In der neuen RTL-Serie "Freundinnen – Jetzt erst recht" meistern vier Frauen von Mitte 30 bis Anfang 40 ihren Alltag in der rheinischen Kleinstadt Grevenbroich. Das ist vor allem etwas für Serienschauer, die sich gerne in Alltagsproblemen, Frauenthemen, Klatsch und Tratsch verlieren.

"Ich will, dass nachher die heißeste Braut von Grevenbroich aus dem Bad kommt!", fordert Heike (Katrin Höft) von ihrer Freundin Tina (Franziska Arndt). Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Nadine (Sarah Schalow) und Kaya (Shirin Soraya) wollen sie feiern gehen. Bei den vier handelt es sich aber keineswegs um Schüler oder Studenten, sondern um Damen Ende 30, Anfang 40. Mit "Freundinnen – Jetzt erst recht" soll eine tägliche Serie am Spätnachmittag für die Frauen ebendieser Altersklasse geschaffen werden.

Mit einer durchzechten Nacht als Auftakt der Serie unterstreichen die Macher gleich deutlich: Alt ist hier nur, wer sich auch alt fühlt. Der Anfang gestaltet sich für Tina zwar schwer, doch hat sie, neun Monate nach der Trennung von ihrem Mann, endlich mal wieder einen heißen Flirt. Nachdem sie mit ihrer hübschen Begleitung den Club verlassen hat, warten ihre Freundinnen auf ein Lebenszeichen. Doch Tina taucht auch am nächsten Morgen nicht am Treffpunkt auf. In Rückblenden durchlebt der Zuschauer die Nacht mit den vier Freundinnen und lernt sie langsam kennen.

"Die Thematik ist perfekt auf unsere Stammzuschauerinnen zugeschnitten, Frauen zwischen 35 und 40, die sich nach einigen Aufs und Abs im Leben sagen: Jetzt erst recht!" – So fasst der Sender den Anspruch in Worte. Wirklich innovativ sind dabei weder Figurenkonstellation, noch die Geschichte. Müssen sie aber – zumindest könnte man das aus Sendersicht annehmen – auch nicht sein: Immerhin erweitert man in den Spätnachmittag ein Konzept, das mit "Unter Uns", "Alles was zählt" aber vor allem dem seit 1992 ausgestrahlten Format "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" für RTL bestens funktioniert: Man möchte möglichst nah am Zuschauer sein, die Normalität und den Alltag der eigenen Zielgruppe in spannender Form wiedergeben. Um das zu erreichen, wurde "Freundinnen – Jetzt erst recht" nicht im Studio, sondern hauptsächlich im Grevenbroicher Einkaufszentrum oder an öffentlichen Plätzen gedreht. Zwar liegt der Fokus auf Humor, doch sollen auch tiefgehende Probleme thematisiert werden.

Leider fehlt den Frauen zumindest in der ersten Folge noch der letzte Schliff. Die Figuren wirken wie auf dem Reißbrett entworfen: Jede bekommt ein Attribut, eine bestimmte Art, wie sie sein muss. Auch die Dialoge wirken noch etwas hölzern. Das Ganze braucht sicherlich noch ein paar Folgen, um glaubhaft zu wirken. Dafür bleibt aber auch noch etwas Zeit, denn vorerst sind 160 Folgen geplant. Überzeugen kann der Auftakt mit lustigen Einfällen, wie beispielsweise als die übrigen drei Freundinnen das Gespräch zwischen Tina und ihrem Flirt synchronisieren. Serienschauer, die sich gerne in Alltagsproblemen, Frauenthemen, Klatsch und Tratsch verlieren, werden an "Freundinnen – Jetzt erst recht" durchaus viel Spaß haben.

Lesen Sie hier, was Darstellerin Franziska Arndt im Interview über die neue RTL-Serie sagt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst