Die Festtage sind vorbei? Mitnichten. Für Freunde der Trash-Unterhaltung geht es jetzt erst richtig los. Am 2. Januar startete die RTL-Sendung "Der Bachelor" in ihre neunte Staffel. Und schon am ersten Abend wurde geweint und gezickt. Das kann ja heiter werden!

Die erste Folge der Datingshow läuft nach dem gewohnten Schema F ab. Der "Bachelor" stellt sich kurz vor, dann werden die Damen in einer schicken Limousine zur Brautschau angefahren. In einem kurzen, furchtbar tiefgründigen Gespräch muss sich der "Bachelor" darüber klar werden, ob hier vielleicht die Frau seines Lebens vor ihm steht oder ob er die Dame noch am gleichen Abend wieder nach Hause schickt.

Diesmal heißt der Bachelor Andrej Mangold. Er sagt, er sei Basketball-Profi. Präziser wäre es, zu sagen, er WAR Basketball-Profi, denn seine Karriere hat er mittlerweile beendet. Nun versucht er, sich mit seiner eigenen Kaugummi-Marke auf dem Markt zu etablieren, die schlicht "Das Kaugummi" heißt. Das leuchtet ein und an einem Abend, an dem der RTL-Zuschauer sich zahlreiche neue Namen und Gesichter merken muss, ist er für derartige Hilfestellungen dankbar. Die allererste Einstellung des Abends zeigt Mangold in einer Sporthalle, in seinem Trikot. "In der Liebe gibt es keine mentale Stärke", erklärt er den Unterschied zum Sport. Das ist schade, aber für den weiteren Verlauf der Staffel vielleicht nicht die schlechteste Voraussetzung.

Anschließend ist es an den Frauen, sich dem Zuschauer vorzustellen, bevor sie vor den "Bachelor" treten. In Kurzfilmen rühren die Kandidatinnen (hier finden Sie Bilder der 20 Frauen) mächtig die Werbetrommel: "Ich bin grad' voll Banane im Kopf", "Ich bin laut", "Ich bin verrückt". Da muss mehr kommen, denkt sich RTL und lässt eine Drohne über die 20 Frauen fliegen, die sich praktischerweise in einer Reihe aufgereiht haben und sich im Bikini am Strand räkeln.

Dann wird es ernst. Nacheinander werden die Damen vorgefahren und präsentieren sich im schicken Outfit dem "Bachelor". Eine Kandidatin tanzt für Andrej, der Smalltalk hat es in sich. "Hallo, ich bin Ernestine" – "Andrej, hallo." – Peinliche Pause. – "Und wie heißt du?" – Oder auch: "Ich komme aus Hannover." – "Ne, oder??? Ich auch!!!!" – "Hier, nimm meine erste Rose." Herr Mangold scheint ein Pragmatiker zu sein.

Neben Christina aus Hannover, die also die erste "Vorab-Rose" der Staffel abräumt, begleitet Andrej noch die ein oder andere Frau in die Villa. Den Damen, die den Weg von der Türschwelle bis zum Gesellschaftsraum ganz alleine finden müssen, stößt das bitter auf. Vor allem die Blondinen sehen ihre Felle davonschwimmen, schließlich scheint Andrej vor allem die dunkelhaarigen Damen noch ein Stück des Weges zu begleiten. Ganz schön viele Blondinen, lautet Andrejs Zwischenfazit. Begeisterung klingt anders.

Dass sich schon in der ersten Folge zwischenmenschliche Gräben auftun, lässt beim Zuschauer ein wenig Hoffnung aufkeimen. "Mir geht das jetzt schon auf den Sack", lästert eine der Kandidatinnen über eine andere Kandidatin.

Und auch beim anschließenden Kennenlernen während einer Mini-Party herrscht gedrückte Stimmung. Einige Kandidatinnen hätten es gerne, dass Andrej auf sie zugeht. Der ist aber beschäftigt, denn jedes Vier-Augen-Gespräch wird schon nach wenigen Minuten von den weniger zurückhaltenden Damen "gecrasht".

Und dann ist es auch schon so weit. Andrej, der sich in der kurzen Zeit natürlich keinen Namen merken konnte und deshalb eine Pinnwand mit den Fotos der Frauen als Hilfsmittel nutzen darf, muss drei Frauen wieder nach Hause schicken. Tränen (der Erleichterung) fließen aber nur bei Mariya, die sich schon im Flieger gewähnt hatte, weil der "Bachelor" sie im Vier-Augen-Gespräch "gar nichts gefragt hatte". Sie ist genauso in der kommenden Woche wieder dabei wie 16 andere Frauen, deren Namen sich der "Bachelor" bis dahin hoffentlich merken kann. Beim Zuschauer dürfte dieser Prozess womöglich noch etwas länger dauern. Macht aber nichts: Wir behalten den Überblick.