Donald Pleasence

Spielte oft den Bösewicht: Donald Pleasence Vergrößern
Spielte oft den Bösewicht: Donald Pleasence
Donald Pleasence
Geboren: 05.10.1919 in Worksop, Nottinghamshire, Großbritannien
Gestorben: 02.02.1995 in Saint-Paul-de-Vence, Frankreich

Kahler Schädel, stiernackiger Typ, bullig, stechender Blick. Manchmal heimtückisch, ängstlich mit kranken flackernden Augen: Auf Psychopathen ist er häufig abonniert. Donald Pleasence ist ein kräftiger, bulliger Typ. In Roman Polanskis "Wenn Kattelbach kommt" (1966) ist er der jämmerliche Angsthase George, jener mickrige alte Knacker, der mit dem jungen Ding Teresa auf einem Inselschloss mit riesiger Hühnerfarm lebt und am Ende von seinen vermeintlichen Stützen beraubt, heulend dasitzt und jammernd die durch die Erinnerung verklärte Vergangenheit zurücksehnt.

Unvergesslich auch sein Blofield in dem James-Bond-Film "James Bond 007 - Man lebt nur zweimal" (1966), wo ein Bild in Erinnerung bleibt: Wenn er in seinem Büro in einem Sessel sitzt und seine Hand zärtlich eine Angorakatze streichelt. Donald Pleasences Lebensgeschichte könnte direkt aus einem Drehbuch stammen. Er kommt in England zur Welt, besucht die Schule in Yorkshire, studiert in Sheffield und arbeitet anschließend bei der Eisenbahngesellschaft, studiert dann die Schauspielerei an der Schule eines Repertoiretheaters in New Jersey.

Dann geht er an Repertoire-Bühnen in Plymouth, Birmingham und Bristol. Im Zweiten Weltkrieg leistet er seinen Militärdienst als Radiotechniker. Nach einem sanften Flugzeugabsturz über Deutschland gerät er in Gefangenschaft. Seine Schauspielerlaufbahn setzt er 1950/51 am Old Vic in Bristol fort, dann holt ihn Laurence Olivier für eine Shakespeare-Inszenierung und lädt ihn ein, an einer Tournee durch die USA teilzunehmen. Seitdem spielt er an zahlreichen Bühnen diesseits und jenseits des Ozeans, vorwiegend in London und New York. Für den Tony Award ist er viermal nominiert: Für "Poor Bitos", "Wise Child", "Der Hausmeister" (für den er einen Londoner Kritiker Preis erhält) und für "The Man in the Glass Booth" (für den er den Variety Award als bester Schauspieler erhält).

Pleasence ist bereits 35, als er das erste Mal vor der Filmkamera steht: 1954 in "Ins Paradies verbannt" von Muriel Box nach einem Roman von Somerset Maugham, gefolgt von "Orders are Orders", "Lieber reich, aber glücklich" (1955) von Ken Annakin, "1984" (1956) von Michael Anderson und "Das schwarze Zelt" von Brian Desmond Hurst. 1960 hat er Erfolg mit seiner eigenen Fernsehserie "Armchair Mystery Theatre". Gemeinsam mit Harold Pinter und Robert Shaw gründet er die "Glasshouse Productions". 1963 wird er bekannt durch den Eindringling in Harold Pinters "Der Hausmeister", den er bereits auf der Bühne erfolgreich gespielt hat, gleichzeitig wird der amerikanische Kriegsgefangenenfilm "Gesprengte Ketten" von John Sturges ein großer Kinoerfolg.

Ebenfalls bei Sturges spielt er in dem Siedler-Western "Vierzig Wagen westwärts" (1964), ein Jahr zuvor war er in dem erfolgreichen Bibelfilm "Die größte Geschichte aller Zeiten" von George Stevens zu sehen. Nachdem Donald Pleasence den eiskalten Schurken Blomfield im James-Bond-Thriller "Man lebt nur zweimal" gespielt hat - jene Rolle, die ihn in der ganzen Welt bekannt gemacht hat - bemerkt er zufrieden: "Ich liebe Bösewichter - wenn auch nur auf der Leinwand. Die finsteren Charaktere prägen sich dem Kinozuschauer ganz besonders ein." Geht man davon aus, dass der normale Kinogänger nur zwischen dem Helden und seinem Widersacher unterscheidet, dann stimmt diese Einschätzung.

Nach dem Bond-Erfolg erschreckt sein SEN 5241 in George Lucas' aufregendem Debütfilm "THX 1138". Hier wird die Welt von Morgen von seelenlosen Computern und Robotern kontrolliert, ein unterirdisches Imperium, in dem das Leben der Menschen vorprogrammiert ist und sie willenlos der absoluten Herrschaft von Maschinen ausgeliefert sind. Aber selbst hier regiert Gut und Böse, und Donald Pleasence verkörpert den absoluten Schurken, der unausrottbar ist. 'Der Unheimliche mit dem sanften Gemüt' wie ihm einmal ein Kritiker nannte, gehört zur Zahl jener bedeutenden Schauspieler, deren Gesicht nicht ständig in Filmen eines bestimmten Genres verbraucht wird. Zwar denkt man bei John Carpenters "Halloween"-Filmen (Halloween - Die Nacht des Grauens und 1981) unmittelbar an seinen mysteriösen Psychater Dr. Loomis oder seinen bösen Weltbeherrscher, eine Mischung aus Mabuse, Einstein und Al Capone mit einem Schuss Chaplineskem in Alberto Lattuadas "Matchless" (1966).

Zu seinen schönsten Filmen gehört auch "Mister Freedom" (1968) von William Klein, mit John Abbey, Philippe Noiret, und Delphine Seyrig. Das ist eine turbulente Mischung aus Underground und kommerziellem Kino. Die Amateuere eines gigantischen Vulgär-Zirkus spielen Politik. Mister Freedom, der Supermann, repräsentiert den aufrechten US-Bürger, Dr. Freedom die Führungsschicht im Weißen Haus. Trotz der politischen Anspielungen, Sentenzen und Tendenzen ist das kein Polit-Zirkus, sondern eine Pop-Schau. William Klein mixt wahllos antiamerikanische Parolen mit busenfreien Pinup-Girls, Protestbewegungen, mit Agitationen, Mode und allerlei Firlefanz.

Donald Pleasence ist in Robert Altmans "Basements" (1987) mit John Travolta erneut in sehr charakteristischen Rollen zu sehen. Altman hat hier zwei Einakter von Harold Pinter zusammengestellt. Pleasance spielt ebenso bei Inspektor Columbo in "Wein ist dicker als Blut" (1973) wie in der britischen Gesellschaftskrimikomödie "Black Arrow - Im Wappen der Rose" (1984) neben Oliver Reed und Fernando Rey. In Don Siegels "Die schwarze Windmühle" (1974) treibt der Regisseur ähnlich wie in "Der große Coup" mit Entsetzen Scherz und Pleasence ist eine seiner magischen Figuren. Unter Siegel spielt Pleasence auch in "Telefon" (1977), ein Politthriller mit makabrer, doppelbödiger Tendenz.

Dagegen steht er In John Badhams moderner "Dracula"-Version (1979) auf der Seite der Guten. Gemeinsam mit Laurence Olivier als Professor Van Helsing bekämpft er als Dr. Jack Seward den gefährlichen Grafen. In dem 2. Weltkriegsfilm "Der Adler ist gelandet" (1976) von John Sturges hingegen verkörpert Pleasence den SS-Reichsführer Heinrich Himmler. Weit über 100 Rollen hat Donald Pleasence in seiner Laufbahn gespielt.

Weitere Filme mit Donald Pleasance:

Die Fünfzigerjahre

"Der Spion mit den zwei Gesichtern" (1958), "Blick zurück im Zorn", "Der Arzt und die Teufel", "Rivalen unter heißer Sonne" (alle 1959)

Die Sechzigerjahre

"Der rote Schatten", "Söhne und Liebhaber", "Und morgen alles" (alle 1960), "Dr. Crippen" (1962), "Die fantastische Reise", "Die schwarze 13" (beide 1965), "Nacht der Generale" (1966), "Der Verwegene", "Eye Of The Devil" (beide 1967), "Das Wiegenlied vom Totschlag" (1969)

Die Siebzigerjahre

"Die Entführung des David Balfour", "Heinrich VIII. und seine sechs Frauen" (beide 1971), "Mallys Bucht", "Zwei wie Pech und Schwefel" (beide 1973), "Der Graf von Monte Christo", "Labor des Grauens" (beide 1974), "Der letzte Tycoon", "Der Teufel in ihr", "Ins Herz des Wilden Westens" (alle 1975), "Selbstjustiz" (1976), "Blutsverwandte", "Der letzte Detektiv", "Oh, Gott!" (alle 1977), "Ein Mann in Wut", "Morgen gibt es kein Erwachen", "Power Play" (alle 1978), "Es ist nie zu spät", "Victor Charlie ruft Lima Sierra" (beide 1979)

Die Achtzigerjahre

"Im Westen nichts Neues" (1980), "Die Klapperschlange", "Ein Teufelskerl" (beide 1981), "Zeugin der Anklage" (1982), "Der Ambassador", "Die Brut des Adlers", "Parsifals überirdische Himmelszeitung" (alle 1984), "Die Rückkehr der Wildgänse" (1986), "Djangos Rückkehr", "Fürsten der Dunkelheit", "Kreis der Angst" (alle 1987), "Bye Bye Vietnam", Der Commander", "Halloween IV" (alle 1988), "Casablanca Express", "Halloween V", "Death On Safari", "Lebendig begraben", "River Of Death - Fluss des Grauens", "Todesschrei im Mädchenpensionat" (alle 1989)

Die Neunzigerjahre

"Gefährliche Begegnung" (1990), "Die Geier warten schon", Dien Biin Phu - Symphonie des Untergangs", "Schatten und Nebel" (alle 1991), "Pesthauch des Bösen" (1993) und "Halloween - Der Fluch des Michael Myers" (1995).


Zur Filmografie von Donald Pleasence
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