Eine Gletscherforscherin will im eisigen Grönland den Tod eines kleinen Jungen aufklären. Der Thriller, den ARTE nun aus dem Archiv holt, fesselt vor allem durch die wunderschönen Aufnahmen vereister Landschaften.

Über 40 Begriffe sollen die Eskimos in ihrem Wortschatz haben, um Schnee zu benennen. Ein Zeichen dafür, welch hohe Bedeutung die weißen Flocken für dieses Volk haben. Die Kenntnisse über das gefrorene Nass spielen – wie schon im Titel impliziert – auch in dem Thriller "Fräulein Smillas Gespür für Schnee", den ARTE ein weiteres Mal aus dem Archiv holt, eine große Rolle. 1997 verfilmte Bille August ("Das Geisterhaus", "Goodbye Bafana") in einer deutsch-dänisch-schwedischen Koproduktion Peter Roegs gleichnamigen Millionen-Bestseller. Im Mittelpunkt steht eine Frau, in deren Adern Eskimo-Blut fließt und die sich in das ewige Eis Grönlands begibt, um den mysteriösen Tod eines kleinen Jungen aufzuklären.

Angeblich soll der kleine Isaiah (Clipper Miano) beim Spielen vom Dach gefallen sein und sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen haben. Doch Smilla (Julia Ormond) will das nicht glauben. Zu gut kannte die Gletscherforscherin ihren kleinen Freund, der wie sie aus Grönland stammt und zu einer in Dänemark diskriminierten Minderheit gehört. Isaiah litt unter Höhenangst und wäre niemals freiwillig auf das Dach gestiegen. Mithilfe eines mysteriösen Nachbarn (Gabriel Byrne, "In Treatment – Der Therapeut") begibt sich Smilla auf die Suche nach dem Mörder. Eine Spur führt die junge Frau zurück zu einer Grönland-Expedition, bei der der Vater des Jungen auf merkwürdige Weise ums Leben kam.

Von Anfang bis zum Ende fesselt der von Bernd Eichinger produzierte und von Bille August mit Blick auf das Wesentliche in Szene gesetzte Gletscher-Thriller. Den stärksten Eindruck hinterlassen in "Fräulein Smilla" aber zweifelsohne die unglaublich schönen Aufnahmen vereister Landschaften von Kameramann Jörgen Persson, die der Zuschauer in dieser Intensität selten zu Gesicht bekommt.

Hauptdarstellerin Julia Ormond, die unverblümte Kritiker mühelos zum Schweigen brachte, bewies, dass sie mehr kann als das blässliche, niedlich-anschmiegsame Wesen wie in "Sabrina" (1995) zu sein. Vielmehr stellte sie sich als Idealbesetzung für die unnahbar und spröde wirkende Wissenschaftlerin heraus. "Ich habe versucht, mich mit all meinen Sinnen auf Grönland einzustimmen", berichtete die attraktive Britin in einem Interview.

Fräulein Smillas Gespür für Schnee – Mi. 25.03. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH