Die Unsichtbaren
16.01.2019 • 20:15 - 21:55 Uhr
Spielfilm, Dokudrama
Lesermeinung
Max Mauff als Cioma Schönhaus vor dem Filmpalast.
Vergrößern
Aaron Altaras als Eugen Friede.
Vergrößern
Max Mauff als Cioma Schönhaus und Ruby O’Fee als Ruth Gumpel auf der Straße in Berlin.
Vergrößern
Alice Dwyer und Hanni Lévy (links).
Vergrößern
Alice Dwyer (rechts) als Hanni Lévy und Naomi Kraus als Victoria Kolzer.
Vergrößern
Alice Dwyer und Hanni Lévy (links).
Vergrößern
Andreas Schmidt als Hans Winkler und Aaron Altaras als Eugen Friede am Bahnhof Friedrichstraße.
Vergrößern
Aaron Altaras als Eugen Friede wird von Gestapo kontrolliert.
Vergrößern
Max Mauff als Cioma Schönhaus.
Vergrößern
Alice Dwyer als Hanni Lévy.
Vergrößern
Hint
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
Spielfilm, Dokudrama

Im Untergrund

Von Christopher Diekhaus

Claus Räfle inszenierte ein wuchtig-informatives Doku-Drama, das die Erlebnisse von vier abgetauchten Juden während des Zweiten Weltkriegs schildert.

Dass trotz unzähliger Film- und Fernseharbeiten über die NS-Zeit noch immer aufrüttelnde und erhellende Werke entstehen können, bewiesen zuletzt Kinofilme wie "Der Dolmetscher" mit Peter Simonischek, Christian Petzolds "Transit" oder die Romanadaption "Der Trafikant". Ähnlich mitreißend präsentiert sich das Doku-Drama "Die Unsichtbaren – Wir wollen leben" (2017), mit dem Claus Räfle den gefährlichen Alltag vier abgetauchter jüdischer Jugendlicher im Berlin des Zweiten Weltkriegs nachzeichnet. Rund 7.000 Menschen versuchten damals in der deutschen Hauptstadt, aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden, um der Ächtung und Verfolgung zu entfliehen. Der Film setzt ihnen ein Denkmal. Das Erste zeigt das wuchtig-informative Werk nun als Free-TV-Premiere zur besten Sendezeit.

Als die Nazis damit beginnen, die Juden in den "Osten zu evakuieren", wie es im Film gemäß NS-Jargon verharmlosend heißt, bleibt der junge Grafiker Cioma Schönhaus (Max Mauff) dank seiner Arbeit zunächst verschont. Aus Angst vor den Behörden entzieht er sich jedoch schon bald ihrem Zugriff und verdient sich mit dem Fälschen von Pässen seinen Lebensunterhalt. Die Arzttochter Ruth Arndt (Ruby O. Fee) wird beim Abtauchen von ihrer Familie getrennt und kleidet sich wie eine Soldatenwitwe, um wenigstens ab und an ihre wechselnden Verstecke verlassen zu können.

Auf die Straße traut sich auch Hanni Lévy (Alice Dwyer), die sich dem arischen Vorbild entsprechend ihre Haare blond färbt. Ein unstetes Dasein fristet nicht zuletzt der 16-jährige Eugen Friede (Aaron Altaras), der auf Umwegen in die Obhut des Hitler-Gegners Hans Winkler (Andreas Schmidt) kommt und sich dort dem aktiven Widerstand gegen die Nazis anschließt. Vier Schicksale beschreibt Räfle im Detail und setzt damit exemplarisch auch den anderen untergetauchten Berliner Juden ein berührendes Denkmal. Von den 7.000 Untergetauchten überlebten am Ende nur 1.500.

Seine ausgeprägte emotionale Wucht erzeugt die filmische Aufarbeitung durch die geschickte Kombination von nachgestellten Spielszenen und Interviews mit den vier realen Zeitzeugen. Schönhaus, Arndt (nach ihrer Hochzeit den Namen Gumpel tragend), Lévy und Friede erweisen sich als fesselnde Erzähler und bringen in ihren berührenden Berichten diverse Empfindungen zum Ausdruck: Schmerz über den unglaublichen Massenmord an den Juden. Dankbarkeit für die Hilfe derjenigen, die ihr Leben im Untergrund ermöglichten. Und ein großes Staunen über das Glück, davongekommen zu sein.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Max Mauff in dem BR-Tatort "Kleine Herzen"
Max Mauff
Alice Dwyer.
Alice Dwyer
Ruby O. Fee trägt eine schwarze Bluse. Ihre Haare sind dunkel und sie trägt diese offen.
Ruby O. Fee
Florian Lukas als Nachrichtensprecher in "Good Bye, Lenin!"
Florian Lukas
Ein Gesicht, das man kennt: Andreas Schmidt in "Sommer vorm Balkon".
Andreas Schmidt
Maren Eggert
Weitere Darsteller
Rick Okon

Das beste aus dem magazin

Dr. Thomas Schneider im Porträt.
Gesundheit

Fersenbein: Ein Bruch kann jahrelang Folgen haben

Fersenbeinbrüche sind komplex und führen oft zu jahrelangen Beschwerden. Ein 38-jähriger Patient berichtet von den Folgen seines Unfalls und den Möglichkeiten zur Behandlung und Linderung der Schmerzen.
Laura Larsson vor dem Plakat ihrer Sendung "Neo Social Club".
HALLO!

Laura Larsson über ihre neue Show "Neo Social Club": "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort"

Laura Larsson macht sich vor allem durch ihre Podcasts „Herrengedeck“ und „Zum Scheitern Verurteilt“ einen Namen. Ab Februar hat sie eine eigene Comedy-Show bei ZDFneo – nach dem US-Vorbild „After Midnight“. Im Interview verrät sie, was das Publikum erwarten kann.
Die Band FRONTM3N auf der Bühne.
Star-News

Klassiker im neuen Gewand: Mick Wilson von FRONTM3N

Mit „Now And Then“ bringen die FRONTM3N ein ganz besonderes Album zu ihrem zehnten Geburtstag heraus. prisma sprach mit Mick Wilson zu den Hintergründen.
Die lilane Schleife, die für Solidarität mit Krebs steht.
Gesundheit

Weltkrebstag am 4. Februar

Am 4. Februar wird der Weltkrebstag begangen, um auf die Verbindung und die individuellen Geschichten von Krebspatienten aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "Gemeinsam. Einzigartig!" soll ein menschenzentrierter Ansatz in der Behandlung gefördert werden.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
Gesundheit

Gesünder leben: Viele kleine Schritte führen zum Ziel

Neujahrsvorsätze sind oft zum Scheitern verurteilt. Warum das so ist und wie man es besser machen kann, zeigt dieser Artikel: mit realistischen Zielen und Pausen statt Stress.
Magnesium-Tabletten in der Hand.
Gesundheit

Warum Magnesium so wichtig ist

Magnesium ist ein unverzichtbarer Mineralstoff im Körper, der über 600 Enzyme aktiviert und viele Stoffwechselprozesse steuert. Wichtig für Muskeln, Herz und Blutdruck.