George A. Romero

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Regisseur George A. Romero
George Andrew Romero
Geboren: 04.02.1940 in New York, USA

Pittsburgh 1968. Nach mehrjähriger Arbeit stellt ein völlig unbekannter junger Mann einen Horrorfilm vor, der Geschichte macht: "The Night of the Flesh Eaters". Die Produktionsgruppe Image Ten war eine Freundesgruppe, die die Arbeit von George A. Romeros unterstützt. Das Filmmaterial ist grobkörnig, schwarzweiß, die Darsteller kommen von kleinen Bühnen. Ein Jahr später - eine Verleihfirma hat den Film unter dem Titel "The Night of the Living Death" ("Die Nacht der lebenden Toten") ins Kino gebracht - ist das ein Geheimtipp der Undergrund-Szene und wird oft als eine Cinema-Version eines Alptraums bezeichnet. Fünf Jahre später entsteht der realistische Horror-Farbfilm "Crazies", 1976 "Martin", 1977 der erste "Zombie"-Film.

Am Carnegie-Mellon Institute studiert George A. Romero Kunst, Theater und Design. Dann experimentiert er in seiner Heimatstadt vor sich hin. Selten hat ein kommerzieller Erfolgsfilmer seiner Heimatregion so sehr die Treue bewahrt wie Romero. Angeregt durch Michael Powell und Emeric Pressburger's "Hoffmanns Erzählungen" von 1951 dreht er 8-mm-Kurzfilme und bizarre Werbespots, bevor er das Drehbuch für "Die Nacht der lebenden Toten", seinen ersten langen Spielfilm, eine Low-Budget-Produktion schreibt. Ein junger Mann wird auf einem abgelegenen Friedhof von einem alten Mann gebissen und in einen Zombie verwandelt, der später seine eigene Schwester verspeist, ein Kind, das in einen Zombie verwandelt wird isst seine eigene Mutter: "Die kannibalistischen Monstren sind Metapher für ein sich selbst vernichtendes System" schreibt Norbert Stresau in seinem Buch über den Horor-Film.

Romeros Film ist hintergründig und voller Zeit-Zitate aus dem Amerika des Vietnam-Desasters und bezieht seinen Reiz aus dem suggestiven Schrecken und der Aura der Hoffnungslosigkeit. Auch die folgenden Filme sind alles andere als simple Horrorfilme: Immer engagiert sich Romero gegen sozialpolitische Resentiments: Er verhält sich eindeutig pro-feministisch, ist tolerant gegenüber Homosexuellen, ein Gegner des Machismo, skeptisch gegenüber dem Kapitalismus und die Quelle der Gewalt sieht er nicht selten in der konservativen, bürgerlichen Familie. Mit weißen Schutzanzügen und Gasmasken über dem Gesicht kommen eines Nachts die "Befreier" in eine amerikanische Kleinstadt: Die Militärs haben ein ganzes Lebensgebiet abgeriegelt, ein abgestürtes Flugzeug - so heißt es - enthielt ein gefährliches Nervengas aus dem Programm der biologischen Kriegsführung. Wissenschaftler arbeiten fieberhaft, doch man bekommt den Virus "Trxie" nicht in den Griff.

Durch Wasserverseuchung werden Menschen reihenweise krank und diese Krankheit hat ganz fürchterliche Ausmaße: Der Mensch verliert die Kontrolle über sein Handeln. Eine friedliche Oma erdolcht einen jungen Mann mit der Stricknadel, ein Vater vergewaltigt seine Tochter, Menschen drehen durch, werden ganz einfach verrückt: Trixie zerstört das Gehirn. Die einen sterben, die anderen morden. Es gibt keinen Ausweg, niemand kommt da heraus. Romero verliert sich in "Crazies" nicht in effektvollen Horrorszenen und bleibt durch die Position des Erzählers in einer eindeutigen Distanz. "Martin" ist ähnlich konsequent. Der aus Europa stammende junge Mann führt in Pittsburgh ein unauffälliges Leben. Doch manchmal betäubt er Frauen, verletzt sie mit einem Rasiermesser, trinkt ihr Blut. Sein Vetter ist davon überzeugt, dass Martin ein Vampir ist, und bereitet einen Exorzismus vor. Über das Radio erklärt Martin, er sei nicht krank, sondern besessen. Gerade hier entlarvt die Gegenüberstellung von äußerlicher und verinnerlichter Gewalt die Geisteshaltung von Amerikas schweigender Mehrheit.

Die späteren Filme des Regisseurs ersetzen die frühere Subtilität durch drastische Vergröberung schon früher definierter Motive. Weder "Zombie" noch der Film "Knightriders" (1980), der den Motorradkult mit der Artus-Legende verknüpft sowie der Episodenfilm "Creepshow" (1982) vermögen trotz Selbstironie nicht, die plakative Brutalität zu kompensieren. 1990 entstand ein interessantes Projekt "Two Evil Eyes", in dem Romero und sein italienischer Freund und Kollege Dario Argento jeweils eine Edgar-Allen-Poe-Novelle inszenierten. Der Film wurde anfangs nur in Europa gezeigt. 1993 dreht Romero eine Stephen-King-Story "Stephen King's Stark" mit Timothy Hutton in der Hauptrolle. 2004 kehrte Romero mit seiner Regiearbeit "Land of the Dead" zu seinen Anfängen zurück. Das gilt auch für "Survival of the Dead" (2009).


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