Wissenschaftsjournalist

Harald Lesch: "Das Tempolimit ist keine Freiheitseinschränkung"

08.11.2021, 16.12 Uhr

Über wenige Themen wird in Deutschland so kontrovers diskutiert wie über das Tempolimit. Harald Lesch hat dazu eine klare Meinung.

Die Diskussion um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen sorgt seit Jahren für heiße Diskussionen. Während Autoindustrie und Tempoenthusiasten sich gegen eine Einschränkung aussprechen, wirbt die Wissenschaft seit Jahren für das Tempolimit – Stichwort CO2-Reduktion. Auch "Terra X"-Moderator und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch machte nun einmal mehr deutlich, welche Signalwirkung ein Tempolimit im Kampf gegen die Klimakrise haben könnte. Nachdem der 61-Jährige jüngst in einer Talkshow ein generelles Tempolimit gefordert hatte, legte Lesch im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau nun nach.

"Das Tempolimit ist keine Freiheitseinschränkung, die Leute können sich ja immer noch frei bewegen", machte der Wissenschaftler deutlich. In anderen Ländern sei das Tempolimit längst normal. Es sei "die einfachste Form der CO2-Reduktion". Laut Lesch müsse man dafür nichts tun – "es muss nur langsamer gefahren werden". Auf der Klimabilanz würde sich dieser Effekt deutlich wahrnehmbar niederschlagen, wie der "Terra X"-Moderator erläuterte: "Dabei spart man zwei Millionen Tonnen CO2. Nicht schlecht, Herr Specht."

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Dennoch räumte Harald Lesch ein, dass eine Regulierung des Fahrttempos auf Autobahnen keineswegs alleine das Klima retten könne. "Das Tempolimit ist rein symbolisch", sagte er. "Aber die Regierung würde damit zeigen, dass sie ihren Beitrag leisten will."

Zur genaueren Erklärung seiner Sichtweise griff Lesch zu einem Vergleich: "Wenn man das Tempolimit nicht einführt, weil es symbolisch sei, dann kann ich auch zum Finanzminister gehen und sagen: Meine Steuern leisten auch keinen großen Beitrag pro Jahr – dann brauch ich ja nicht mehr zahlen, oder?


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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