Harold Becker

Harold Becker inszeniert meist Thriller Vergrößern
Harold Becker inszeniert meist Thriller
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Harold Becker
Geboren: 25.09.1928 in New York, USA

Harold Becker zählt nicht zu denen, die ihre Filme am Fließband produzieren. Oft liegen mehrere Jahre Pause zwischen seinen Werken. Trotzdem erheben sie sich selten über Mittelmaß, was besonders für seine letzten Filme gilt. Becker drehte zunächst TV-Werbung, später Dokumentarfilme. Seinen ersten Spielfilm, "The Ragman's Daughter" nach Alan Sillitoe, inszenierte er 1972. Da allerdings größtenteils unverdiente Missachtung sein Lohn war, dauerte es sieben Jahre, bis Becker sich an seine zweite Regiearbeit wagte.

"Mord am Zwiebelfeld" (1979) mit James Woods war ein größtenteils packender Kriminalfilm nach einem authentischen Fall aus dem Jahr 1963. Zwei Kleinganoven sind mit dem Auto unterwegs. Sie werden von zwei Polizisten bei einer Routinekontrolle angehalten, und dabei verlieren sie die Nerven. Einen der beiden Polizisten erschießen sie, der andere kann entkommen. Die Täter sind schnell gefasst und werden zum Tode verurteilt. Doch einer von ihnen eignet sich im Gefängnis juristisches Fachwissen an und erreicht die Aufschiebung. Das Drehbuch schrieb der in den Siebzigerjahren recht erfolgreiche Krimi-Autor Joseph Wambaugh ("Die Chorknaben") und lieh sich dabei einige Motive bei Truman Capotes "Kaltblütig".

Auch "Nieten unter sich" (1979), eine Art romantischer Krimi-Komödie mit Paula Prentiss und Harry Dean Stanton, basierte auf einem Wambaugh-Drehbuch. In "Die Kadetten von Bunker Hill" (1981) mit George C. Scott und Timothy Hutton soll eine Militärakademie geschlossen werden. Die Kadetten verdrießt das, also besetzen sie die Schule und kämpfen für ihren Fortbestand. "Ein befremdlicher Film, der den neuen amerikanischen Patriotismus und Militarismus widerspiegelt und seine harmlose Kritik statt am System nur an Einzelpersonen dingfest macht." (Rainer Casper)

Eine Sportkomödie war "Crazy for you" (1985): Ein 20-jähriger Highschool-Schüler wird Ringer-Champion. Die Hauptrollen spielten Matthew Modine und Linda Fiorentino. "Der Preis des Erfolges" (1988) erzählt vom Aufstieg und Fall eines dauerkoksenden Immobilienhais und zeigte James Woods in einer seiner zahlreichen Psychopathen-Rollen. Viele Kritiker halten "Sea of Love - Melodie des Todes" (1989) mit Al Pacino und Ellen Barkin für Beckers besten Film. Ein Polizist in schwerer Midlife-Crisis ermittelt in einer Mordserie und verliebt sich ausgerechnet in die Hauptverdächtige. Der erotische Thriller fand vor allem seiner Darsteller wegen die Zustimmung der Kritik.

"Malice - Eine Intrige" (1993) war ein typischer Thriller der Neunzigerjahre, kompliziert konstruiert und nicht immer logisch, aber unter der glatten Oberfläche durchaus unterhaltsam. In den Hauptrollen: Nicole Kidman, Bill Pullman und Alec Baldwin. In dem mittelmäßigen Polit-Thriller "City Hall" (1996) arbeitete Becker wieder mit Al Pacino zusammen. Der spielte einen beliebten und im Schleimen sehr versierten New Yorker Bürgermeister, der Dreck am Stecken hat. In weiteren Rollen: Bridget Fonda, John Cusack, Danny Aiello und Martin Landau.

Ein umständlich erzählter und schlecht geschriebener Thriller war "Das Mercury Puzzle" (1998) mit Bruce Willis. Ein harter Polizist mit Trauma hat einen autistischen Jungen am Hals, der zufällig einen wichtigen Code der Regierung geknackt hat. Von Glaubwürdigkeit keine Spur - nur einer der zahlreichen Schrottfilme von Bruce Willis. Und auch mit dem Thriller "Tödliches Vertrauen" (2001) konnte Harold Becker nicht an die Qualität früherer Regieleistungen anknüpfen.


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