Im Staffelfinale der "Höhle der Löwen" ging es am Dienstagabend hochprozentig zu. Beim Testen des Start-Ups "Tastillery" zeigten sich die Investoren nicht gerade trinkfest – allen voran Judith Williams, die zum ersten Mal in ihrem Leben Schnaps trank.

In der letzten Folge der aktuellen Staffel der "Höhle der Löwen" ging es endlich mal herrlich locker zu. Das lag auch daran, dass die Investoren zum Glas griffen und so die typischen Fragen nach Zahlen und Fakten für einen Moment vergaßen. Denn die beiden Cousins Andreas und Waldemar Wegelin hatten den Löwen als Gründer des Start-Ups "Tastillery" verschiedene Probier-Sets für Spirituosen mitgebracht.

Kaum standen die jeweils fünf Test-Gläschen auf den Tischen der Investoren, gingen die Gläser in Richtung Mund und sorgten für eine der unterhaltsamsten Szenen der Staffel. "Ich habe noch nie Schnaps getrunken" gab Judith Williams zu, probierte aber doch und musste genau wie Dagmar Wöhrl erstmal kräftig husten. Der Gin schien ihr aber zu schmecken, sodass die nächsten Schlucke schnell ihre Wirkung zeigten. "Ich vertrage so wenig Alkohol. Deswegen hat mein Mann auch eine Freundin", sagte sie kichernd und ergänzte unter dem Gelächter ihrer Mit-Löwen nach einem kurzen Moment der Stille: "Das hat sich jetzt sehr komisch angehört." Kein Grund zur Sorge um die Ehe von Frau Williams: Bei der Freundin handelt es sich um die 93-jährige Rosamunde Pilcher.

Da sich auch die anderen Investoren als ebenso wenig trinkfest erwiesen, stiegen die Geldgeber der Reihe nach aus. Nur Dagmar Wöhrl konnte dem Motto der Gründer "Learning by Drinking" wirklich etwas abgewinnen und wollte mit den Cousins zusammen den Spirituosen-Markt erobern: "Wenn ich keine Abnahmepflicht habe, dass ich so und so viel Gin trinken muss, haben wir einen Deal", sagte sie mit einem Schmunzeln. Nach der Sendung entschieden sich die beiden kompetenten und sympathischen Gründer übrigens doch noch gegen einen Deal mit Beteiligung und für eine "andere Art der Zusammenarbeit".

Carsten Maschmeyer sticht Frank Thelen aus

Diese App hatten gleich zwei Löwen zum Fressen gern: "Talentcube" vereinfacht den Bewerbungsprozess, indem dieser per Video via Smartphone stattfindet. So sparen sowohl Unternehmen als auch Bewerber Zeit und Geld. Technik-Experte Frank Thelen war begeistert und bot den drei Gründern Sebastian Niewöhner, Sebastian Hust und Hendrik Seiler 400.000 Euro für 35 Prozent der Anteile. Da hatte er die Rechnung aber ohne Carsten Maschmeyer gemacht, der für dieselbe Summe nur 33,3 Prozent haben wollte. "Da Carsten sein Angebot natürlich clever nach mir gemacht hat, erlaube ich mir nachzuziehen", konterte Thelen.

Letztlich entschieden sich die Gründer trotzdem für Maschmeyer, der vorher ordentlich mit seinem Netzwerk angegeben hatte: "Wir können heute Abend noch 15 DAX-Chefs anrufen und richtig 'Rambazamba' machen." Thelen gratulierte zwar artig zum Deal, wirkte aber leicht angefressen – diese App hätte sicherlich genau in sein Beuteschema gepasst.

Airbnb für Restaurants

Immerhin hatte Thelen beim nächsten Pitch zumindest teilweise Erfolg. Gemeinsam mit Williams schnappte er sich für 150.000 Euro 25 Prozent des Start-Ups "Chef.One" – ein Airbnb für Dinner-Partys. Das Prinzip: Gastgeber legen fest, was sie kochen, wie viele Personen kommen können und was ein Menü kostet. Anschließend buchen andere Community-Nutzer das Essen und bewerten den Abend anschließend. Die Löwen fanden diese Idee durch die Bank weg genial und freuten sich mit Thelen und Williams. Den Gründern schmeckte der Deal nach der Sendung allerdings wohl doch nicht mehr. Wegen zu vieler unterschiedlicher Ansichten zur Weiterentwicklung der App, entschied man sich gegen die Zusammenarbeit.

Wovon Judith Williams träumt

Es gibt einen Satz, den man von Judith Williams einfach nicht mehr hören will: "Wenn ich in ein Produkt investiere, will ich mit dem Gedanken daran einschlafen und wieder aufwachen – ich will dafür genauso viel Leidenschaft empfinden wie der Gründer selbst." Auf diese Standard-Ausrede der Investorin folgt nämlich immer die sofortige Absage an einen der Teilnehmer. Das musste am Dienstagabend auch der 56-jährige Detlev Sommer erfahren, der mit dem "Fensterschnapper" eine einfache, aber kluge Zusatzsicherung für Wohnungsfenster entwickelt hat. Zu seinem Glück erkannte Ralf Dümmel das Potenzial des Einbruchsschutzes und machte einen Deal mit dem Mann, bei dem man das Gefühl hatte, dass es ihm eher um die Sicherheit anderer als um das Wachstum seiner Firma geht.

Die abgegriffene Ausrede von Judith Williams – auf die sie in Staffel 5 hoffentlich verzichtet – sowie einige mal wieder weniger gewitzte Wortspiele von Carsten Maschmeyer, sollen aber nicht über eine hervorragende letzte Folge einer gelungenen vierten Staffel hinwegtäuschen. Insgesamt wurden Millionen in viele nützliche Produkte investiert und die Folgen konnten durch emotionale und lustige Momente unterhalten. Der Zuschauer darf sich also zurecht freuen, dass es auch in 2018 wieder "Die Höhle der Löwen" geben wird.

In Kooperation mit RP ONLINE.