"Bridgerton"-Star Yerin Ha: "Ich musste mich einfach dem Moment hingeben"
Für viele Schauspiel-Stars ist Vorbereitung alles. Für Yerin Ha war genau das plötzlich nicht mehr möglich. Als sie zur Erfolgsserie "Bridgerton" (Netflix) stieß, blieb ihr kaum Zeit, sich einzuarbeiten – und sie musste etwas tun, das ihr nicht leichtfiel: loslassen.
"Ich bin sehr spät zum Projekt gestoßen und hatte kaum Zeit zur Vorbereitung", berichtet die Australierin im Interview mit der Agentur teleschau. Statt Sicherheit gab es vor allem eines: Vertrauen. "Ich musste mich einfach dem Moment hingeben – auch wenn das einer der schwierigsten Teile unseres Berufs ist."
Wo andere Halt suchen würden, entschied sie sich bewusst dagegen. Keine Tipps, keine Abkürzungen. "Ich glaube fest daran, dass man Fehler machen muss, um daraus zu lernen", sagt die 28-Jährige. Gerade bei einer Serie dieser Größenordnung kein Selbstläufer. Doch genau das habe ihr geholfen, sich nicht festzuhalten – sondern wirklich reinzugehen. "Ich wusste gar nicht, wofür ich Ratschläge gebraucht hätte", stellt sie rückblickend fest.
"Ich habe dieses Hollywood so nie gesehen"
Für Yerin Ha ist Schauspiel kein reines Handwerk. Es wird schnell persönlich. "Am Ende geht es immer darum, die Wahrheit der Figur zu finden", sagt sie. Und die steckt oft in den kleinen Dingen. "Schon die Schürze hat mich immer daran erinnert, welchen Platz meine Figur in dieser Welt hat", erzählt sie.
Ein Moment fernab des Sets hat sich bei ihr jedoch besonders eingeprägt. Bei einer Veranstaltung mit asiatischen Schauspielern wurde ihr plötzlich bewusst, wie sehr sich die Branche verändert – und wie selten sie sich früher selbst darin wiedergefunden hat. "Ich habe dieses Bild von Hollywood so nie gesehen, als ich aufgewachsen bin", gesteht Ha. Dass heute so viele asiatische Künstler gemeinsam sichtbar sind, bedeutet ihr unheimlich viel. "Es war unglaublich, in diesem Raum zu sein und so viele asiatische Menschen zu sehen, die für ihre Kunst gefeiert werden", erinnert sie sich. Für sie ist das mehr als nur ein Moment – es ist ein Zeichen. "Es zeigt, dass wir dazugehören und dass unsere Stimmen gehört werden."
Am Ende bleibt für sie vor allem eine Erkenntnis – über ihre Rolle, aber auch über das Leben selbst: "Ich liebe die Vorstellung, dass ein Mensch Seiten in dir hervorholen kann, von denen du gar nicht wusstest, dass sie existieren." Doch Veränderung passiert nicht einfach so. "Menschen verändern sich nur, wenn sie es wirklich wollen", sagt Yerin Ha.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH