Der Bayerische Rundfunk (BR) hat im Wahlkampf vor der Landtagswahl in Bayern ein ungewöhnliches Problem. Das TV-Duell mit CSU-Chef Markus Söder droht ins Wasser zu fallen. Denn es fehlt ein Gegner.

Fernsehduelle unter Spitzenpolitikern sind längst fester Bestandteil von Wahlkämpfen. Das gilt auf Bundes-, wie auf Landesebene – nur anscheinend in Bayern nicht. Nach aktuellen Spekulationen könnte ein solcher Schlagabtausch vor den Landtagswahlen im Freistaat am Sonntag, 14. Oktober, ausfallen. Grund: Der ausrichtende Bayerische Rundfunk findet keinen entsprechenden Gegner für Markus Söder.

Nach einer Forsa-Umfrage kommen der Bayerische Ministerpräsident und die CSU derzeit auf 37 Prozent. Im Verständnis der Partei gleicht dies zwar einer Katastrophe, sie liegt damit aber immer noch meilenweit vor allen anderen. Die SPD mit Spitzenkandidaten Natascha Kohnen bringt es gerade mal auf etwas mehr als zwölf Prozent. Die AfD liegt bei 13 Prozent. 17 Prozent erreichen laut der Umfrage die Grünen.

Nun sollte Söder sich nach dem Sinne der Zahlen eigentlich mit dem "besten" Verfolger in einem TV-Duell messen. Das wären die Grünen. Problematisch allerdings: Deren Spitzenfrau Katharina Schulze ist mit ihren erst 33 Jahren zu jung, um Ministerpräsidentin zu werden. Wie "Der Spiegel" berichtet, heißt es in Artikel 44 der Bayerischen Landesverfassung: "Wählbar ist jeder wahlberechtigter Bayer, der das 40. Lebensjahr vollendet hat." Bliebe noch Ludwig Hartmann, der Spitzenmann der Grünen. Dieser hat seinen 40. Geburtstag zwar bereits begangen, ist aber vergleichsweise unbekannt.

Keine Alternative ist auch die AfD. Denn die Partei hat sich dazu entschieden, ohne einen nominellen Spitzenkandidaten in die Wahl zu gehen.

Ohne einen ernstzunehmenden Gegner für Söder hat sich der Bayerische Rundfunk angeblich dafür entschieden, vorerst auf ein klassisches TV-Duell zu verzichten. Ganz vom Tisch ist das Thema dennoch nicht. Wie es heißt, wollten die BR-Verantwortlichen einen möglichen Schlagabtausch neu bewerten, wenn im September neue Umfragewerte erscheinen. Alternativ sollen nun mehrere kleinteilige Formate die Lücke schließen. Details dazu sind nicht bekannt.

Söder indes bewertet die Spekulationen rund um das TV-Duell aus einigem Abstand durchaus mit Freude. Via Twitter ließ er wissen: "Kein TV-Duell vor der Landtagswahl? Offenkundig traut sich außer mir keiner das Amt des MP zu."


Quelle: teleschau – der Mediendienst