Der Reiz an Geschichten über ungleiche Geschwister scheint die Filmbranche nicht loszulassen. Regisseur Olaf Kreinsen siedelt seine beiden Charaktere in "Einmal Bauernhof und zurück" (2014) in ziemlich klischeehaften Milieus an: Die eine Schwester wohnt als Bäuerin in der ländlichen Eifel, die andere als Luxus-Geschäftsfrau im mondänen Düsseldorf. Obwohl sich plakative Typenzeichnung und die altbekannte Gegensatzkomik in der stark besetzten Familienkomödie konsequent überschlagen, entsteht doch ein sentimentaler, fast melancholischer Unterton, der dem Zuschauer das Herz ein wenig erweicht. Die ARD wiederholt das Drama nun zur besten Sendezeit.

Klara (Alwara Höfels) und Mika (Sophie Schütt) wuchsen gemeinsam auf einem Bauernhof in der Eifeler Provinz auf. Während Mika sich immer ein wenig fehl am Platz fühlte und so schnell wie möglich auszog, um Künstlerin zu werden, blieb Klara daheim, kümmerte sich um den Hof und die Eltern. Ein paar Jahre nach dem Tod der Eltern steht Klara kurz vor dem Ruin. Sie kann den Hof nicht mehr finanzieren und muss ihn womöglich sogar verkaufen. In ihrer Not wendet sie sich an ihre Schwester Mika, die mittlerweile als erfolgreiche Galeristin mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Düsseldorf lebt.

Klischeehafte Gegensätze

Der Film dreht sich fast ausschließlich um die klischeehaften Gegensätze der ungleichen Schwestern. Beide werfen der jeweils anderen vor, keine Ahnung vom Leben zu haben. Dabei verstehen sie nicht, dass nicht jeder Lebenstraum gleich geartet sein muss. Über Jahre hinweg verschanzten die beiden Sturköpfe sich immer mehr in ihren scheinbar manifestierten Welten – das Wiedersehen lässt die dicken Wände aber erstaunlich rasch bröckeln.

Jede der Schwestern profitiert schließlich von der Einstellung und Sichtweise der anderen. Diesen Austausch von Lebensphilosophien und Alltagsratschlägen hätte man allerdings etwas origineller darstellen können: In etwas abgedroschen wirkenden "Umstyling"-Sequenzen wird nicht nur der Bauerntölpel Klara geschminkt, frisiert und neu eingekleidet, auch der Hof bekommt einen Neuanstrich, und die karrierefixierte Mika lernt, wieder Farben in ihre schwarz-weiße Lebensansicht zu lassen. Wenn die beiden Schwestern sich in ihrer alten Heimat wieder einander annähern und sich zu melancholischer Musik an die gemeinsam verbrachte Kindheit erinnern, driftet das Ganze vollends in sentimentale Gefilde ab.


Quelle: teleschau – der Mediendienst