Anlässlich des 60. Geburtstags von Michael Jackson hat Jacksons deutscher Manager sein Privatarchiv geöffnet. Daraus entstanden ist die viereinhalbstündige VOX-Doku "Mein Freund Michael – Der King of Pop wird 60".

Der König ist tot – lang lebe der König? Nicht so im Falle von Michael Jackson. Der geniale Pop-Musiker ist und bleibt unersetzbar. Als der laut Guinness Buch der Rekorde "erfolgreichste Entertainer aller Zeiten" am 25. Juni 2009 verstarb, verfiel die Welt in Schockstarre. Die Plötzlichkeit seines Ablebens warf viele Fragen auf – letztendlich fiel die Schuld an "Jackos" Tod auf seinen Leibarzt, der ihn durch die wiederkehrende Verabreichung eines Narkosemittels fahrlässig tötete – so der Schuldspruch von 2011.

Mit ihrer Dokumentation "'Mein Freund Michael' – Der King of Pop wird 60" setzt das Regieduo Claudia Mannes und Stephan Schwartz dem legendären Pop-Musiker nun ein filmisches Denkmal. Anhand von exklusivem und brandneuem Filmmaterial würdigen sie das künstlerische Schaffen Jacksons. Doch auch dem Privatmenschen versuchen sie auf die Schliche zu kommen. VOX zeigt die sehenswerte Doku zur besten Sendezeit.

Es herrscht ein Überangebot an Dokumentationen über verstorbene Künstler – und immer wieder heißt es, man habe neues, exklusives Material gefunden, um neue Facetten des jeweiligen Promis zu beleuchten. Was sich oft als irreführende Marketingstrategie entpuppt, scheint in der viereinhalbstündigen VOX-Doku zu Ehren Michael Jacksons der Wahrheit zu entsprechen. Denn kein Geringerer als der einstige Manager des King of Pop öffnete seine Pforten und Archive für die Recherche der beiden Regisseure: Der deutsche Dieter Wiesner arbeitete zehn Jahre lang mit Jackson zusammen, feierte mit ihm große Erfolge, tröstete ihn in schweren Zeiten und wurde zu einem der engsten Vertrauten des Musikers.

Wiesners Privatarchiv erweist sich als Goldgrube: nie gesehene Ton- und Bewegtbildaufnahmen ermöglichen einen neuen Blick auf eine der schillerndsten wie tragischsten Figuren der Pophistorie. Auch andere Weggefährten des Superstars berichten über ihre Erfahrungen mit dem exzentrischen Musikgenie. Dabei werden auch die kontroversen Seiten der Pop-Ikone nicht ausgeklammert. Einerseits galt Jackson stets als sensible Seele und liebevoller Vater – andererseits ließ er seinen jüngsten Sohn einmal fast vom Balkon fallen. Auch seine offen gezeigte Liebe gegenüber anderen Kindern galt als skandalös. Beweise für pädophile Tendenzen in seinem Verhalten gab es indes nie.

Am 29. August 2018 wäre der Musiker, der uns Hits wie "Billie Jean", "Thriller" und "Beat It" bescherte, 60 Jahre alt geworden. Doch bereits mit 50 Jahren war sein Leben zu Ende. Seine physische wie psychische Überforderung steht daher ebenfalls im Fokus der aufschlussreichen Doku. Warum konnte sein Tod nicht verhindert, warum seine Hilferufe nicht rechtzeitig erhört werden?

Auch die unrealisierten Pläne und Wünsche des Weltstars werden thematisiert. Emotionaler Höhepunkt des Ganzen: Dieter Wiesner reist stellvertretend für "Jackos" Mutter Katherine durch die USA – mit dem Ziel, einen der Herzenswünsche ihres Sohnes in die Tat umzusetzen. Ob ihm das gelingt?


Quelle: teleschau – der Mediendienst