Dieser Pitch wirft Nico Rosberg völlig aus der Bahn: Zwei blutjunge Gründer stellen in "Die Höhle der Löwen" ihre App vor, die Ehrenamtler zusammenbringt. Für den früheren Formel-1-Weltmeister endet der Dreh mit Tränen.

Geld verdienen und dabei Gutes tun – das ist die Idee von Ludwig Petersen (21) und Paul Bäumler (22) aus München. Die beiden haben die App "Letsact" entwickelt, die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, mit den entsprechenden Organisationen zusammenbringt. "Jeder dritte Deutsche würde gerne ehrenamtlich etwas Gutes tun", erklärt Petersen in der VOX-Gründershow. "Aber oft weiß man nicht, wie oder wo man anfangen soll."

Hier setzen die beiden mit "Letsact" an. Ihre App bündelt unterschiedlichste soziale Organisationen und bietet einen guten Überblick über die breiten Möglichkeiten des Ehrenamts. So kann man einfach und unkompliziert soziale Projekte finden und sich engagieren. Die Plattform vermittelt somit zwischen Volunteers und Non-Profit-Organisationen. 

Eigentlich eine gute Idee. Aber wie soll man damit Geld verdienen? Und ist das überhaupt der richtige Ansatz? Die beiden Gründer erklären, dass ihre App zwar kostenlos ist, größere Non-Profit-Organisationen aber für einen bestimmten Betrag Zusatzdienste dazubuchen können. 300.000 Euro haben sie aufgerufen, dafür sind sie bereit, zehn Prozent der Firmenanteile abzugeben.

Das Echo der "Löwen" fällt verhalten aus. Grundsätzlich gibt es Lob für die Idee der Gründer. Doch die Firmenbewertung finden die Investoren zu hoch. Einer nach dem anderen steigt aus. Nur Nico Rosberg ringt mit sich selbst.

"Ich habe Gänsehaut bekommen, sensationell", sagt Rosberg. "Für meine Tochter, die jetzt vier Jahre alt ist, suche ich nach etwas, wo ich Gutes tun kann, um sie zu inspirieren." Doch die Positionierung der Gründer findet er falsch. "Ich kann hier nicht investieren, um mit euch zusammen bei diesem Thema Geld zu machen", erklärt Rosberg. "Wenn ihr in Zukunft auf ein Non-Profit-Modell umstellt, dann ruft mich an."

Doch die Absage geht Rosberg sichtlich nahe. Während die beiden Gründer das Studio verlassen, schießen dem früheren Rennfahrer Tränen in die Augen. Als die anderen Investoren den Pitch noch einmal Revue passieren lassen, verlässt Rosberg sogar bitterlich weinend das Studio.

Konsterniert bleiben die anderen "Löwen" zurück. "Was ist denn?", fragt Dagmar Wöhrl. "Das hat ihn anscheinend sehr mitgenommen, oder?", mutmaßt Ralf Dümmel. Die Gründer glauben zu wissen, warum ihre Produktpräsentation Rosberg so berührt hat. "Die Welt besser machen, ist ja auch das, was Nico Rosberg versucht mit seinem Netzwerk", Ludwig Petersen. "Dass es nicht für einen Deal gereicht hat, ist schade."