Deshalb lehnte Heino Ferch die Rolle als „Traumschiff“-Kapitän ab
Kürzlich war Heino Ferch noch an der Seite von weiteren Schauspielgrößen wie Anja Kling, Thomas Thieme, Ulrike C. Tscharre und Jürgen Vogel im TV-Krimi „Dahlmanns letzte Bescherung“ zu sehen. In einem Interview verriet der 62-Jährige, dass er sogar die Chance hatte, als Kapitän auf dem „Traumschiff“ anzuheuern, und verriet, warum er die Rolle ablehnte.
Biografisch lag ein „Traumschiff“-Engagement eigentlich nahe
Heino Ferch zählt dank seiner Rollen in Kinofilmen wie „Comedian Harmonists“ oder „Der Untergang“ zu den gefragtesten deutschen Schauspielern. Da war es fast nur eine Frage der Zeit, bis die „Traumschiff“-Verantwortlichen ihm eine Rolle in der ZDF-Erfolgsserie anboten. Weitere Argumente finden sich in seiner Biografie. So wurde Ferch in der Hafenstadt Bremerhaven geboren und damit in einem Ort, der seit Jahren als Start und Destination für Kreuzfahrtschiffe dient. Zudem war sein Vater Walter Joachim selbst Kapitän. Heino hätte also gewissermaßen in Papas Fußstapfen treten und einen Schiffskapitän sicher glaubhaft verkörpern können.
Das falsche Genre?
Wer Heino Ferchs Karriere verfolgt, erkennt schnell, dass der Schauspieler eigentlich nicht auf ein einzelnes Genre festgelegt ist. So war er bereits in mehreren Actionfilmen, Dramen, Historienstreifen, Kinderfilmen, Komödien und Krimis in Kino und Fernsehen zu sehen. Doch selbst sieht sich Ferch (inzwischen) vor allem in einem Genre zu Hause, wie er im Interview erklärt: „Ich bin wohl eher der ´Drama-Man`.“ Mit dieser Selbsteinschätzung wäre er auf dem „Traumschiff“ – das meistens in seicht-romantischen Gewässern dahin schippert und oft an echten dramatischen Klippen großzügig vorbei navigiert – wahrscheinlich nicht optimal aufgehoben.
Kein Interesse an einer langjährigen Serienrolle?
Wer als Kapitän auf dem „Traumschiff“ anheuert, entscheidet sich für ein langfristiges Engagement. Dass Heino Ferch sich nicht über derart lange Zeiträume festlegen möchte, lässt sich aus einer Absage bezüglich einer weiteren ikonischen TV-Rolle ableiten: „Es gab auch immer mal Angebote für einen ´Tatort`-Kommissar. Zu den Zeiten, als mir das angeboten wurde, hatte ich nie das Bedürfnis, mich auf ein Format festzulegen.“
Zwar spielt Heino Ferch als SOKO-Chef Ingo Thiel in der gleichnamigen Serie einen Ermittler. Hier entstanden in acht Jahren aber gerade einmal sieben Folgen, sodass dem Schauspieler reichlich Freiraum blieb. Für „Das Traumschiff“ hätte er hingegen mehrere Folgen pro Jahr in Kapitänsuniform abdrehen müssen. Dementsprechend erklärte Ferch diesbezüglich: „Man ist damit doch relativ festgelegt.“ Sein Motto musste daher konsequenterweise lauten: künstlerische Freiheit statt Kapitänsstreifen.
Fehlte es der Anfrage an Bestimmtheit?
Wer in Heino Ferchs Interview zwischen den Zeilen liest, kann den Eindruck erhalten, dass die Rollenanfrage energischer hätte ausfallen müssen, um wirklich Erfolg zu haben. So verriet der Schauspieler: „Man hat mich zwar zaghaft gefragt, ob man mir den Kapitän anbieten darf.“ Diese Zaghaftigkeit scheint Ferch gestört zu haben.
Denn das dürfte ihm den Eindruck vermittelt haben, als wollten ihn die Verantwortlichen nicht unbedingt für die avisierte Rolle. Der deutsche Schauspieler geht im Vergleich dazu bei seiner Rollenwahl entschiedener vor, wie er verriet: „Wie alle Regisseure sucht man letztlich immer genau das Team, mit dem man gerne zusammenarbeitet.“ Wichtig ist ihm bei der Vorauswahl seiner Projekte zudem ein Faktor: „Das Buch muss einen packen.“ Vielleicht hat ein mögliches „Traumschiff“-Engagement auch hier Schiffbruch erlitten...
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