Alles nur ein blöder Witz? Rapper Sido sieht kein Problem darin, dass Kollegah und Farid Bang über den Holocaust rappen. Das Duo hatte einen Eklat ausgelöst, der in der Abschaffung des Echo gipfelte.

Nach dem Skandal um die Echo-Verleihung an Farid Bang und Kollegah hat Rapper Sido seine Kollegen nun verteidigt. "Keiner von denen will einem Auschwitz-Opfer zu nahe treten. Das war ein blöder Witz", so Sido im Interview mit der "Rheinischen Post". "Bei einem Komiker hätte es wahrscheinlich keine Debatte gegeben. Aber bei einem Rapper passt es in das Bild des Skandal-Musikers."

Kollegah und Farid Bang waren im Vorfeld der Echo-Verleihung wegen Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust" in die Kritik geraten. Nachdem die beiden Musiker dennoch mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wurden, gaben mehrere andere Preisträger ihre Trophäen zurück. Wenig später kündigten die Veranstalter an, den Echo in Zukunft nicht mehr zu verleihen.

Während der Veranstaltung hatte Campino, Frontman der "Toten Hosen", die Preisvergabe an Farid Bang und Kollegah kritisiert. "Schade finde ich, dass ausgerechnet jemand wie Campino in seiner Reaktion zwischen den Zeilen nach Zensur ruft", erklärt nun Sido zu dem Auftritt des Musikers. "Ein Rocker, der Frontmann der Toten Hosen, das geht doch gar nicht. Das hat mich sehr enttäuscht. Am Ende war es ein PR-Erfolg für Kollegah. Die haben viele Platten verkauft."


Quelle: teleschau – der Mediendienst