Geheimagentin Jolie: Das doppelte Spiel in "Salt" im FreeTV
Eine Frau in Bedrängnis: Nur ein Agentenaustausch kann die geschundene Evelyn Salt aus der nordkoreanischen Folterhaft befreien. Zu verdanken hat sie diese Rettung in letzter Minute ihrem geliebten Ehemann, der alle Hebel in Bewegung setzte, als er herausfand, was mit der vermeintlichen Geschäftsfrau auf Asienreise geschehen ist. Das allein wäre ausreichend Erzählstoff für ein abendfüllendes Drama. Im Agententhriller "Salt" (Mittwoch, 1. Juli, 23.10 Uhr, ZDFneo) reicht das jedoch nur für die ersten dreieinhalb Minuten. Angelina Jolie hatte nach einigen erfolgreichen Action-Extravaganzen offenbar Gefallen an Spionagemythen gefunden und kehrte nach ihrer Babypause im Jahr 2010 als ebenso elegante wie widerstandsfähige Top-Späherin der CIA zurück.
Gemeinsam mit ihrem langjährigen Mitstreiter Ted (Liev Schreiber) gehört Evelyn Salt (Jolie) zu den wichtigsten Einsatzkräften des US-Geheimdienstes. Verliebt hat sie sich jedoch in den deutschen Arachnologen Michael Krause (August Diehl), dessen hingebungsvollen Blick nichts trüben kann – auch nicht, als er von der wahren Berufung seiner Frau und ihren dunklen Geheimnissen erfährt. Doch dann gerät Salt zwischen die Fronten, als aus heiterem Himmel ein russischer Überläufer auftaucht, der sie als angebliche landsmännische Spionin entlarvt.
Keine Minute Langeweile
Ob die taffe CIA-Agentin Salt nun ein doppeltes oder gar dreifaches Spiel spielt: Dass sich weit mehr hinter der makellosen Fassade der Agentin mit dem würzigen Namen versteckt, als selbst der Zuschauer vermutet, ist die Leitidee dieses ansonsten überraschend altmodischen Krimis. Knapp 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ließen Genre-Regisseur Phillip Noyce ("Der stille Amerikaner") und Autor Kurt Wimmer ("Die Thomas Crown Affäre") die Hochzeit der Spionage zwischen Russland und den USA wieder aufleben und beschwörten alte Mythen: Top-Agentin Salt soll eine Doppelagentin sein, als Kind vom russischen Geheimdienst zu einer sogenannten Schläferin trainiert, um eines Tages in den USA Anschläge zu verüben. Jolies sportlicher und ohne Längen inszenierter Schlagabtausch langweilt in keiner einzigen Minute.
Dabei war Angelina Jolie nicht die erste Wahl: Regisseur Phillip Noyce wollte die Hauptrolle – damals noch als "Edwin A. Salt" angelegt – mit Tom Cruise besetzen. Dieser lehnte aus Termingründen ab, zudem erinnerte ihn die Figur zu sehr an seinen "Mission: Impossible"-Charakter Ethan Hunt. Erst auf Vorschlag von Columbia-Managerin Amy Pascal kam Jolie ins Spiel, woraufhin das Skript eigens für sie umgeschrieben und die Hauptfigur in "Evelyn Salt" umbenannt wurde.
Du willst keine News mehr verpassen? Auf unserem WhatsApp-Kanal informieren wir dich über die Top-News aus der TV- und Streamingwelt!
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH