Edward James Olmos

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Sein Gesicht kennen nicht nur "Miami Vice"-Fans: Edward James Olmos
Fotoquelle: Helga Esteb/shutterstock.com
Edward James Olmos
Geboren: 24.02.1947 in Los Angeles, Kalifornien, USA
Sternzeichen: Fische

Seit 2003 kennt man ihn als Admiral William Adama der "Battlestar Galactica". In 73 Folgen, in dem dazugehörigen Mehrteiler und in diversen Serienspecials ("Battlestar Galactica: Auf Messers Schneide", "Battlestar Galactica: Razor Flashbacks" und "The Plan"), schlüpfte er bis 2008 in die Rolle des Commanders. Ältere Fernsehzuschauer - und Liebhaber diverser Wiederholungen - dürften ihn mit einer anderen Rolle in Verbindung bringen: Von 1984 bis 1990 war er Lieutenant Martin Castillo und somit der Chef von Don Johnson und Philip Michael Thomas in der international erfolgreichen Polizistenserie "Miami Vice".

Edward James Olmos wuchs in einem Viertel von Los Angeles auf, das durch eine ethnische Vielfalt geprägt war. Sein Vater, ein mexikanischer Einwanderer, verließ die Familie, als er Edward James sieben Jahre alt war. Seine Mutter, eine US-Amerikanerin mexikanischer Abstammung, zog ihn von da an allein groß. Rückblickend sagte er einmal über seine Kindheit, dass er in einer kaputten Familie aufwuchs und selbst das Engagement aufbringen musste, es zu etwas zu bringen. Das Engagement brachte er recht früh auf. Seit seiner frühesten Jugend war er ein begeisterter Baseball-Spieler, wurde unter anderem der Golden State Batting Champion. Die Beschäftigung mit dem Sport hielt ihn von der Straße, den dortigen Banden und den Drogen fern. Doch letztendlich war eine sportliche Karriere nicht sein endgültiges berufliches Ziel. Mit gerade einmal 13 Jahren schloss er sich der Rockband "The Pacific Ocean" an, die in den späten Sechzigerjahren zu einer der populärsten Formationen in den Clubs des Sunset Strips wurde. Gleichzeitig besuchte er das East Los Angeles College, wo er erstmals mit der Schauspielerei in Kontakt kam. Sein Freund Rusty Johnson, mit dem er gemeinsam in der Band spielte, überzeugte Edward James Olmos schließlich, es ernsthafter mit der Schauspielerei zu versuchen.

Die Anfänge waren schleppend und erfolglos. Edward James Olmos arbeitete nebenbei als Antikmöbelhändler, um seine Familie finanziell über Wasser zu halten. Seiner Leidenschaft für die Schauspielerei ging er nachts nach. Viele Jahre lang bemühte er sich um die Etablierung als Darsteller. Neben seinen Bühnenauftritten gab er sein Leinwanddebüt in "Zwei in blue Jeans" (1975) und erhielt schließlich kleinere Rollen in verschiedenen TV-Serien, unter anderem in "Cannon" (1974), "Einsatz in Manhattan" (1975), "Bumpers Revier", "Make-Up und Pistolen" (beide 1976), "Starsky und Hutch" und "Hawaii Fünf-Null" (beide 1977). Luis Valdez' Musical Drama "Zoot Suit" bedeutete 1979 den Durchbruch für Edward James Olmos. Das Stück, das im Original in Los Angeles angelegt ist, handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die irrtümlich als Mörder verurteilt werden. Es war seinerzeit das erste Broadway-Stück mit einem mexikanisch-amerikanischen Hintergrund. Für diese Rolle in New York wurde Olmos erstmals für den Tony Award und dem Dance Critics Circle Award nominiert. 1981 wurde das Stück für die Leinwand adaptiert. Auch hier übernahm Olmos die Hauptrolle und wusste zu überzeugen. Seither wurden die Rollenangebote vielfältiger und qualitativ besser.

1981 folgte Michael Wadleighs "Wolfen". Mit der Rolle des unheilvollen Polizei-Detektive in "Blade Runner" gelang ihm 1982 ein erster Karriere-Höhepunkt. Relativ schnell wurde deutlich, dass Olmos sozial anspruchsvolle Rollen bevorzugt. Um verstärkt kritischere Filme auf die Leinwand zu bringen, gründete der Schauspieler gemeinsam mit Robert M. Young eine Produktionsfirma. "Die Ballade von Gregorio Cortez" war 1982 das erste Projekt, das von der Firma realisiert wurde. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des mexikanischen Volkshelden Gregorio Cortez, der einmal mehr von Edward James Olmos gekonnt in Szene gesetzt wurde. Auch wenn dieser Film keinen Verleiher fand und in Eigenregie von Olmos in ein Kino gebracht und dort einem Publikum kostenlos gezeigt wurde, konnte nicht von einem Karriereknick die Rede sein. Die Rollenangebote, die Olmos erhielt, waren nach wie vor recht zahlreich. Ab 1984 sah man ihn schließlich in der Rolle, die ihn weltweit bekannt machte. In "Miami Vice", einer der erfolgreichsten Fernsehserien der Achtzigerjahre, spielte er den überaus pragmatischen Lieutenant Martin Castillo. Während Frauenherzen höher schlugen, wenn Don Johnson ins Bild kam und mit seinem lässigen Outfit neue Trends schuf, waren Kritiker einer Meinung: Edward James Olmos war der interessanteste und komplexeste Charakter der Serie. Seine Leistung blieb auch bei Preisverleihungen nicht unbeachtet. Er erhielt sowohl den Emmy als auch den Golden Globe.

Foto: SyFy Ramon Menendez gelang 1987 mit "Stand and Deliver" ein packender Außenseiterfilm, in dessen Hauptrolle Edward James Olmos brillierte. Er spielte in dem Drama den engagierten Mathelehrer Jaime Escalante, der durch seine unkonventionellen Lehrmethoden für erstaunliche Ergebnisse unter seinen Schülern, die alle aus einem sozial benachteiligten Großstadtviertel im Osten von Los Angeles stammen, sorgt. Für seine überzeugende Darstellung wurde er 1989 für den Oscar nominiert, ging aber leer aus - Dustin Hoffman erhielt die Goldtrophäe für "Rain Man". Darüber hinaus sah man Olmos in Robert M. Youngs Sportlerdrama "Triumph des Geistes - Ein Boxer in der Hölle" (1989) mit Willem Defoe in der Hauptrolle und nach dem Ende von "Miami Vice" in dem Baseball-Film "Sein größtes Spiel" (1991) - ebenfalls unter der Regie von Robert M. Young. Mit "Das Gesetz der Gewalt" drehte Olmos 1992 einen Actionfilm, mit dem er die Brutalität der Gangs darstellen wollte. Nach einer Folge für "Miami Vice" war "Das Gesetz der Gewalt" seine zweite Regiearbeit. Für das Drama "Flammen des Widerstandes", das das Leben des brasilianischen Gewerkschafters Chico Mendez erzählt, wurde Olmos mit dem Golden Globe für die beste Nebenrolle ausgezeichnet. Einmal mehr wurde deutlich, dass er eine Leidenschaft für aussagekräftige Rollen hat, was in Gregory Navas Generationenporträt "Meine Familie" (1995) ebenfalls offensichtlich wurde. Von den Kritikern gefeiert, jedoch ein Flop an den Kinokassen war "Caught - Im Netz der Leidenschaft" (1996). Ein Jahr später spielte er an der Seite von Jack Lemmon und Armin Mueller-Stahl in "Die zwölf Geschworenen".

Während es beruflich in den Neunzigerjahren für ihn stetig aufwärts ging, hatte er privat einige Probleme. Zum einen wurde er beschuldigt, ein Mädchen belästigt zu haben. Darüber hinaus wurde er von einer 38-jährigen Frau wegen eines sexuellen Übergriffes angeklagt, allerdings wurden beide Klagen fallen gelassen. Außerdem brachte ihm seine Arbeit "Das Gesetz der Gewalt" Schwierigkeiten mit der mexikanischen Mafia ein, die ihn für die Aussage des Filmes massiv bedrohte. Schließlich verklagte ein Gang-Mitglied den engagierten Schauspieler, da er sich in einem der Filme, die Olmos auf die Leinwand brachte, wiedererkannt haben wollte. Während seiner erfolgreichen Karriere hat Olmos nie vergessen, aus welch einfachen Verhältnissen er stammt und hat sich von Anfang an für soziale Projekte engagiert. Er verwendet viel Zeit, um jungen, benachteiligten Menschen zu helfen und arbeitet unter anderem als United States Goodwill Ambassador für UNICEF und hat die Rolle des Sprechers für Juvenile Diabetes Foundation übernommen. Nach den Straßenkämpfen, die 1992 Los Angeles in Atem hielten, war er einer der ersten, die vermittelten und halfen. Neben vielen Preisen für seine schauspielerischen Leistungen hat er auch für sein soziales Engagement verschiedene Auszeichnungen erhalten. 2007 nahm er die mexikanische Staatsangehörigkeit an. Der Aktivist und Umweltschützer half auch nach verschiedenen Hurricanes beim Wiederaufbau und machte im Juni 2010 mit einem Video auf die Katastrophe im Golf von Mexiko nach der Explosion und dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" aufmerksam.

Weitere Filme und Serien mit Edward James Olmos: "Delvecchio" (TV-Serie), "Alambrista!", "Visions" (TV-Serie, alle 1977), "The Fitzpatricks" (TV-Serie), "CHiPs" (TV-Serie), "Evening in Byzantium" (alle 1978), "Overkill - Durch die Hölle zur Ewigkeit" (1980), "Three Hundred Miles for Stephanie" (1981), "American Playhouse" (TV-Serie, 1982), "Faerie Tale Theatre" (TV-Serie, 1983), "Polizeirevier Hill Street" (TV-Serie), "Nausicaä aus dem Tal der Winde" (Sprecher, beide 1984), "Ein wahrer Jünger seines Herrn" (1986), "The Fortunate Pilgrim" (Mehrteiler, 1988), "Even Cowgirls Get the Blues", "Roosters" (beide 1993), "Babylon 5" (TV-Serie), "Eine Million für Juan", "Familiendrama in Beverly Hills: Die Menendez-Brüder" (alle 1994), "Die perfekte Täuschung", "500 Nations - Die Geschichte der Indianer" (Mehrteiler), "The Magic School Bus" (Sprecher, TV-Serie), "Slave of Dreams" (alle 1995), "Disturbing the Peace", "Dead Man's Walk" (Mehrteiler), "Jagdgründe des Verbrechens" (alle 1996), "Lorca - Mord an der Freiheit", "Selena Remembered" (Erzähler), "Happily Ever After: Fairy Tales for Every Child" (TV-Serie), "Selena - Ein amerikanischer Traum", "Hollywood Undercover", "Gun - Kaliber 45" (TV-Serie), "Prophecies of the Millennium" (alle 1997), "The Wonderful Ice Cream Suit", "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123", "Ein Hauch von Himmel" (TV-Serie), "The Wall - Abschied vom Heldentum" (alle 1998), "Bonanno: A Godfather's Story" (1999), "The West Wing - Im Zentrum der Macht" (TV-Serie), "Der Weg nach El Dorado" (Sprecher), "Tödliche Gerüchte", "Great Writers, Great Cities" (Erzähler, TV-Serie), "The Princess & the Barrio Boy" (alle 2000), "The Judge", "Die Zeit der Schmetterlinge" (beide 2001), "Jack and Marilyn" (auch Regie), "American Family" (TV-Serie, beide 2002), "Greetings from Tucson" (TV-Serie, 2003), "The Batman" (Sprecher, TV-Serie, 2004), "La cerca" (2005), "Walkout - Aufstand in L.A.", "Splinter" (beide 2006), "George Lopez" (TV-Serie, 2007), "Beverly Hills Chihuahua" (Sprecher, 2008), "A Class Apart" (Erzähler, 2009), "The Green Hornet" (2010), "2 Guns" (2013).


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