Terence Hill ist wieder da! Nicht als großmäuliger Westernheld zwar, wie einst in "Vier Fäuste für ein Halleluja" mit Bud Spencer, doch genau so blauäugig wie eh und je – und genau so faltenlos. Das Bayerische Fernsehen sendet nun in Erstausstrahlung jeweils freitags in Doppelfolgen die zweite Staffel der italienischen Heimatkrimi-Serie "Un passo dal cielo" (übersetzt: "Einen Schritt vom Himmel entfernt"). Der deutsche Sendetitel "Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel" ist nicht ganz so romantisch. Neben Terence Hill als Forstkommandant Pietro sind die Berggipfel und Wälder des südtiroler Hochpustertals in Hauptrollen zu sehen.

In Italien (Rai Uno, seit 2011) ist man bereits bei der vierten Staffel des Geschehens um den Herrn Oberförster in der feschen Militärkluft und seinen beigeordneten Polizeikommissar Vincenzo (Enrico Ianniello) angelangt. Terence Hill hat nach der dritten Staffel allerdings inzwischen den Dienst quittiert. Zu Beginn von Staffel zwei jedoch sehen wir Pietro unter der adretten Militärmütze mit dem stolzen Adlerabzeichen immer noch um seine bei einem Unfall ums Leben gekommene Frau trauern. Der Arme hat sich aus Gram in eine einsame Hütte am Bergsee zurückgezogen. Und weil ein Unglück selten alleine kommt, ist die örtliche Polizeistation von Innichen nach einem Wasserschaden obendrein in seine Amtsstelle, das Forsthaus, eingezogen.

Bergromantik trifft Kriminalfilm

Das führt zu mancherlei bescheidenen Turbulenzen. Was machen die entlaufenen Bergziegen auf dem improvisierten Polizeirevier? Verhindern sie nicht zu allem Übel auch noch den längst fälligen Heiratsantrag, den Kommissar Vincenzo, der Mann vom Vesuv, der schönen Tierärztin Silvia (Gaia Bermani Amaral) machen will? Am Ende wird Vincenzo dem Eheziel wieder nur einen Schritt näher gekommen sein. Dabei konnte er den im Pferdehafer verlorenen Verlobungsring der angebeteten Tierärztin wider Erwarten doch noch inmitten des Wildsees überreichen, nachdem ihn die gute Seele des Hauses in einem Kräutertee-Beutel wiederfand.

Es ist ja nicht einfach, mit allerlei Bergromantik auch noch den Kriminalfilm zu kreuzen. Weshalb hier der Fall einer vergifteten Kinderschar ein wenig ins Hintertreffen gerät. Lange Zeit muss da der zu kurz gekommene Sohn eines Erbhofbauern den bösen Buben machen. Das Gift hatte wohl dem zu Unrecht bevorzugten Bruder gegolten, so vermutet man. – Wer aber mit genügend Ausdauer solcherlei Blindspuren im kargen Synchronton folgt, wird am Ende mit einer naturnahen Verfolgungsjagd belohnt, in der es um cäsiumverseuchte Pellets geht. Mit finalem Beinschuss erlegt Terence Hill schließlich den Missetäter. Bei wieherndem Pferd, fast so wie einst im Spaghetti-Western. Und beim Angesicht eines friedvollen Wolfes blickt er zum wirklich nur einen Schritt entfernten Himmel auf, um seine ewigen Berge zu feiern.


Quelle: teleschau – der Mediendienst