"Fort Boyard" ist der erfolgreichste Show-Export Frankreichs. Im September bringt SAT.1 die Abenteuer- und Spielshow zurück nach Deutschland. 20 Kandidaten sind dabei, einige Namen sind schon bekannt.

Von Piraten- und anderen maritim-historischen Abenteurermotiven lebt die Outdoor-Spielshow "Fort Boyard". Das 1990 in Frankreich erfundene Format hat sich längst zum erfolgreichsten Show-Export seines Landes entwickelt. Mehr als 30 Fernsehnationen adaptierten die an sich simple Grundidee: Kandidaten-Teams, in der deutschen Version sind es seit langem Prominente, müssen in der titelgebenden Festung vor der französischen Atlantikküste Geschicklichkeit, Kraft, Ausdauer und Denkfähigkeit unter Beweis stellen. Dabei gilt es, Schlüssel und Goldmünzen zu sammeln, die am Ende in zeitgemäße Geldbeträge für den guten Zweck überführt werden.

Lange war es ruhig um die Show, die SAT.1 jetzt zurück ins deutsche Fernsehen bringt. Die fünfte deutsche "Fort Boyard"-Staffel – es ist die erste seit 2010 – startet am Mittwoch, 5. September, 20.15 Uhr. In vier neuen Folgen treten jeweils fünf prominente Kandidaten an.

Fort Boyard 2018: Wer sind die Kandidaten?

Sängerin Sarah Lomdardi, Schauspielerin, Ex-Model und Reality-Star Sarah Knappik, Moderator Jochen Schropp, Turn-Olympiasieger Florian Hambüchen sowie die Ex-Fußballer Mario Basler und David Odonkor: Das sind die Namen, die SAT.1 vorab von der Kandidatenliste bekannt gab. In welcher der vier Shows sie antreten werden und welche weiteren 14 Abenteurer sich auf das Fort einlassen, wird erst später offiziell verkündet.

Nach einem Bericht der "Bild" sollen auch Comedian Oliver Pocher, Moderatorin Fernanda Brandao, "Evil" Jared Hasselhoff (Bassist der Bloodhound Gang) und Jessica Paszka ("Der Bachelor") zu den Teilnehmern von "Fort Boyard" gehören.

Neu ist in der aktuellen Staffel, dass nicht mehrere Teams gegeneinander spielen, sondern jeweils eine Mannschaft pro Folge gegen einen mysteriösen Lord Boyard agiert, der heimtückische Aufgaben stellt. Vermittelt werden die Challenges von Sportfachmann Matthias Killing, der die neue alte Show moderiert.

Die Idee von Fort Boyard, jener seltsam anmutenden Festung nördlich der gigantischen Mündung des Flusses Gironde in den Atlantik, ist eigentlich eine gescheiterte. Als das Fort auf einer Sandbank im Meer 1666 geplant wurde, sollte es das französische Marinearsenal von Rochefort vor Angreifern schützen. Die Kanonen der Verteidiger reichten damals nicht so weit, dass sie Schiffe und Hafen ausreichend hätten schützen können. Doch der Bau gestaltete sich als schwierig. Immer wieder sackten die Fundamente in Sand und Schlick ab. Erst 1857 stand das Fort in seiner heutigen Form, doch es hatte kaum noch militärische Bedeutung. Die Kanonen auf dem Festland und den nahen Inseln Île d'Aix und der Île d'Oléron hatten ihre Reichweite mittlerweile deutlich erhöht.

Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurden hier Kriegsgefangene untergebracht, später diente das karge Eiland als Gefängnis. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es zum Zielobjekt für Übungen der deutschen Luftwaffe. 1962 ersteigerte ein belgischer Zahnarzt das skurrile Oval für 28.000 Franc. Seitdem wurde es einige Male als Filmkulisse eingesetzt.

Fort Boyard: In Deutschland ist es die fünfte Staffel

Erst 1990 begann für Fort Boyard eine späte Erfolgsgeschichte, als Jacques Antoine die gleichnamige Spielshow erfand. Vier deutsche Staffeln sah man bisher: Nach dem Start 1990/91 bei SAT.1 folgte 2000 und 2002 ein Comeback bei ProSieben. Schließlich probierte sich 2010 kabel eins an der steinernen Festung.

Klassische Misserfolge waren all diese Versuche nicht, dennoch gibt es einen Grund für die langen Pausen. Aufgrund der schwierigen Produktionsbedingungen ist der Dreh recht teuer, Bedingungen wie das immer wieder mal raue Wetter vor Ort kaum zu kontrollieren. Man darf gespannt sein, wie sich der Unterhaltungsdino aus dem Atlantik bei seinem fünften Wiederauftauchen in einem veränderten TV-Zeitalter im Quotengefecht schlägt.

Die Logistik ist eine Herausforderung, aber die Rahmenbedingungen wurden vor Jahren schon optimiert: Fort Boyard ist mit eigenem Anleger an eine künstliche Versorgungsinsel angebunden. Teile der Kamera- und Übertragungstechnik sind fest im Fort installiert, da auch zahlreiche andere Fernsehnationen das Gelände nutzen. In der Wintersaison muss aufgrund des rauen Wetters viel Technik abgebaut werden.

Jüngst erreichte uns eine Postkarte von eben jenem geschichtsträchtigen Ort. Matthias Killing ließ schön grüßen und schrieb: "Wir haben hier einen tollen Blick aufs Meer. Aber: Mein Zimmer ist feucht, die Verkehrsanbindung eine Katastrophe. Und irgendein Irrer hat auch noch einen Tiger auf die Insel geschleppt. Die gute Nachricht: Das Entertainment-Programm hält absolut, was es verspricht." Was noch zu beweisen sein wird!


Quelle: teleschau – der Mediendienst