Im äußersten Nordwesten Europas beherrschen Gegensätze die Natur, wenn Seen entweder eiskalt vom Gletscherwasser sind oder kochend heiß aufgrund vulkanischer Aktivität.

Temperaturen von nur zwölf bis 15 Grad im Sommer: Island ist wirklich kein Traumziel für Urlauber, die Sonne und Sandstrand genießen wollen. In den äußersten Nordwesten Europas reisen vielmehr Menschen, die vor allem eines erleben wollen: die unfassbar schöne Natur. Die noch dazu voller Widersprüche und Gegensätze ist. Schon die Lage Islands ist einzigartig und extrem. Die Insel befindet auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit auf der Kontaktzone zweier Kontinentalplatten. Eigentlich müsste sie auseinanderbrechen. Doch ständiger Nachschub an geschmolzenem Gestein aus dem Bauch der Erde unter Island sorgt dafür, dass dies nicht geschieht.

Dass der Filmemacher Jan Haft seine traumhafte Naturzeichnung "magisch" nennt, verwundert nicht. Island ist gespickt mit einer Einzigartigkeit, die sonst kaum zu finden ist. Hier lässt sich Brot im Boden backen. Tektonische Spalten füllen sich mal mit farbigem, mal mit kristallklarem Wasser. Seen sind kalt vom Gletscherwasser oder kochend heiß aus vulkanischer Aktivität. Flüsse wechseln die Fließrichtung und sind mal salzig, mal süß.

Hafts Reise führt bis zu neuartigen Phänomenen. Erst 1997 entdeckten Taucher im Norden Islands den sogenannte Strytan. Aus diesem 50 Meter hohen hydrothermalen Schlot quillt Magnesiumsilikat-reiches Wasser. Kommt es mit dem kalten Salzwasser der Umgebung in Kontakt, kristallisiert das Magnesiumsilikat aus und lässt den Turm immer weiter in die Höhe wachsen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst