Blade Runner 2049
01.08.2021 • 20:15 - 23:25 Uhr
Spielfilm, Sci-Fi-Film
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Blade Runner 2049
Produktionsland
USA, GB, E, H, CDN
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 05. Oktober 2017
Spielfilm, Sci-Fi-Film

Fragen nach dem Menschsein

Von Christopher Diekhaus

Die Fortsetzung zu Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker von 1982 liefert dank Oscar-Gewinner Roger Deakins atemberaubende und stimmungsvolle Bilder.

Er war Han Solo in den "Star Wars"-Filmen und der Abenteurer "India Jones". Fragt man eingefleischte Cineasten nach der wichtigsten Rolle, die Harrison Ford je spielte, werden viele aber an Rick Deckard aus "Blade Runner" denken. Hier profilierte sich Ford erst als Charakterdarsteller – in einem Film, der das Science-Fiction-Genre nach seinem Erscheinen im Jahr 1982 nur langsam, dafür aber nachhaltig revolutionierte. Da war es wohl eine Art Herzensangelegenheit, dass der Star 2017 auch in der Fortsetzung des Kult-Werks wieder vor die Kamera trat. Mit dem Kanadier Denis Villeneuve ("Sicario") fand sich ein jüngerer Filmemacher, dem es an visionärer Kraft nicht mangelt. Zeigte das Ursprungswerk eine düstere, regenverhangene Zukunft im Jahr 2019, springt Villeneuves Fortsetzung "Blade Runner 2049", die nun auf RTL wiederholt wird, drei Dekaden weiter.

Immer noch präsentiert sich Los Angeles als übervölkerter, multi-ethnischer Moloch, der von finsteren Häuserschluchten und gigantischen Werbeflächen dominiert wird. Eine wenig lebenswerte Stadt, in der der Polizeibeamte K (Ryan Gosling), ein sogenannter Blade Runner, alte Replikanten jagt – künstliche Menschen, die schon vor langer Zeit aus dem Verkehr gezogen werden sollten, sich aber rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Als der LAPD-Agent einen solchen Androiden auf einer abgelegenen Farm tötet, macht er durch Zufall eine gefährliche Entdeckung und erhält von seiner Vorgesetzten Joshi (resolut: Robin Wright) nur wenig später einen brisanten Ermittlungsauftrag. Dieser führt ihn auf die Spur des früheren Blade Runners Rick Deckard (Harrison Ford), der vor 30 Jahren verschwand.

Meditativer Ansatz statt Blockbuster-Krawall

Oberflächlich betrachtet, erzählt der Nachfolger zu Scotts 80er-Jahre-Meisterwerk eine klassische Detektivgeschichte. K, den Ryan Gosling betont grüblerisch verkörpert, muss eine bestimmte Person aufspüren und klappert dazu unterschiedliche Anlaufstellen ab, während im Hintergrund der einflussreiche Niander Wallace (unheimlich: Jared Leto) mithilfe seiner Handlangerin Luv (einprägsam: Sylvia Hoeks) eigene, unheilvolle Pläne verfolgt. Ähnlich wie im ersten Film dient das Handlungsgerüst vor allem als Aufhänger für eine existenzielle Reise, die sich mit den Fragen nach dem Menschsein und den Sehnsüchten der geächteten Replikanten befasst.

Statt temporeicher Sci-Fi-Action bevorzugen Villeneuve und das Drehbuchgespann Hampton Fancher (war schon am Skript des Vorgängers beteiligt) und Michael Green einen entschleunigten Erzählrhythmus, der die melancholische Grundstimmung verstärkt. Manche Dialoge werden bis zum Äußersten gedehnt. Stellenweise verleiht die Musik dem Geschehen einen hypnotischen Anstrich. Und immer wieder biegen die Macher vom eigentlichen Ermittlungsstrang ab, um das spannende Verhältnis zwischen K und seiner Freundin Joi (Ana de Armas) zu ergründen: einer Unterhaltungssoftware, die als Hologramm in Erscheinung tritt.

Bei aller Freude über die Abkehr vom üblichen Blockbuster-Krawall wird man in manchen Momenten das Gefühl nicht los, dass sich Villeneuve etwas zu sehr in seinen meditativen Ansatz verliebt hat. Hier und da hätte es wahrscheinlich nicht geschadet, das Tempo ein wenig anzuziehen, ohne in hektischen Aktionismus zu verfallen.

Auf die Kameralegende ist Verlass

Mit "Blade Runner 2049" gelingt es dem frankokanadischen Regisseur nach seiner erfreulich unkonventionellen Science-Fiction-Parabel "Arrival" erneut, einen Film mit spektakulären Schauwerten zu kreieren. Vom Einstieg weg bietet das Klassiker-Sequel überwältigende Bilder trostloser Landschaften und einer düster-brodelnden Metropole, deren Bewohner von Konsumangeboten und digitalen Verlockungen umgeben sind.

Besonders in Erinnerung bleiben das minimalistisch gehaltene, aber dennoch wuchtige Hauptquartier des Antagonisten Wallace und die in gelblich-orangen Dunst gehüllten Überreste von Las Vegas. Schon bei Villeneuves ersten Hollywood-Arbeiten, "Prisoners" und "Sicario", lieferte Kameralegende Roger Deakins grandiose Impressionen. Mit "Blade Runner 2049" setzte sich der Brite die Krone auf. Nach zuvor 13 erfolglosen Nominierungen, konnte Deakins 2018 endlich eine Oscar-Trophäe in den Händen halten.

"Blade Runner 2049" – So. 01.08. – RTL: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Der Trailer zu "Blade Runner 2049"

Darsteller

Frauenschwarm Ryan Gosling kam am 12. November 1980 in Ontario/Kanada zur Welt.
Ryan Gosling
US-Schauspieler Harrison Ford.
Harrison Ford
Schauspieler und Sänger: Jared Leto.
Jared Leto
Als Gattin von Kevin Spacey in der Serie "House of Cards" sehr erfolgreich: Robin Wright.
Robin Wright
Hiam Abbass studierte zunächst Fotografie und machte dann eine Schauspielausbildung.
Hiam Abbass
Sein Gesicht kennen nicht nur "Miami Vice"-Fans: Edward James Olmos
Edward James Olmos
Sean Young
"Der" Entertainer par excellence: Frank Sinatra
Frank Sinatra
Weitere Darsteller
Ana de Armas Dave Bautista Sylvia Hoeks Mackenzie Davis Carla Juri Lennie James David Dastmalchian Barkhad Abdi Wood Harris Tómas Lemarquis Sallie Harmsen Loren Peta Mark Arnold Krista Kosonen Elarica Johnson David Benson Kingston Taylor Ben Thompson Ellie Wright Suzie Kennedy Stephen Triffitt Vilma Szécsi Kincsö Sánta André Lukács Molnár István Gőz Pál Nyári Joshua Tersoo Allagh Zoltán Béres Konstantin Pál Ferenc Györgyi Samuel Brown Mary Lukasiewicz

Das beste aus dem magazin

Ein Mensch lehnt Wein ab.
Gesundheit

Dry January: Pause für den Körper

Im Januar verzichten viele Menschen auf Alkohol, um ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Der Verzicht verbessert die Gesundheit und wirkt sich positiv auf Leber, Herz-Kreislauf-System und Schlaf aus. Zudem gibt man Kindern ein gutes Vorbild.
Dr. Stefan Appenrodt im weißen Kittel
Gesundheit

Hörverlust durch ständig hohe Lärmbelastung

Ein 30-jähriger Patient offenbart einen ungewöhnlichen Hörverlust. Seit seiner Jugend als Schlagzeuger und DJ tätig, leidet er an einem Hörschaden durch hohe Lärmbelastung. Ein individueller Gehörschutz könnte ihm helfen, weiteren Schaden zu vermeiden.
Nilam Farooq umzingelt von Luxus-Gegenständen.
HALLO!

Nilam Farooq über ihre Rolle in "Take the Money and Run": "Sie ist kein guter Mensch"

Die sechsteilige True-Crime-Serie „Take the Money and Run“ zeigt den Aufstieg und Fall einer der größten Finanzbetrügerinnen aller Zeiten: Dr. Ruja Ignatova, die in der ZDFneo-Serie von Nilam Farooq verkörpert wird. prisma sprach mit der Schauspielerin über diese besondere Rolle.
Die Stadt Chemnitz.
Reise

Deutschland neu entdeckt

Von Wattenmeer bis Wald: Deutschland bietet eine unglaubliche Vielfalt an Reisezielen. prisma stellt besondere Urlaubsorte für 2026 vor – vom Geheimtipp bis zum Dauerbrenner ist für jeden etwas dabei.
Professorin Dagny Holle-Lee ist Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerz- und Schwindelzentrums Essen sowie Oberärztin der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.
Gesundheit

Neuer Migräne-Wirkstoff in Deutschland zugelassen

Migränepatienten können jetzt aufatmen: Gepante als neue Medikamentenklasse bietet eine effektive und flexible Therapieoption in Tablettenform gegen Migräne.
Autorin Nele Neuhaus
HALLO!

Autorin Nele Neuhaus: Vom Bestseller zum Film-Hit

prisma hat mit Bestsellerautorin Nele Neuhaus über die neueste Verfilmung aus der Taunuskrimi-Reihe und ihr aktuelles Buchprojekt gesprochen.