Neuanfang

Lucie Hopfensack: Vom Ingenieurwesen zur Kinderdorfmutter

18.12.2024, 07.09 Uhr
von Susanne Bald

Die SWR-Dokumentation begleitet Lucie Hopfensack auf ihrem beeindruckenden Weg von der Umweltingenieurin zur Kinderdorfmutter im Albert-Schweitzer-Kinderdorf.

ARD
"Acht mal Mama – Lucies neues Leben"
Dokumentation • 18.12.2024 • 23:50 Uhr

"Heute gab es einen Grund anzustoßen bei der Einweihungsfeier im Haus 10", schrieb das Albert-Schweitzer-Kinderdorf im baden-württembergischen Waldenburg am 24. Oktober stolz bei Instagram. Der Grund ist Lucie Hopfensack. Die alleinerziehende Mutter hatte vor einiger Zeit beschlossen, ihrem Leben neuen Sinn zu geben. Die Umweltingenieurin erinnert sich liebevoll an ihre eigene behütete Kindheit zurück, eine Kindheit, wie sie vielen nicht vergönnt ist.

Daher entschied sich Lucie, etwas zurückzugeben, ihren Job aufzugeben und Mutter in einem Kinderdorf zu werden. Der erfolgreiche Abschluss ihrer Ausbildung zur Erzieherin konnte nun im Oktober im Kinderdorf gefeiert werden. Die Filmemacherin Almut Röhl und ihr Team haben Lucie Hopfensack auf ihrem ebenso mutigen wie beachtlichen Weg von der Umweltingenieurin zur Kinderdorfmutter mit der Kamera begleitet. Die SWR-Doku "Acht mal Mama – Lucies neues Leben" aus der Reihe "Echtes Leben" ist am späten Mittwochabend im Ersten zu sehen.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Idee, die unzähligen Kriegswaisen nicht in anonymen Waisenhäusern unterzubringen, sondern in eigens errichteten Kinderdörfern. Es entstanden immer mehr Pestalozzi-, SOS- und weitere Kinderdörfer, 1957 wurde das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg im Hohenlohekreis eröffnet. Heute sind die kleinen Bewohner in der Regel keine Waisen mehr, sondern Kinder, deren Eltern sich nicht (ausreichend) um sie kümmern können und die vom Jugendamt dort untergebracht werden.

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen

Das Konzept und Ziel ist es, den Kindern ein möglichst "normales", liebevolles Zuhause und Familienleben mit Eltern und Geschwistern zu ermöglichen. Auf dem 2,5 Hektar großen Gelände stehen sieben Wohnhäuser mit Gärten. Sie bilden mit der Verwaltung, einem Kindergarten, Sportplatz und weiteren Gebäuden und Einrichtungen ein Dorf mit entsprechender Gemeinschaft.

In eines dieser Häuser zieht Lucie noch während ihrer Ausbildung mit ihrer Tochter Moni ein. Zwei der sieben Kinder zwischen sieben und elf Jahren, die hier mit ihnen leben werden, sind bereits da. Lucie weiß, dass sie eine große Verantwortung tragen wird. Und natürlich stellt sie sich viele Fragen, etwa die, ob sich die neu zusammengestellte Familie verstehen wird, ob ihre leibliche Tochter akzeptiert und integriert wird, aber auch, ob sie selbst das alles stemmen kann.

Meistens ist es ein Elternpaar, das in ein Kinderhaus einzieht, doch Lucie will es als Alleinerziehende versuchen. Dabei wird sie, wie die Paare auch, von einem Team aus Pädagogen, Hauswirtschaftlern, Therapeuten und Psychologen unterstützt. Wie heißt das bekannte afrikanische Sprichwort so schön: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen!

"Acht mal Mama – Lucies neues Leben" – Mi. 18.12. – ARD: 23.50 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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