ProSieben-Moderator

Thore Schölermann und der Naturschutz: "Wir machen es uns immer sehr einfach"

Für eine Reportage zum Thema Waldbrände reiste Moderator Thore Schölermann um die Welt – und in seine Heimat. "Es ist eine verrückte Entwicklung: Naturschutz ist zwar hip geworden, aber gleichzeitig haben sich die Menschen von der Natur entfremdet", sagt er.

Waldbrände sind nicht nur aktuell in Kalifornien ein Problem, sondern überall auf der Welt – Deutschland ist da keine Ausnahme. Das beweist der "Green Seven Report: Unser Wald brennt" (Montag, 21. September, 20.15 Uhr, ProSieben), für den Moderator Thore Schölermann rund um die Welt reiste. Der Status Quo und die Zukunft der deutschen Wälder machen dem 35-Jährigen Sorgen, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau verriet. Die Thematik Waldsterben geht Schölermann ganz besonders nahe. Schließlich sei er "ein bisschen wie Mogli" im Wald aufgewachsen. Genauer: In der Nähe von Iserlohn unter haufenweise Bäumen, aber ohne Nachbarn. Ein Teil dieses Waldes ist inzwischen verschwunden, Schädlinge und Borkenkäfer haben ganze Arbeit geleistet.

Ist die Misere dem Versagen der Politiker geschuldet? Schölermann sieht das differenzierter: "Wir machen es uns immer sehr einfach, die Politik für diese Zustände verantwortlich zu machen." Stattdessen ist er der Meinung, dass "unser Lifestyle das viel größere Problem ist". Wenn einfach jeder seinen jetzigen Lebensstil hinterfragen würde, wäre das nicht nur die effektivere, sondern auch schnellere Maßnahme als jedes durchdiskutierte Umweltschutz-Gesetz. Was dafür nötig ist? "Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir auf dieser Erde endliche Ressourcen vergeuden", stellt er klar. "Sei es durch das Amazon-Paket oder den Billigflug: Die Natur reagiert darauf, und das kommt uns am Ende teurer zu stehen als kleinere Einschränkungen."

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Angesprochen auf das Engagement der jungen Generation um "Fridays for Future" mischt sich beim Moderator von "The Voice of Germany" eine Prise Skepsis in das Wohlwollen: "Ich hoffe, dass Naturschutz bei jungen Leuten nicht nur ein Trend ist." Für ihn ist ganz klar, dass Naturschutz nicht als "hipper Zeitvertreib" wahrgenommen werden darf. "Die Sache funktioniert nur, wenn das Engagement über einen Instagram-Post hinausgeht und man sich den eigenen Energieverbrauch und die eigene Müllentsorgung bewusst macht." Er erkennt die Gefahr, dass Umwelt-Aktivismus zum reinen Lifestyle wird, mit dem man sich schmückt. "Es ist eine verrückte Entwicklung: Naturschutz ist zwar hip geworden, aber gleichzeitig haben sich die Menschen von der Natur entfremdet."

Dass sich ein gewisses Bewusstsein für die Thematik entwickele, was er unter anderem in seinem Freundeskreis bemerke, begrüßt Schölermann aber ausdrücklich. Das scheint angesichts der angespannten Situation wohl auch nötig. "Egal wo in Deutschland: Es reicht, eine Zigarette in den Wald zu schmeißen und es brennt lichterloh", mahnt Thore Schölermann. So schlecht es momentan auch für die Wälder weltweit aussieht, liege genau darin auch eine Chance. "Es kann jetzt eigentlich nur besser werden", lacht der "taff"-Moderator. Es gelte eben nun, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Denn unter anderem vor rund 50 Jahren wurden laut Schölermann einige fatale Entscheidungen für den Wald getroffen, beispielsweise die extreme Bepflanzung mit Monokulturen. "Alles, was wir jetzt falsch machen, bekommen nachfolgende Generationen zu spüren, so wie wir jetzt das abkriegen, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde", prangert der Moderator auch die Fehler der Eltern-Generation an. Genau das soll nicht wieder passieren, und er hofft, dass seine Reportage dabei hilft, den Leuten die Augen zu öffnen: "Ich will meinen Kindern auch mal einen deutschen Urwald zeigen können", wünscht sich Schölermann für die Zukunft.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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