Zusammen mit René Goscinny schuf Albert Uderzo die beliebten Comics um die Gallier Asterix und Obelix. Im Alter von 92 Jahren ist der Zeichner gestorben.

Trauer um einen der beiden Väter von Asterix und Obelix: Der Zeichner Albert Uderzo ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Zusammen mit René Goscinny (1926-1977) hatte Uderzo in den 50er-Jahren die beiden weltberühmten Comic-Figuren erfunden. Wie französische Medien unter Berufung auf Uderzos Schwiegersohn Bernard de Choisy berichten, ist der Zeichner zu Hause in Neuilly-sur-Seine im Schlaf gestorben. Er sei seit Wochen "sehr müde" gewesen, so de Choisy.

Schon mit sieben Jahren bewunderte Albert Uderzo, geboren 1927 in der Nähe von Reims, die amerikanischen Comic-Helden auf der Kinoleinwand. Sechs Jahre später beschloss er, der Walt Disney Frankreichs zu werden. Mit 14 zeichnete er bereits für einen großen Pariser Verlag. Die Idee zu seinem Lebenswerk, den Abenteuern des gnomigen Kriegers Asterix, kam ihm 1951 zusammen mit dem Texter René Goscinny. Trotzdem sollte es noch zehn Jahre dauern bis der Winzling seine Leser erreichte. Denn Uderzo und Goscinny waren sich bis auf die Tatsache, dass ihr Comic in Gallien im Jahre 50 vor Christus spielen sollte, über die Figuren recht uneinig.

Während Uderzo den großen starken Helden im Auge hatte, plädierte Goscinny für den kleinen, aber unschlagbaren Typus, der sich schließlich auch durchsetzte. Aber wie alle Asterix-Fans wissen, fand auch der große starke Gallier in der Person des nicht ganz so schlauen aber liebenswerten Obelix Eingang in die Geschichten um die französische Historie.

1961 war es schließlich so weit: "Asterix, der Gallier" erschien in einer Auflage von 6.000 Stück auf dem französischen Buchmarkt. Mittlerweile gehört der kleine Krieger weltweit zu den erfolgreichsten Comic-Figuren. Seine Abenteuer erschienen in Dutzenden Sprachen und Dialekten, darunter Rätoromanisch, Katalanisch und sogar Bairisch. Beinahe hätte die Erfolgsserie der Bewohner des unbesiegbaren gallischen Dorfes 1977 mit dem plötzlichen Tod des genialen Texters René Goscinny ein Ende gehabt. Doch Albert Uderzo übernahm kurzentschlossen auch das Texten und setzte den Siegeszug von Asterix & Co fort. Erst für den 2013 erschienen 35. Band "Asterix bei den Pikten" übergab Uderzo an den Zeichner Didier Conrad und den Texter Jean-Yves Ferri.

Auch wenn Uderzo vor allem für die Asterix-Geschichten bekannt war, schuf er als Zeichner noch weitere Comic-Figuren, etwa den Kapitän "Pitt Pistol" und den Indianer Umpah-Pah. Das Kolorieren der Bilder musste übrigens stets einer seiner Mitarbeiter übernehmen: Uderzo war farbenblind.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH