"Transformers: The Last Knight" schließt sich mit der Artus-Sage kurz und sucht fieberhaft nach allem, was rührt oder ordentlich Krach macht.

Der gelbe Bumblebee ist ein treuherziger und pfiffiger Transformer. Um eine Polizeistreife zu täuschen und seinen menschlichen Freund Cade Yeager (Mark Wahlberg) vor Ungemach zu bewahren, rollt er als flotter Sportwagen an, der plötzlich in roboterhafte Einzelteile zerfällt. Die haben es in sich: Die lose Hand krallt sich brutal um den Knöchel eines Cops, der Oberarm wird zur Mündung einer schießenden Donnerbüchse, der Kopf knockt seine Gegner nieder. So flexibel möchte "Transformers: The Last Knight" (2017) selbst auch sein. Doch der Film, den ProSieben nun als Free-TV-Premiere zeigt, ist wie der Schrottplatz, auf dem Cade Yeager zu Hause ist. Viel liegt da herum, kaum etwas gehört wirklich zusammen, am wenigsten ein Texaner und die Tafelrunde.

Zu Beginn klärt Optimus Prime, Anführer der Autobots, über die gegenwärtige Lage auf der Erde auf. Demnach empfinden die Menschen die Transformer als gefährliche Aliens und bekämpfen sie, ohne groß zwischen gutartigen Autobots und maliziösen Deceptions zu unterscheiden. Eine neu gegründete Spezialeinheit nimmt die Blechriesen ins Visier. Von einem, der im Sterben liegt, erhält Cade einen merkwürdigen Talisman, der sich mit Spinnenbeinen an ihn heftet. Cade ahnt nicht, dass der Talisman zum legendären Schwert des Königs Artus werden kann, und erst recht nicht, dass Optimus Prime auf Abwege geraten ist und den Stab des Zauberers Merlin für die finstere Hexe Quintessa entwenden will.

Mehr Durchblick als der scheiternde texanische Erfinder Cade Yeager hat Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins). Vertraut mit dem uralten Bündnis zwischen den Transformers und Artus' Rittern der Tafelrunde, fürchtet er, dass Deceptions-Haupt Megatron sich Merlins Stab verschafft und der Fortbestand der Erde bedroht ist. Tatsächlich rollt aus dem All ein riesiges wabenartiges Schlinggewächs an, das alles Leben ersticken könnte. Als Retter gefragt ist: Cade Yeager, der nicht weiß, dass er zum Ritter auserkoren ist und in der attraktiven Oxford-Professorin Vivian Wembley (Laura Haddock) seine kongeniale Partnerin hat.

Das könnte unterhaltsam werden, entpuppt sich aber nur als atemlos. "Transformers: The Last Knight" hetzt von einer Materialschlacht und Lebensbedrohung zur nächsten. Kaum ist die kurze Einführung von Optimus Prime verklungen, ist das einzige Ziel, die Emotionen des Publikums auf dem Höchststand zu halten – egal wie. Ein paar Kinder stoßen in einem Trümmerhaufen von Football-Stadion auf Transformers und geraten in große Gefahr. Cade rettet sie und gerät seinerseits durch die Polizei in Gefahr. Er nimmt sich eines der Kinder, Izabella (Isabela Moner), an, eine Waise, beide sind den Tränen nahe. Cade berichtet ihr von seiner eigenen Tochter.

Der Abstumpfungseffekt setzt schnell ein. Michael Bay und sein Team erzählen weniger eine Geschichte, als dass sie wie Schrottsammler altbekannte Storys auflesen und ausschütteln, um zu sehen, ob da nicht noch etwas für sie drin ist, das so herzerweichend von Null auf Hundert rührt oder es durchdringend krachen lässt. Auf die Artus-Sage stürzen sie sich wie Vampire, die sich kontinuierlichen epischen Atem einsaugen wollen. Vergeblich: Statt sauber geschweißt ist "Transformers: The Last Knight" schlecht zusammengenagelt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst