Kein Geld für "Immer wieder sonntags": Das hat die ARD stattdessen vor
Diese Nachricht trifft viele Schlagerfans hart: Die ARD beendet „Immer wieder sonntags“. Bemerkenswert: Die Hintergründe haben nichts mit gesunkenen Zuschauerzahlen zu tun – ganz im Gegenteil. Die Entscheidung fiel einerseits aus Kostengründen und andererseits aufgrund einer strategischen Neuausrichtung zu digitalen Formaten und somit einer jüngeren Zielgruppe.
Der federführende SWR rechtfertigt das Aus offen mit der schlechten wirtschaftlichen Lage des Senders. Ein Teil der bislang eingesetzten Mittel soll künftig eingespart, ein anderer Teil in neue digitale Unterhaltungsangebote investiert werden. Klassische, lineare Live-Unterhaltung am Sonntagvormittag passt offenbar nicht mehr in die Planung.
Letzte Staffel „Immer wieder sonntags“ 2026: Noch einmal 12 reguläre Sendungen aus Rust
Gänzlich abrupt wird die Show jedoch nicht abgesetzt. Für den Sommer 2026 ist eine finale Staffel geplant. Ab dem 13. Mai sollen noch einmal zwölf reguläre Live-Ausgaben laufen. Hinzu kommen am 6. September eine Extra-Ausgabe sowie am 13. September eine Best-of-Show.
Danach ist allerdings endgültig Schluss. Ab 2027 wird die Sendung nicht mehr fortgeführt. Ein Nachfolgeformat für den Sendeplatz ist nach aktuellem Informationsstand nicht vorgesehen.
SWR spricht von „schmerzhafter Entscheidung“
SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler (54) nennt das Ende eine „schmerzhafte Entscheidung“, die man „sehr sorgfältig abgewogen“ habe. Besonders interessant: Er betont ausdrücklich, dass „angesichts des großen Erfolges“ des Formates dem Sender dennoch keine andere Wahl bliebe.
Die offizielle Linie ist damit klar: Nicht mangelnde Popularität, sondern Kosten, Sparzwang und strategische Überlegungen haben den Ausschlag gegeben. „Immer wieder sonntags“ wird demnach also nicht abgesetzt, weil es kein Publikum mehr findet, sondern weil es zu teuer geworden ist.
Stefan Mross bleibt vorsichtig – und kämpferisch
Moderator Stefan Mross (50) äußert sich bislang zurückhaltend. Er sagt, er wolle sich zu dieser Entscheidung nicht äußern und dürfe es auch nicht. Gleichzeitig macht er deutlich, dass ihn das Ende nicht überraschend getroffen hätte. Sinngemäß erklärt er, es sei nicht so, dass er „nächste Woche von heute auf morgen“ seine Sendung verloren habe.
Man müsse nach Vorne blicken und positiv denken. Auch in diesem Zusammenhang fällt auf, dass Mross mehrfach auf die starke Fanbindung verweist und darauf, dass die Quoten die Show zu einer der erfolgreichsten am Markt machen. Für die erste Sendung am 31. Mai kündigt er an, sich detaillierter äußern zu wollen.
Seit 1995 fester Sommerbestandteil im Ersten
„Immer wieder sonntags“ startete am 11. Juni 1995. Zunächst moderierte Max Schautzer (†84) die Sendung, die anfangs noch von wechselnden Orten aus gesendet wurde. Seit 1998 ist der Europa-Park in Rust der feste Austragungsort der Show. Ein wichtiges Detail, das entscheidend zum Wiedererkennungswert beigetragen hat.
2004 übernahm kurzzeitig Sebastian Deyle (48), bevor 2005 Stefan Mross zum Gastgeber wurde. Dieser Wechsel gilt als Wendepunkt: Die Quoten zogen wieder an, das Konzept wurde stärker auf Live-Unterhaltung, Publikumsnähe und sommerliche Stimmung ausgerichtet. Über Jahrzehnte entwickelte sich die Sendung zu einer der langlebigsten Musikshows im Ersten mit mehreren hundert ausgestrahlten Folgen.
Ein ebenso einfaches wie erfolgreiches Konzept
Schlager- und Volksmusik, viele prominente Gäste, Mitmach-Aktionen wie die Sommerhitparade und die besondere Live-Atmosphäre unter freiem Himmel waren die Zutaten dieses Erfolgsrezeptes. Darüber hinaus verband der feste Standort im Europa-Park Rust die Sendung eng mit einem allgemeinen Sommer- und Familiengefühl.
Für viele Zuschauer war der Sonntagvormittag im Sommer fest mit „Immer wieder sonntags“ verbunden. Die Show bot etablierten Stars und Nachwuchskünstlern gleichermaßen eine Bühne, wodurch sie über Jahre hinweg für ein breites Publikum relevant blieb.
Trotz Petitionen von Zuschauern – Entscheidung steht fest
Berichten zufolge gibt es bereits Petitionen von Zuschauern, die den Erhalt der Sendung fordern. In der öffentlichen Wahrnehmung bedeutet das Aus einer traditionsreichen Unterhaltungssendung einen deutlichen Einschnitt. Nach dem aktuellen Stand steht die Entscheidung nichtsdestotrotz fest. Die letzte Staffel 2026 wird den endgültigen Abschied einleiten.
Was die ARD stattdessen plant
Ein direktes Nachfolgeformat für den Sonntagvormittag wurde bislang nicht angekündigt. Stattdessen spricht die ARD davon, die freiwerdenden Mittel teilweise einzusparen und teilweise in neue digitale Unterhaltungsformate zu investieren. Diese sollen stärker auf die ARD-Mediathek und veränderte Sehgewohnheiten ausgerichtet sein und ein jüngeres Publikum ansprechen.
Für den klassischen Live-Slot am Sonntagvormittag ist somit zunächst keine neue feste Show vorgesehen. Der bekannte Sendeplatz verliert damit eine seiner prägendsten Sendungen. Was dort künftig zu sehen sein wird, ist völlig offen.
Für Stefan Mross endet eine Ära – wie es bei ihm weitergeht, ist unklar
Über Pläne für ein neues ARD-Format mit Stefan Mross ist aktuell nichts bekannt. Er selbst betont, er habe „eine tolle Zeit“ gehabt und konzentriere sich ganz auf die verbleibenden Sendungen.
Ob er künftig als Moderator oder Sänger in einem anderen Format zurückkehren wird, ist ungewiss. Fest steht nur: Mit dem Ende von „Immer wieder sonntags“ endet nach über 20 Jahren auch mit ihm eine feste Größe im ARD-Sommerprogramm.
Kult-Show endet nicht wegen Misserfolg – sondern wegen Kosten
Unterm Strich bleibt das Ungewöhnlichste an dieser Nachricht, dass eine Kultsendung mit treuem Publikum, stabilen Quoten und hoher Bekanntheit eingestellt wird – nicht, weil sie gescheitert ist, sondern weil sie schlicht nicht mehr in die finanzielle und strategische Planung des Senders passt.
Der Sommer 2026 wird damit zu einem langen Abschied von einer Sendung, die seit 1995 für viele Zuschauer fest zum Sonntag gehörte.
Du willst keine News mehr verpassen? Auf unserem WhatsApp-Kanal informieren wir dich über die Top-News aus der TV- und Streamingwelt!