Junge, leicht bekleidete Frauen mit übernatürlichen Körpermaßen und fülliger Haarpracht sollen Männern schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts den Kopf verdrehen. Eine ARTE-Dokumentation von Sophie Peyrard zeichnet die Geschichte der Pin-up-Girls nach.

Im Zweiten Weltkrieg flogen sie – aufgezeichnet auf US-amerikanischen Bombern – sogar mit in den Krieg gegen Hitler-Deutschland. Als patriotische Unterstützerinnen fungierten die Pin-up-Girls den Piloten und Soldaten als Identifikationsfiguren. Und sie schenkten ihnen damit auch ein Stück Heimat, die die Sehnsucht stiftete. Die Motivation vieler damals: Nur Heimkommen aus dem Schrecken in den schönen warmen Schoß ausladender Kurven.

Doch die Versinnbildlichung eines vielgestaltigen Sexsymbols, das scheinbar die Fantasiewelt der Männer regiere, erlebte immer auch einen Wandel. Und dieser wurde nicht nur in der Länge eines Rockes gemessen. Im schlicht "Pin-up" betitelten Film von Sophie Peyrard ist zu sehen, wie sich die Darstellung der Pin-ups seit ihren Anfängen im späten 19. Jahrhundert immer wieder veränderte.

Erst die Kirche, später die Politiker nahmen Einfluss darauf, wie es aussehen sollte. Heute hat ein angeblich moderner Feminismus das letztendlich doch von Männern erschaffene Sexsymbol für sich entdeckt. Für Frauen wie Kunsthistorikerin Maria Elena Buszek oder Burlesque-Künstlerin Lada Redstar symbolisieren die Pin-ups inzwischen weibliche Verwegenheit und Selbstbestimmung.


Quelle: teleschau – der Mediendienst