In der aktuellen Staffel von "Die Höhle der Löwen" tritt Judith Williams nur selten in Erscheinung. Das liegt nicht nur daran, dass sie ihren Platz mit einem anderen "Löwen" teilt.

Wie schon im Vorjahr ist Judith Williams auch in der aktuellen Staffel von "Die Höhle der Löwen" nicht bei jedem Pitch dabei. Die Investorin wechselt sich mit Georg Kofler ab. Im vergangenen Jahr war eine Erkrankung der Grund für ihre reduzierten Auftritte, in diesem Jahr ihre Teilnahme an der RTL-Show "Let's Dance". Die aktuellen Folgen von "Die Höhle der Löwen" wurden bereits im Frühjahr aufgezeichnet – zu diesem Zeitraum fanden auch die Live-Sendungen der Tanzshow statt.

Judith Williams ist also eine vielbeschäftigte Frau. Als Investorin ist sie derweil kaum noch zu bezeichnen. Denn bei den getätigten Deals dieser Staffel belegt die Unternehmerin den letzten Platz. Einen mickrigen Deal hat Judith Williams 2018 bislang abgeschlossen, der hatte es aber immerhin in sich. Direkt in der ersten Folge investierte sie gemeinsam mit Frank Thelen eine Million Euro in den "Calligraphy Cut", einen besonderen Haarschneider. Zum Vergleich: Ralf Dümmel steht schob bei zehn Deals. Hier sehen Sie alle Deals der fünften Staffel. 

Auch Williams' Vertreter Georg Kofler hat erst zwei Deals abgeschlossen und belegt den vorletzten Platz. Keine Überraschung, wenn man nicht bei allen Pitches anwesend ist. Doch im Gegensatz zu Williams gab Kofler deutlich häufiger ein Angebot ab, wurde ein ums andere Mal von einem anderen Investor ausgestochen.

Judith Williams hingegen findet meistens lobende Worte für die Gründer und ihre Produkte, gerät häufig richtig ins Schwärmen. Um dann doch fast immer zu sagen: "Ich bin raus." Bei den Zuschauern von "Die Höhle der Löwen" ist dieses Gebaren, so charmant wie möglich abzusagen, schon zum Running Gag geworden.

"Es geht viel ums Bauchgefühl: Wenn es da nicht kitzelt, warum sollte man dann investieren? Es muss eine Bereicherung sein", sagte Judith Williams vor dem Start der fünften Staffel im Interview. Offenbar stimmt das Bauchgefühl bislang nur selten. Im vergangenen Jahr hatte Williams trotz Zwangspause immerhin acht Spontan-Investitionen getätigt, die Hälfte der Deals platzte aber im Nachgang der Show wieder. 

Bei einigen Gründern zweifelt sie offenbar auch an der Intention. "Es gibt alles. Leute, bei denen ich schon spüre, dass sie nur die Werbezeit wollen. Die gar kein Investment wollen. Mit der Erfahrung von fünf Staffeln merke ich das inzwischen", sagte die Unternehmerin und gelernte Opernsängerin. "Dann gibt es Leute, die wirklich Hilfe suchen, weil sie es nicht schaffen oder noch nicht gelernt haben. Andere wollen nur ein Business verkaufen und andere die Arbeit machen lassen. Es gibt in der "Höhle der Löwen" alles – so, wie es im Business alles gibt!"

Ihren Sympathiewerten tut die Investitionsscheu keinen Abbruch. Bei Twitter fliegen der "Löwin", die wie Frank Thelen schon seit der ersten Staffel dabei ist, die Herzen zu. Ihr Vertreter Georg Kofler hat es da deutlich schwerer.

Sieben Folgen der neuen Staffel sind gelaufen. Bleiben noch fünf, um die eigene Investitionsbilanz etwas aufzubessern. Doch selbst wenn nicht: Vielen Zuschauern wird's egal sein. Denn so nett wie Judith Williams sagt wohl sonst niemand ab.