ARD-"Brennpunkt" mit Bastian Schweinsteiger und Alexander Bommes

Sieg mit Stil - Deutschland gewinnt gegen Ungarn und Schweinsteiger findet Nagelsmann-Hose "geil"

20.06.2024, 08.57 Uhr
von Martina Borgschulze

Deutschland besiegt Ungarn im zweiten Gruppenspiel mit 2:0. Bastian Schweinsteiger und Alexander Bommes analysieren das Spiel im ARD-Brennpunkt. Highlights: Musiala und Füllkrug glänzen, Trainer Nagelsmann beeindruckt modisch.

In Stuttgart scheint die Sonne. Am Spielfeldrand stehen Bastian Schweinsteiger und Alexander Bommes. "Weißt du noch, wo du bist, wie du heißt?", fragt der Bommes besorgt den Basti, wohl, weil der von Tag zu Tag von Stadion zu Stadion hüpft. Der Basti weiß es. Oder tut wenigstens so. Experte und Moderator sind jedenfalls gut gelaunt. Obwohl doch das zweite Gruppenspiel ansteht. Für Deutschland. Gegen Ungarn.

Bommes beschwört den Fluch des zweiten Spiels

Allgemein wird behauptet, im zweiten Gruppenspiel würde die DFB-Auswahl nie gewinnen. Aha. Was ist mit dem 4:2 gegen Portugal 2021? Mit dem 2:1 gegen Schweden 2018? Dem 2:1 gegen die Niederlande 2012? Ach, was sind schon Statistiken. Außer für den Bundestrainer natürlich. Der mag bekanntlich Zahlenspiele. Alexander Bommes offenbar auch, jedenfalls beharrt er auf dieser These. "Beim Skifahren ist das immer der dritte Tag. Bei Turnieren ist das für Deutschland immer das zweite Spiel." Schweinsteiger zeigt sich zutiefst irritiert: "Bei den richtigen Skifahrern geht das am dritten Tag erst richtig los. Hab ich noch nie gehört! Ich fahre am dritten Tag besser wie am ersten."

So viel zum Komparativ. Und zum Wintersport. Gekleidet sind der Bommes und der Basti heute übrigens, als wollten sie ein Cricket-Match besuchen. Vielleicht die Partie Middle Fritham gegen Nether Addlethorpe. Mit Lord Hesketh-Fortescue als Wicket-Keeper. Immer noch besser als ein Auftritt der "Three Lions".

Musiala druckreif, Füllkrug effektiv (oder effizient?)

Das Spiel kann nicht starten, weil Basti und Bommes inzwischen ehrfürchtig den Mittelkreis blockieren. Also gibt es noch ein paar Einspieler. Zum Beispiel über Jamal Musiala. Der ist nicht nur begabt, sondern auch weise. Seine Aussage "Mit viel Übung kann jeder was können" sollte man sich aufs Kissen sticken. Oder an die Wand tätowieren. Ein anderer Film erklärt den Unterschied zwischen "Effizienz" und "Effektivität". Leider ohne Kermit und Grobi aus der Sesamstraße. Dafür mit Füllkrug und Peter Schilling. Füllkrug, das soll nicht unerwähnt bleiben, hat angeblich mit einem Trainingsschuss einem Fan die Hand gebrochen. Der Mann ist im Interview sichtlich begeistert.

Das gegnerische Team wird natürlich auch noch vorgestellt. Das wird vom Italiener Marco Rossi trainiert. Der fordert in der Pressekonferenz "jeden auf, einen ungarischen Forint auf unser Team zu setzen". Wetten sind ja im italienischen Fußball eine schöne Tradition.

Bartels kann Mathe

Irgendwann wird dann doch noch angepfiffen, und um ein Haar hätte der Ungar Sallai Christoph Baumgartners Rekord für das schnellste Länderspieltor gebrochen. Kurzes Durchschnaufen in der Kommentatorenkabine, wo diesmal Tom Bartels und Almuth Schult sitzen. In der 18. Minute quengelt Bartels: "Gegen die Schotten stand es jetzt schon 2:0." Schult darauf ganz lässig: "Ich bin froh, dass es nicht 0:1 steht."

Julian Nagelsmann, das zeigt sich im Verlauf des Spiels, hat seiner Mannschaft nicht nur Taktik, sondern auch Numerologie beigebracht. Man beachte: Im ZWEITEN Spiel gewinnt die DFB-Auswahl ZWEI zu null. Und schießt dabei je ein Tor in jeder Hälfte in der ZWEIUNDZWANZIGSTEN Minute. Das ist Magie! Oder doch wenigstens höhere Mathematik. Den Rechenschieber bemüht dann auch Tom Bartels: "Mit null Punkten aus zwei Spielen wird es für die Ungarn verdammt eng."

Nagelsmann begeistert modisch

Am Ende ist Deutschland vorzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert. Klar, dass da in der Partie gegen die Schweiz ein paar Ergänzungsspieler zum Einsatz kommen werden. Bastian Schweinsteiger hat jetzt schon Mitleid mit Ex-Kollege Müller: "Thomas muss jetzt spielen im dritten Spiel. Kann sich nicht aufs Golfen konzentriere. Armer Kerl."

Nach der "Tagesschau", die sich erst gemeldet hat, als "der Basti fertig war" mit seiner Analyse, steht dann auch der Bundestrainer zum Interview bereit. Glücklich und im Trikot. Das würde schon was mit einem machen, sagt er, die ganzen Fans und die ganze Stimmung. Dann geht er quer übers Feld zu seinem Anhang. Basti schaut ihm versonnen nach. "Die kurze Hose ist geil!"


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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