ist", sagte der Schauspieler voller Dankbarkeit. "Ich liebe es, die Essenz von Dummheit im Menschen zu finden. Früher dachte ich, ich müsste große Anstrengungen unternehmen, um sie zu entdecken, aber dann merkte ich, dass sie die ganze Zeit in mir war – direkt an der Oberfläche."

Leslie Nielsen als ernsthafter Darsteller? Es gab kein Zurück mehr

Zwei weitere "Nackte Kanone"-Filme folgten. Dazu eine ganze Reihe ähnlicher irrwitziger Parodien. "Von allen Geistern besessen" persiflierte 1990 die "Exorzist"-Horrorfilme, "Agent 00 – Mit der Lizenz zum Totlachen" Agententhriller à la James Bond, "2002 – Durchgeknallt im All" knöpfte sich Weltraum-Abenteuer vor.

Leslie Nielsen hatte, besser spät als nie, mit Mitte 50 seinen Platz in Hollywood gefunden. Er hätte später durchaus gerne mal einen Part wie Willie Loman in der Tragödie "Tod eines Handlungsreisenden" gespielt. Der Weg dorthin war indes nun verbaut. Was nichts daran ändert, dass der Kanadier bis zu seinem Tod im Jahr 2010 seinen Spaß hatte – nicht nur wegen der Furzkissen, die er ständig bei sich trug.

Am 11. Februar wäre Leslie Nielsen 100 Jahre alt geworden.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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