"Nummer 5 lebt" (1986), "Der Gigant aus dem All" (1999), "Wall-E" (2008) – Roboter durften in der Filmgeschichte immer wieder mal zeigen, dass sie – zumindest manchmal – die besseren Menschen sind. Nun gibt es in der Reihe liebenswerter Maschinen ein weiteres, besonders herzerwärmendes Exemplar: "Baymax – Riesiges Robowabohu" (2014) erzählt von einem mechanoiden Dickerchen, das einem kleinen Jungen zur Seite steht. In den deutschen Kinos brachte es der Animationsspaß aus dem Hause Disney auf 1,6 Millionen Besucher, nun zeigt ihn RTL als Free-TV-Premiere.

Erfunden hat den aufblasbaren Baymax der Vollwaise Tadashi, der an einer Techniknerd-Uni studiert und mit seiner Erfindung eines Pflegeroboters, der seine Patienten scannen und ihr Leiden sofort behandeln kann, das Gesundheitswesen revolutionieren will. Sein hochintelligenter, kleiner Bruder Hiro dagegen vertreibt sich seine Zeit lieber mit illegalen Roboterkämpfen. Mittels eines anrührenden Tricks lockt Tadashi seinen Burder in die studentischen Laborräume, wo er nicht nur Baymax, sondern auch die ungewöhnliche Kommilitonen seines Bruders kennenlernt: den korpulenten Ordnungsfanatiker Wasabi, der mit Plasma-Klingen experimentiert, die Chemie-Expertin Honey Lemon, Gogo Tomago, die an High-Tech-Rädern arbeitet, und den Comic-Fan Fred, der für seine genialen Freunde eine Art Maskottchen ist.

Um die Aufnahmeprüfung zu bestehen, entwickelt Hiro sogenannte Mikrobots, die sich mittels Telepathie sekundenschnell zu jeder erdenklichen Form zusammensetzen lassen. Doch nach der erfolgreichen Präsentation bricht ein Feuer in der Uni aus, bei dem Hiros Bruder ums Leben kommt. Der pubertierende Junge fällt in ein tiefes Loch, was das mitfühlende Dickerchen Baymax auf den Plan ruft. Baymax setzt fortan alles daran, seinem Patienten zu helfen.

Zunächst nervt der naiv und tollpatschig durch die unglaublich abwechslungsreich animierte Welt von San Fransokyo – einer gelungenen Mischung aus San Francisco und Tokio – tapsende Roboter den Jungen gewaltig. Doch schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine ungewöhnliche Freundschaft. Und da das friedfertige Riesenmarshmellow wirklich alles zu tun bereit ist, um Hiro zu heilen, lässt Baymax sich gemeinsam mit Tadashis Kommilitonen auch zum Superhelden mit Superkräften aufrüsten. Gemeinsam versuchen sie, den Bösewicht mit der Kabuki-Maske zu überführen, der Hiros Nanotechnologie gestohlen und auch das Feuer in der Uni gelegt hat.

Wenn die Helden im letzten Drittel den Schurken jagen, erinnert der Film zwar eher an die "Transformers"-Filme, und folglich büßt die Geschichte einiges von ihrem ungewöhnlichen Charme ein. Doch spätestens wenn der verbitterte Hiro durch seinen selbstlosen Roboterfreund begreift, was wahres Heldentum ausmacht, stehen den großen und kleinen Zuschauern doch wieder die Tränen in den Augen.

Ob "Baymax" eine Kinofortsetzung vergönnt ist, steht derzeit noch in den Sternen. Immerhin aber treibt der putzige Roboter seit Ende 2017 in einer Fernsehsehserie wieder sein Unwesen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst