Bei SAT.1 wird der Vorabend umgebaut. Im Vorlauf auf die tägliche Version des Comedyklassikers "Genial daneben" (19 Uhr) beginnt am Montag, 30. Juli, 18 Uhr, das neue Unterhaltungs-Magazin "Endlich Feierabend!". "Wir wollen mit dem Zuschauer gemeinsam in einen guten Feierabend starten", sagt Moderatorin Annett Möller über das Format.

Die 39-Jährige präsentiert die "Infoshow für die ganze Familie", wie sie sie nennt, gemeinsam mit Daniel Boschmann, der bei SAT.1 seit 2016 beim Frühstücksfernsehen zu sehen war. Für die Mutter einer einjährigen Tochter ist die neue Herausforderung eine Herzensangelegenheit. Für die sie doch recht überraschend den Sender gewechselt hat. Zuvor war Möller jahrelang bei RTL und n-tv als Nachrichtensprecherin zu sehen. Aus dieser eher sachlich-nüchternen Branche wollte sie heraus. Zeit dafür sei es geworden, so Möller. Denn: "Die Unterhaltung war schon immer mein Ziel!"

prisma: Frau Möller, wenn andere den Feierabend genießen, geht für Sie die Arbeit erst richtig los.

Annett Möller: Na, ich würde sagen mit dem neuen Magazin "Endlich Feierabend!" gehen wir gemeinsam mit den Zuschauern in den Feierabend. Als Moderatoren arbeiten Daniel Boschmann und ich so wie die meisten Zuschauer. Auch wir fangen morgens an und sind tagsüber an der Entwicklung der Sendung beteiligt. Zugegebenermaßen ist unser Feierabend mit Ende der Live-Sendung um 19 Uhr und der Nachbesprechung gegen 19.30 Uhr etwas später als bei einigen anderen.

prisma: Wie wird Ihr Tagwerk in der Sendung aussehen?

Möller: Wir empfangen die Zuschauer in "unserem" Wohnzimmer und wollen, dass sie mit einem guten Gefühl in ihren Feierabend starten. Wir fassen die Gesprächsthemen des Tages in einer lockeren Weise zusammen und erzählen die Geschichten hinter den aktuellen Schlagzeilen. Klar dürfen auch Servicethemen wie beispielsweise Schnäppchen-Tests und tolle Studiogäste nicht fehlen. Wir wollen unterhalten, informieren und beraten. "Endlich Feierabend!" wird eine Info-Show, die sich an die ganze Familie richtet.

prisma: Nun ist nicht jeder Tag wie der andere. Wie reagieren Sie darauf?

Möller: Die klassischen Nachrichten, die ich etwa zwölf Jahre lang gemacht habe, sind wir nicht. Das bedeutet aber nicht, dass wir wichtige welt- oder innenpolitische Themen nicht auch behandeln. Dann jedoch gerne aus einem anderen Blickwinkel.

prisma: Welchen Blickwinkel meinen Sie?

Möller: Wenn Donald Trump beispielsweise mal wieder bei einem Gipfeltreffen ist, passieren auch Dinge, die die normalen Nachrichten nicht abbilden. Diese greifen wir gerne mit einem Schmunzeln oder als Aufreger auf.

prisma: Übernehmen Sie als ehemalige Nachrichtensprecherin die "härteren" politischen Themen?

Möller: Das würde naheliegen. Aber ich glaube nicht, dass wir uns so aufstellen. Schließlich habe ich mich für einen Wechsel in die Unterhaltung entschieden.

prisma: Aus welcher Motivation?

Möller: Ehrlich gesagt war die Unterhaltung schon immer mein Wunsch. Zu den Nachrichten kam ich durch Zufall. Damals hatte sich diese Chance ergeben und ich habe sie gerne ergriffen. Insgesamt hatte ich bei n-tv und bei "RTL aktuell" auch eine sehr gute Zeit. Unter anderem durch meine Teilnahme bei der Promi-Gesangsshow "It Takes 2" Anfang vergangenen Jahres und weiteren eher unterhaltenden Formaten habe ich jedoch gemerkt, ich sollte wirklich meinem Herzen folgen. Und das schlug eben schon immer mehr für die Unterhaltung.

prisma: Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit mit SAT.1?

Möller: Nach meiner Babypause kam SAT.1 mit einem tollen Angebot auf mich zu. Gleich beim ersten Casting für "Endlich Feierabend!" verstand ich mich mit Daniel Boschmann blind. Zwischen uns hat es sofort gepasst – wie die Faust aufs Auge. Letzten Endes war der Wechsel zu SAT.1 nur noch eine Bauchentscheidung. Und ich bin glücklich darüber, sie getroffen zu haben.

prisma: Mit einer Nachrichtensendung hätte SAT.1 Sie also nicht locken können?

Möller: Nein, auf keinen Fall. Es war ein toller Job bei den Nachrichten. Den hätte ich sicherlich auch noch 20 Jahre machen können. Aber nun habe ich mich klar gegen die Nachrichten entschieden, um mir einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen.

prisma: Sie wurden im Juni vergangenen Jahres Mutter. Und dennoch tauschen Sie die Sicherheit eines festen Jobs gegen ein doch gegebenes Risiko einer neuen Sendung ein?

Möller: Ich habe einen sehr tollen Partner an meiner Seite: den Traummann schlechthin. Er unterstützt mich auf meinem Weg und ist wirklich ein großer Anker. Ohne ihn hätte ich diese Entscheidung womöglich nicht so getroffen. Aber ich weiß, er ist immer für mich da, und ich kann mich voll auf ihn verlassen. Das hat mir den Wechsel sehr erleichtert.

prisma: Wie hoch sind die Erwartungen?

Möller: Wir alle wissen, der Vorabend ist nicht das leichteste Gebiet, auf dem wir uns bewegen. Dennoch sehe ich uns für diese Herausforderung sehr gut aufgestellt und hoffe, dass wir viele Zuschauer erreichen werden. Aber man muss auch sagen können: Neue Dinge brauchen manchmal ihre Zeit.

prisma: Sind bereits weitere Sendungen mit Annett Möller bei SAT.1 geplant?

Möller: Jetzt liegt natürlich das Hauptaugenmerk erst mal auf "Endlich Feierabend!". Ich bin in einem sehr guten Austausch mit SAT.1, und wir sprechen auch über weitere geplante Projekte. Darüber freue ich mich sehr. Denn ich bin hier beim Sender warmherzig und mit sehr viel Vertrauen aufgenommen worden.

prisma: Wie sieht denn eigentlich Ihr perfekter Feierabend aus?

Möller: Früher habe ich nicht verstanden, wenn die Kollegen pünktlich zum Feierabend den Stift fallen ließen, und weg waren sie zu ihren Familien. Als Mutter wird es mir nun ebenso gehen, in der Hoffnung, rechtzeitig nach Hause zu kommen, um unsere Kleine mit ins Bett zu bringen. Oder sie wenigstens kurz wach zu erleben. Obwohl mein Feierabend später beginnt als bei anderen, bleibe ich entspannt. Ich glaube, dass ich Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen werde.


Quelle: teleschau – der Mediendienst