Die Mini-Serie "Arthurs Gesetz", die zunächst exklusiv auf EntertainTV und ab Dezember auch bei TNT Comedy läuft, besticht durch rabenschwarzen Humor und tolle Darsteller. Das Kuriositätenkabinett mit Jan-Josef Liefers, Martina Gedeck und Nora Tschirner ist allerdings nichts für Zartbesaitete.

In Arthur Ahnepols (Jan Josef Liefers) Leben war mal alles halbwegs okay. Doch die Teleshopping-Sucht seiner Frau Martha (Martina Gedeck) brachte das Ehepaar in finanzielle Schieflage. Eine völlig absurde Idee ward geboren: Wenn sich Arthur am Arbeitsplatz "aus Versehen" seine rechte Hand absägte, müsste die Versicherung ordentlich blechen. In der Praxis ging natürlich alles schief: Hand weg, Job weg, Geld (immer noch) weg. Fortan trägt der vom Schicksal Gebeutelte eine Prothese und ist Dauergast auf dem Arbeitsamt. An seinem 50. Geburtstag wird ihm die herrische Art seiner Gattin dann zu viel: sturzbesoffen springt er mit Jessy (Cristina do Rego) in die Kiste – nichts ahnend, dass sie eine Prostituierte ist. Bald schon pflastern versehentlich die ersten Leichen seinen Weg... Die sechsteilige, rabenschwarze Comedyserie "Arthurs Gesetz" startet am 31. August exklusiv auf EntertainTV. Sie wird im Dezember auch auf TNT Comedy ausgestrahlt.

"Murphys Gesetz" besagt, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird – nicht umsonst haben die Macher diese Lebensweisheit über das menschliche Versagen als Titel ihrer neuen Serie adaptiert. Denn der an und für sich liebenswerte, aber durch und durch tölpelhafte Arthur stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste. Um es mit den Worten von Andi Brehme auf den Punkt zu bringen: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!"

Dabei sehnt sich Arthur doch nur nach einem ganz normalen Leben. Stattdessen ist ihm der Zuhälter von Jessy auf den Fersen, den er in Notwehr mit Bauschaum über den Jordan schickt. Um die Leiche verschwinden zu lassen, beansprucht das Ehepaar Ahnepol die Hilfe von Marthas Zwillingsschwester Muriel (Martina Gedeck in einer Doppelrolle) – auch hier soll Bauschaum helfen. Doch die Protagonisten manövrieren sich über so absurde wie dämliche Entscheidungen immer tiefer in ein nie enden wollendes Debakel – sehr zum Amusement des Zuschauers. Irgendwann trifft Arthur dann eine Entscheidung, die weder Batman noch Superman gutheißen könnten: Martha soll sterben! Denn seine Lebensfreude kann Arthur nur zurückerlangen, wenn er seine verhasste Ehefrau umbringt und das Geld aus ihrer Lebensversicherung einsackt.

Deutsche Serie für Fans der Coen-Brüder

Regisseur Christian Zübert zeichnet für die Inszenierung der Mini-Serie verantwortlich. Der durch die Kifferkomödie "Lammbock" bekannt gewordene Filmemacher entpuppt sich erwartungsgemäß als hervorragende Wahl mit Gespür fürs Skurrile und Absurde. Kameramann Ngo The Chau ("Stereo") gießt die Geschehnisse der Comedy Noir in erlesene Bilder und kreiert dadurch einen filmischen Look. Auch das Skript aus der Feder des noch relativ unbekannten Benjamin Gutsche ist erstklassig – wer die Filme der Coen-Brüder mag, liegt hier goldrichtig. Insbesondere Fans ihres Kultfilms "Fargo" und der gleichnamigen Serienadaption sollten einschalten. Die produzierende Firma "goodfriends" hat erst kürzlich mit der Gangsterserie "4 Blocks" für Furore im deutschen TV gesorgt. Mit "Arthurs Gesetz" verantworten sie nun die erste fiktionale Eigenproduktion des Bezahlsenders TNT Comedy und liefern erneut qualitativ hochwertiges Entertainment.

Den Machern ist mit "Arthurs Gesetz" ein international konkurrenzfähiges Kuriositätenkabinett gelungen, bei dem einem das Lachen oft im Halse steckenbleibt. Zartbesaitete sollten lieber zweimal nachdenken, ob sie den tiefschwarzen Humor auch verkraften: Blutfontänen und völlig überzogene tödliche Unfälle sind hier keine Seltenheit. Jede der Figuren aus der fiktiven Kleinstadt Kleinbiddenbach will schlauer sein als die andere. Fehleinschätzungen, Hybris und Missverständnisse sorgen für eine Chaosspirale, aus der niemand entrinnt. Einziger Kritikpunkt: Auch wenn wirklich jeder sein Fett wegkriegt, wünscht man sich doch zuweilen, dass auch ein paar intelligentere und finanziell besser situierte Figuren die deutscheste aller TV-Kleinstädte bevölkern könnten, damit auch sie ordentlich veralbert werden.

Eine besondere Erwähnung hat Nora Tschirner verdient: Sie sorgt als schwangere "White Trash"-Tussi und Arthurs Ansprechpartnerin auf dem Arbeitsamt für viele Lacher. Wer derbe Gags und völlig abstrusen Humor mag, sollte der Serie definitiv eine Chance geben. Hauptdarsteller Liefers war von Beginn an Feuer und Flamme für die Loserballade. Laut eigener Aussage hat ihn die absurde tragikomische Mischung sofort überzeugt: "Die Entscheidung war ein No-Brainer. Ich liebe den Punkt, an dem sich Komödie und Tragödie berühren und so kongenial ergänzen." Man kann ihm nur zustimmen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst