René Clément

Lesermeinung
Geboren
18.03.1913 in Bordeaux, Frankreich
Gestorben
17.03.1996 in Monte Carlo, Fürstentum Monaco
Sternzeichen
Biografie
Juni 1940. Auf einer Landstraße südlich von Paris begegnet die fünfjährige Paulette erstmals dem Tod. Im Bombenhagel stirbt die Mutter. Doch der Tod ihres kleinen Hündchens schmerzt das Kind mehr. Von der Familie des gleichaltrigen Bauernjungen Michel aufgenommen, spielen die Kinder ein makabres Spiel: von überall tragen sie tote Tiere zusammen, begraben sie, klauen Kreuze und Kränze vom Friedhof. Die Erwachsenen reagieren böse: Paulette kommt in ein Fürsorgeheim, die Kinder haben gegen die Ordnung verstoßen.

"Verbotene Spiele" von 1951 ist einer der aufregendsten Filme des Franzosen René Clément. "Ich will nicht Schrecken verbreiten, nur Erschütterung wachrufen. Lassen wir es nie wieder dazu kommen, daß Kinder in ihren Spielen dem Tod näher sind als dem Leben." sagt der Regisseur damals. Mit seinem Debütfilm "Schienenschlacht" schreibt Clément schon 1945 Filmgeschichte. Ehemalige Widerstandskämpfer spielen vor der Kamera noch einmal ihre Erlebnisse nach. Französische Eisenbahner, Streckenarbeiter, ein Lokführer erheben sich gegen das sich über Europa ausbreitende Hitler-Regime, ein dokumentarischer Spielfilm von seltener Kraft.

Allein für diese beiden Filme gebührt René Clément ein Platz im Filmolymp. Dabei hat der junge Südfranzose ursprünglich andere Berufsabsichten. Doch schon während eines Architekturstudiums interessiert er sich als Amateurfilmer für das Medium, arbeitet später in verschiedenen Studios als Kameramann und Regieassistent, gibt spät erst sein Studium ganz auf und dreht Kurzfilme.

Mit "Schienenschlacht" wird er damals 32-jährige über Nacht berühmt. Er erhält zahlreiche Angebote, bleibt aber von Beginn an wählerisch. Faschismus und Krieg sind häufig Hintergrund seiner Filmgeschichten, so im "Boot der Verdammten" von 1949, "Nacht der Erfüllung" (1962) und "Brennt Paris?" (1965). Doch er bleibt nicht bei einem Genre: 1954 entsteht mit Gérard Philipe in der Hauptrolle die Komödie "Liebling der Frauen", Maria Schell spielt die Titelrolle in der Zola-Verfilmung "Gervaise" (1956) und 1959 entsteht mit der Patricia-Highsmith-Verfilmung "Nur die Sonne war Zeuge" einer seiner erfolgreichsten Filme. Alain Delon, Marie Laforêt und Maurice Ronet sind die Hauptdarsteller und mit Delon dreht er noch zwei weitere Filme: die Anarchistenkomödie "Halt mal die Bombe, Liebling" (1960) und den Kriminalfilm "Wie Raubkatzen" (1963).

Dunkle Melodramen mit kriminalistischem Einschlag wie "Der aus dem Regen kam" (1969) mit Charles Bronson, "Das Haus unter den Bäumen" (1971) und "Treibjagd" (1972) leben - wie alle seine Filme - vom Gefühl für Atmosphäre, für die Auswahl der richtigen Typen und seiner Vorliebe für leise Töne. Auch wenn gelegentlich das Geheimnisvolle ins Schreckliche wechselt, so geschieht das nie abrupt, immer vermeidet Clément das Grelle. Im Alter von 80 Jahren stirbt er in seiner südfranzösischen Heimat.

Weitere Filme von René Clément: "Achte auf deine Linke" (1936), "L' Arabie interdite" (1937), "La grande chartreuse" (1938), "Paris la nuit" (1939), "La bièvre, fille perdue" (1939), "Le Triage" (1940), "Toulouse" (1940), "Ceux du rail" (1942), "La grande pastorale" (1943), "On demande une brute" (1943, Regieassistent), "Paris sous la botte" (1944), "Chefs de demain" (1944), "Le père tranquille" (1946), "Die Mauern von Malapaga" (1948), "Le château de verre" (1950), "Jeux interdits" (1952), "Heiße Küste" (1958), "Das ganz große Ding" (1975).

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