Wahlkampf im TV

Einschaltquoten bei Triell deutlich zurückgegangen

Bessere Quoten als RTL, aber deutlich schlechtere Quoten als vor vier Jahren: Das Interesse am TV-Triell bei ARD und ZDF hielt sich in Grenzen.

Es ist keine Überraschung, dass das Interesse groß war, schließlich sind es nur noch zwei Wochen bis zur Bundestagswahl: Am Sonntagabend traf die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, im zweiten TV-"Triell" auf ihre Konkurrenten Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU/CSU). Alleine im Ersten schalteten 7,36 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer das von Maybrit Illner (ZDF) und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr moderierte "Triell der Kanzlerkandidaten" ein – die höchste Einschaltquote des Abends.

Parallel übertrug auch das ZDF das Triell, hier verfolgten zusätzlich 3,51 Millionen Menschen die politische Debatte: Unter dem Strich saßen demnach fast 11 Millionen Menschen vor den Fernsehern, um Baerbock, Scholz und Laschet im Dreikampf zu sehen. Für das Erste bedeutete dies einen starken Marktanteil von 24,2 Prozent, das ZDF folgte mit 11,5 Prozent. Hinzu kamen Übertragungen auf Phoenix (0,4 Prozent) und Tagesschau24 (0,4 Prozent). Zusammengerechnet schaffte es das Triell also auf 36,5 Prozent Anteil am Markt.

HALLO WOCHENENDE!
Noch mehr TV- und Streaming-Tipps, Promi-Interviews und attraktive Gewinnspiele: Zum Start ins Wochenende schicken wir Ihnen jeden Freitag unseren Newsletter aus der Redaktion.

Im Vergleich zum vorausgegangenen TV-Triell, das vor zwei Wochen von RTL und ntv übertragen wurde, schnitten die Öffentlich-Rechtlich deutlich stärker ab. Wenngleich auch RTL einen Quotenerfolg verbuchte: 5,6 Millionen Interessierte schalteten zusammengerechnet ein.

Vergleicht man allerdings die Reichweite des Triells bei ARD und ZDF mit dem TV-Duell 2017 zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem damaligen Herausforderer Martin Schulz (SPD), fallen erhebliche Verluste auf: Damals schalteten 16 Millionen für die bedeutende Diskussion vor der Wahl ein, wovon neun Millionen auf die ARD und 3,72 Millionen aufs ZDF entfielen.

Doch insbesondere das jüngere Publikum zeigte sich auch dieses Jahr stark interessiert: Fast 40 Prozent Marktanteil konnte das Triell zusammengerechnet in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen verzeichnen. 2,64 Millionen Menschen dieser Altersgruppe und 29,3 Prozent Marktanteil bei den Jungen standen für das Erste zu Buche, das ZDF kam auf 10,5 Prozent.

Drittes Triell bei ProSiebenSAT.1-Sendergruppe

"Unser Ziel war ein kontroverses Streitgespräch, bei dem die Unterschiede in den Positionen deutlicher hervortreten sollten. Das ist uns gelungen", zieht "Triell"-Moderator Oliver Köhr ein positives Fazit der Sendung. "Wir konnten die Kandidat:innen bei vielen Themen aus der Reserve locken." Der ARD-Chefredakteur ist sich sicher: "Das waren 95 Minuten geballte Information." ARD-Wahl-Koordinator Rainald Becker ergänzt: "Das Triell war ein Höhepunkt unserer umfangreichen Wahlberichterstattung."

Auf Twitter erntete die Übertragung allerdings teilweise Kritik. Unter anderem kam es zu mehreren Pannen, dem Moderatorenduo Olver Köhr und Maybrit Illner wurde zudem vorgeworfen, sich gegenseitig häufiger ins Wort gefallen zu sein.

Das dritte und letzte "Triell" vor der Bundestagswahl 2021 übertragen die Sender ProSieben, SAT.1 und kabel eins am Sonntag, 19. September, 20.15 Uhr. Es modieren Linda Zervakis und Claudia Brauchitsch.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
Das könnte Sie auch interessieren