Bahn-Chef gibt Auskunft über aktuelle Projekte: "Es gibt keine alternativen Konzepte"


Fünf Monatelang wird die Riedbahn-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim gesperrt und generalsaniert. Bahn-Chef Richard Lutz erläutert im ARD Morgenmagazin die Gründe und gibt ein Weihnachtsversprechen. Pendler müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen, es wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Erhebliche Auswirkungen für Bahn-Fahrer
"Der Zustand unserer Infrastruktur ist so schlecht, dass ein Weiter-So im laufenden Betrieb nicht mehr funktioniert hat": Bahn-Chef Richard Lutz war gar nicht erst bemüht, um den heißen Brei herumzureden. Im ARD Morgenmagazin stellte er sich am Dienstag den Fragen von Moderator Till Nassif. Die Sanierungsarbeiten an der "Riedbahn"-Strecke zwischen Frankfurt am Main und Mannheim hatten am Vortag begonnen. Für Bahn-Reisende in der Region hat das erhebliche Auswirkungen.
Die Alternative zum Weiter-So ist nun die Generalsanierung mit vollständiger Sperrung der Strecke, voraussichtlich bis in den Dezember. Für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler ist in der Zwischenzeit ein Schienenersatzverkehr durch Busse eingerichtet. Alternativ können sie auf Zugstrecken über Darmstadt oder Mainz ausweichen. Das in Kauf zu nehmen, sei nötig, "damit die Strecke danach fast wie neu ist und wir über viele Jahre Baufreiheit haben", sagte Lutz in der ARD.
Richard Lutz im ARD-Moma: "Es gibt keine alternativen Konzepte"
Bei vergangenen Sanierungsarbeiten, stellte Lutz fest, habe man "immer wieder gesehen, dass die 'Riedbahn' eine wahnsinnige Ausfallkraft im negativen Sinne auf das gesamte Schienennetz in Deutschland hat". Nun soll die Strecke in einem Kraftakt grundsaniert werden, für eine "vor allem für Wachstum, Verkehrsverlagerung und hohe Betriebsqualität zuverlässige Schieneninfrastruktur." Vor dem Hintergrund des Gesamtzustands gebe es "keine alternativen Konzepte".
Das Projekt ist laut Bahn-Chef lange in Planung: "Vor etwa zweieinhalb Jahren haben wir gemeinsam mit dem Bund und mit der Branche gesagt, wir müssen es fundamental und radikal anders machen". Lutz ist sich des Rückhalts sicher. Aber auch die Bevölkerung will er auf seiner Seite wissen. "Die Menschen in diesem Land merken, dass die Bahn Teil ihrer Alltagsprobleme ist", und deshalb sei es nun richtig, anzupacken und mit der Generalsanierung "ein wichtiges Signal ist für das Land" zu setzen.
Bahn-Chef gibt Weihnachts-Versprechen
Aber es gibt auch kritische Stimmen. Moderator Till Nassif zitierte den ehemaligen Chef der Schweizer Bundesbahn Benedikt Weibel mit den Worten, die Generalsanierung sei "selbstmörderisch" und eine "Katastrophe". Lutz ist das zu wohlfeil: "Wenn ich einen Zustand der Infrastruktur hätte wie in der Schweiz, würde ich sagen, fein, klasse, dann können wir das genau so machen (wie bisher)." Er ist sich sicher: "Die Kollegen aus der Schweiz und Österreich, die im Moment dort Verantwortung tragen", stünden hinter der Vorgehensweise der Deutschen Bahn.
Um sich den Rückhalt auf Dauer zu sichern, wirbt der Top-Manager mit Transparenz und Einbindung von Anwohnerinnen und Anwohnern, Medien und Politik. "Wir laden auch alle ein, uns da zu begleiten." Lutz jedenfalls ist der Ansicht, die Bahn sei "maximal gut vorbereitet" und er beteuert, er habe "maximales Vertrauen in das Team." So gibt er auch das Versprechen: "Zu Weihnachten werden wir eine fast neue Riedbahn haben."
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH