Wie schlimm die Lage vieler Frauen im Iran ist, zeigt eine erschütternde Dokumentation der iranischen Filmemacherin Mina Keshavarz. Sie lüftet den Schleier über erschreckende Auswüchse häuslicher Gewalt im Land der Mullahs.

"Eine Frau soll geduldig sein. Eine Frau hat sich ruhig zu verhalten. Eine Frau muss gehorsam sein. Jede von uns Frauen im Iran kennt diese Sprüche." – Kürzer, prägnanter, eindringlicher lässt sich die Lage vieler Frauen im Iran wohl nicht auf den Punkt bringen. Der Film der iranischen Filmemacherin Mina Keshavarz beginnt mit genau diesen Sätzen. Sie allein schon könnten Frauenaktivistinnen in Teheran hinter Schloss und Riegel bringen. Oder sogar Schlimmeres noch. Denn: Selbst das öffentliche Gespräch über Frauenfragen ist im Iran verboten.

Keshavarz hat die mutigen Frauen der Kampagne "Stoppt häusliche Gewalt gegen Frauen" durch den Iran begleitet. Ihre Treffen finden oft in Verborgenem statt. Damit Frauen an den Workshops teilnehmen können, werden sie unter anderem als Nähkurse getarnt. Nur unter diesem Vorwand erhalten einige Frauen die Erlaubnis die eigenen vier Wände zu verlassen. In diesem geschützten Bereich sprechen Opfer etwa prügelnde Ehemänner, bis sie grün und blau im Gesicht geschlagen waren, über unfassbare Gräueltaten.

Auch wenn der so eindeutig von Männern dominierte Mullah-Staat Verbrechen gegen Frauen weiterhin gerne verdecken würde, Keshavarz' Film lüftet doch den Schleier über einer katastrophalen Situation. So seien beispielsweise in dem von der Scharia bestimmten Land Kinderehen an der Tagesordnung. Eine Frau beispielsweise berichtet: "Ich wurde mit sechs Jahren verlobt, mit zehn Jahren verheiratet. Mein Mann war drogenabhängig. Er schlug mich. Er brach mir den Arm. Ein ganzer Monat wäre zu kurz, um meine ganze Geschichte zu erzählen."

Die Frauenaktivistinnen fordern deshalb in einem Gesetzesentwurf für mehr gesellschaftliche Rechte unter anderem, dass Frauen unter 18 Jahren nicht mehr verheiratet werden dürften. Ihr Ziel war, dass die eigenen Vorschläge gegen die häusliche Gewalt im Parlament wenigstens diskutiert werden. Noch haben sie es nicht erreicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst