In "Der Brief für den König" begibt sich ein Junge auf eine Reise, um das Land zu retten. Die Vorlage für die Serie stammt von einem niederländischen Jugendbuch und so manches erinnert an "Der Herr der Ringe". 

Mit ihrem Jugendroman "Der Brief für den König" begeisterte die niederländische Autorin Tonke Dragt Anfang der 60er-Jahre zahlreiche Leser. Das Buch wurde 1963 sogar mit dem "Gouden Griffel", dem bedeutendsten niederländischen Preis für Jugendliteratur, ausgezeichnet, und in mehrere Sprachen übersetzt. 2008 packte Pieter Verhoeff die bekannte Geschichte in einen Film, der sich vor allem durch seine Schlichtheit von dem Hollywood-Fantasy-Trubel abhob. Nun schnappte sich der Streaminggigant Netflix die holländische Geschichte – und weitete sie zu einer sechsteiligen Miniserie aus. Ab Freitag, 20. März, ist "Der Brief für den König" abrufbar.

Auch hier gilt: Wer sich ein weiteres Spektakel ala "Herr der Ringe", "Game of Thrones" oder "The Witcher" erhofft, wird enttäuscht sein. "Der Brief für den König" ist bei weitem nicht so brutal, die Geschichte vorhersehbar und weniger originell. Doch diesen hohen Ansprüchen muss eine Adaption eines niederländischen Jugendbuchklassikers wohl auch nicht gerecht werden.

Gewisse Ähnlichkeiten lassen sich trotzdem nicht von der Hand weisen – vor allem die Story gleicht der von "Herr der Ringe". Der düstere Prinz Viridian (Gijs Blom) will das Land zerstören und schickt sechs geheimnisvolle Briefe los. Einer davon gelangt in Tiuris (Amir Wilson) Hände, der sich gerade in der Ausbildung zum Ritter befindet. Er soll die wichtige Nachricht dem König überbringen. Auf seiner abenteuerlichen Reise wird der Junge mit Höhen und Tiefen konfrontiert: Feinde wünschen sich seinen Tod, Weggefährten sollen ihn aufspüren, und immer wieder muss er aufpassen, wem er eigentlich vertrauen kann.

Außerdem erinnert die spektakuläre Kulisse an "Herr der Ringe": Wie die Kult-Reihe wurden auch Teile der Netflix-Serie in Neuseeland gedreht. Die Aussichten auf Berge, Landschaften, Wälder und Flüsse zaubern eine Atmosphäre, die fast schon nostalgische Gefühle auslöst. Und es gibt sogar ein Wiedersehen mit zwei "Herr der Ringe"-Größen: Andy Serkis, bekannt als garstiger "Gollum", und "Faramir"-Darsteller David Wenham mischen in "Der Brief für den König" munter mit.

Mit viel Charme, Witz und ein bisschen Magie stellten Showrunner William Davies ("Drachenzähmen leicht gemacht") und die Regisseure Alex Holmes und Felix Thompson eine einfach gehaltene Fantasy-Geschichte mit fast gänzlich unbekannten Schauspielern auf die Beine. Eine Serie, die eher jüngeres Publikum anspricht und flott von einer Szene zur nächsten fließt. Ältere Fantasyinteressierte können also ebenfalls ihren Gefallen daran finden.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH