Sidney Poitier

Sidney Poitier
Geboren: 20.02.1927 in Miami, Florida, USA
Sternzeichen: Fische

Eine seiner bekannten und beliebtesten Rollen ist die des Detektivs Virgil Tibbs in "In der Hitze der Nacht" und den Folgefilmen ("Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs" 1969; "Die Organisation" 1971): Poitiers Gegenspieler ist jeweils Rod Steiger. Der fanatisch-bornierte Polizeichef aus Sparta und der versierte Detektiv aus Philadelphia, die in einem Mordfall zusammenarbeiten müssen, empfinden von der ersten Sekunde an eine unüberwindliche Abneigung gegeneinander. Aber sie lernen diese allmählich zu überwinden, beginnen sich gegenseitig zu achten und schließlich sogar zu schätzen. Dieses Spannungsverhältnis ist eines der wesentlichen Elemente des von Norman Jewison inszenierten eindrucksvollen Films und der Konflikt wird von den beiden Hauptdarstellern glaubhaft und packend dargestellt. Es ist der Kampf gegen die rassischen Vorurteile, der den Tenor dieses Films bestimmt.

Sidney Poitier hatte keine leichte Kindheit und Jugend. Sein Vater war ein kleiner Farmer auf den Bahamas und sein bescheidenes Einkommen reichte kaum dazu aus, um Frau und acht Kinder zu ernähren. Erst als Elfjähriger konnte Sidney die Schule besuchen, muss sie aber zwei Jahre später wieder verlassen, als der Vater die Farm nicht mehr halten konnte. Mit Gelegenheitsjobs schlug er sich in den folgenden Jahren durch und meldete sich als 18-Jähriger freiwillig zur US-Armee. Die High School hat man ihm angedichtet: Sidney ist ein Autodidakt, ehrgeizig, besessen.

Nach der Entlassung aus der Armee bewarb er sich als Schauspieler beim American Negro Theatre in New York. Er fiel jedoch beim Vorsprechen durch und arbeitete zunächst als Kulissenschieber und Pförtner. Schließlich übertrug man ihm kleinere Rollen. In einer von ihnen wurde er von einem der Regisseure entdeckt, der ihm sein erstes Broadway-Engagement verschaffte. Poitier spielte den Polydorus in "Lysistrata", ging mit der erfolgreichen "Anna Lucasta" auf Tournee und wurde innerhalb kurzer Zeit bekannt.

1949 gab Sidney Poitier in der Joseph L. Mankiewicz-Inszenierung "Der Hass ist blind" ("No Way Out"), einem Film gegen den Rassenhass, sein Debüt auf der Leinwand. Vorher war er nur in einem Dokumentarfilm des US Army Signal Corps aufgetreten. Der bedeutende und viel diskutierte Richard-Brooks-Film "Die Saat der Gewalt" ("Blackboard Jungle", 1955) machte ihn sechs Jahre später zum weltbekannten Star.

Poitier spielt den aufsässigen Schüler Gregory Miller, der seinem neuen Lehrer, Glenn Ford, das Leben schwer macht. 1956 entsteht Martin Ritts "Ein Mann besiegt die Angst" ("Edge of the City"), in dem Poitier als junger Gangster von seinem rassistischen Kumpel halb totgeschlagen wird und von einem anderen - gespielt von John Cassavetes - gerettet wird.

1958 erhielt Poitier für seine Rolle in Stanley Kramers "Flucht in Ketten" ("The Defiant Ones") auf den Berliner Filmfestspielen den Darstellerpreis. Für die Rolle des Kettensträflings Noah Cullen wurde er auch für den Oscar nominiert. Poitier ist ein sehr engagierter Schauspieler. Fast alle Produktionen, in denen er mitwirkt, sind thematisch bemerkenswert oder bieten schauspielerische Herausforderungen: Das gilt für "Porgy und Bess" (1959) von Otto Preminger wie für den angelikanischen Priester in Südafrika in Zoltan Kordas "Denn sie sollen getröstet werden" oder "Flammen über Afrika", "Ein Fleck in der Sonne" oder "Lilien auf dem Felde". Für seine Darstellung des Handwerkers Homer Smith in Ralph Nelsons "Lilien auf dem Felde" (1962) erhielt er schließlich den Oscar und den Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele.

Eine der wunderschönsten seiner Rollen spielt er in Stanley Kramers "Rat mal, wer zum Essen kommt" (1967): Vater Spencer Tracy und Mutter Katharine Hepburn sind erstaunt und verwirrt, als der Verlobte ihrer Tochter - Katherine Houghton - erscheint: Es ist Sidney Poitier, und dass der Schwiegersohn in Spe ein Farbiger ist, schafft schon einige Verwirrung. 1971 inszenierte Poitier seinen ersten Film "Der Weg der Verdammten" ("Buck and the Preacher"), in dem er erstmals gemeinsam mit Harry Belafonte vor der Kamera stand. In den Jahren 1975-87 war er ausschließlich als Regisseur tätig. Erst 1988 kehrte er in Roger Spottiswoodes "Mörderischer Vorsprung" ("Shoot to Kill") und Richard Benjamins "Little Nikita" auf die Leinwand zurück.

1992 folgte die Rolle des Crease in Phil Alden Robinsons Computer-Thriller "Sneakers - Die Lautlosen". 1996/97 entstand der Fernsehfilm "Mandela and De Klerk", in dem Poitier den Freiheitskämpfer spielt. 1997 war er als FBI-Agent in Michael Caton-Jones' "Der Schakal" zu sehen. Bereits 1992 erhielt er den Life Achievment Award des Amerikanischen Filminstituts. Begeisterte Kritiker haben Sidney Poitier immer wieder als "den Negerschauspieler" des internationalen Films bezeichnet. Poitier selbst ist über diese Klassifizierung nicht glücklich. "In ihr liegt eine Begrenzung, eine Einengung aus der ich mich freizumachen versuche." 2002 wurde der große Schauspieler mit dem Irving G. Thalberg Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Weitere Filme mit Sidney Poitier: "Denn sie sollen getröstet werden" (1951), "Weint um die Verdammten" (1957), "Paris Blues" (1960), "Die größte Geschichte aller Zeiten", "Raubzug der Wikinger" (beide 1963), "Duell in Diablo", "Stimme am Telefon", "Zwischenfall im Atlantik" (alle 1965), "Träumende Lippen" (1966), "Es führt kein Weg zurück" (1969), "Samstagnacht im Viertel der Schwarzen" (Regie), "Die Wilby-Verschwörung" (beide 1974), "Dreh'n wir noch'n Ding" (1975, auch Regie), "Ausgetrickst" (1977, auch Regie), "Zwei wahnsinnig starke Typen" (1980, Regie), "Der Geisterflieger" (1981, Regie), "Fast Forward - Sie kannten nur ein Ziel" (1984, Regie), "Spencer Tracy: Ein Porträt von Katharine Hepburn" (1986), "Mörderischer Vorsprung" (1987), "Ghost Dad - Nachricht von Papa" (1990, Regie), "To Sir With Love" (1996), "Ein wahres Verbrechen" (1998), "Arche Noah - Das größte Abenteuer der Menschheit", "Das Leben ist was Wunderbares" und "Free of Eden" (alle 1999), "Sing Your Song" (Dokumentarfilm, 2011).


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